Die 1x2-Wette in der Schweiz: drei Ausgänge, eine Quote und ein Preis, den niemand anschreibt

Updated Oktober 2026
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29. Oktober 2026 — geprüft gegen die Bewilligungs- und Sperrlisten-Angaben der Gespa sowie gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen der beiden bewilligten Schweizer Veranstalterinnen.

Ein Fussball liegt auf dem Mittelkreis eines Rasenfelds, die weissen Linien kreuzen sich auf dem gepflegten Gras im warmen Abendlicht.
Bei der klassischen Siegwette im Fussball gibt es drei Ausgänge: «1» für den Heimsieg, «0» beziehungsweise «X» für das Unentschieden und «2» für den Auswärtssieg.

Wer zum ersten Mal auf einen Wettschein schaut, sieht drei Kästchen und drei Zeichen. Das ist die ganze 1×2-Wette. Ein Fussballspiel endet mit einem Heimsieg, einem Unentschieden oder einem Auswärtssieg, und die drei Zeichen «1», «X» und «2» bilden genau diese drei Möglichkeiten ab. Mehr steckt nicht dahinter, und genau deshalb lohnt es sich, an dieser Stelle genauer hinzuschauen als an jeder anderen.

Denn die drei Kästchen sind nicht das Angebot. Das Angebot ist die Zahl, die daneben steht — und diese Zahl enthält bereits alles, was der Veranstalter für sich behält. Der spannendste Satz über die 1×2-Wette ist deshalb kein Satz über Fussball. Er ist ein Satz über den Preis.

Wie viel von jedem Franken, der auf einen Dreiweg-Markt fliesst, wieder bei den Wettenden landet, ist keine Geheimzahl. Sie lässt sich aus den Quoten ausrechnen, und das Ergebnis fällt je nach Markt und je nach Anbieter unterschiedlich aus. Wer diese Rechnung einmal gemacht hat, liest Wettscheine anders.

wettmärk: Der Dreiweg-Markt und was seine Zahlen verschweigen

Die klassische Siegwette im Fussball kennt drei Ausgänge: «1» steht für den Heimsieg, «0» beziehungsweise «X» für das Unentschieden und «2» für den Auswärtssieg. So steht es in den Spielregeln von Sporttip, so steht es in jedem Wettschein, und so steht es in jedem Erklärstück zum Thema. Die Form ist seit Jahrzehnten dieselbe.

Was sich verändert hat, ist die Verpackung. Heute liegen dieselben drei Ausgänge in einer App, neben Live-Quoten, Cash-Out-Knöpfen und einem ganzen Regal weiterer Märkte. Das verdeckt, wie schmal der eigentliche Kern ist: drei Möglichkeiten, von denen immer genau eine eintritt. Kein Ausgang ist wahrscheinlicher, weil ein Experte ihn empfiehlt. Kein Ausgang ist unwahrscheinlicher, weil eine Mannschaft gestern gewonnen hat. Es gibt nur diese drei, und sie schliessen einander aus.

Drei Zeichen, ein Rasen und ein Missverständnis

Das hartnäckigste Missverständnis betrifft das «X». Manche lesen darin ein Kreuz für «kein Ergebnis», andere ein «null» für «nichts passiert».

Beides führt in die falsche Richtung. Das Unentschieden ist kein Nicht-Ergebnis, sondern ein vollwertiger Ausgang mit eigener Quote, und in manchen Ligen ist er der wahrscheinlichste der drei. Wer das Unentschieden als Restkategorie behandelt, übersieht den Ausgang, der bei defensiv eingestellten Mannschaften am häufigsten eintritt.

Ausserdem ist die Schreibweise nicht einheitlich. Auf manchen Wettscheinen steht das «X», auf anderen die «0», und beide meinen dasselbe. Wer zum ersten Mal einen Wettschein eines anderen Anbieters in der Hand hält, sucht kurz nach dem Unentschieden und findet es an einer Stelle, an der er ein Kreuz erwartet hätte.

Was «Prognose» auf einem Wettschein nicht ist

Rund um die Dreiweg-Wette hat sich ein Vokabular eingebürgert, das die Sache grösser macht, als sie ist. Da ist von Prognosen die Rede, von Tipps, von einem «sicheren Tipp» für heute.

Eine Quote ist keine Vorhersage. Sie ist ein Preis, und Preise entstehen aus Einschätzungen plus Geschäftskalkül. Der Veranstalter setzt seine Quoten so, dass er über die Gesamtheit der Wetten auf allen drei Ausgängen verdient — nicht so, dass er richtig rät. Wenn ein Ausgang mit einer Quote von 1,30 angeschrieben wird, dann sagt das: Der Veranstalter hält ihn für wahrscheinlich, aber er zahlt Ihnen im Erfolgsfall nur 30 Rappen pro Franken. Der Rest der Wahrscheinlichkeit gehört ihm.

Und weil für ihn die Summe zählt und nicht der Einzelfall, kann er es sich leisten, auf einem einzelnen Markt falsch zu liegen. Diese Asymmetrie ist die wichtigste Sache, die auf einem Wettschein nicht steht.

Was auf dem Schein fehlt

Auf dem Wettschein stehen Quote, Einsatz und das mögliche Auszahlung. Drei Dinge fehlen regelmässig.

Nicht da ist die Verrechnung, die in der Quote steckt. Nicht da ist der Hinweis, dass eine Absage oder ein Nichtantritt die Wette ungültig machen kann, wenn das Ereignis nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt wird — dann erhalten Einzelwetten ihren Einsatz zurück, und in Kombinationswetten bekommt die betroffene Voraussage die Quote 1.00. Und nicht da ist die Information, dass bei Live-Wetten in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid Wetten mit Quote 1.00 gewertet werden können.

Alle drei Sätze stammen aus den Spielregeln von Sporttip, alle drei stehen dort ausdrücklich, und keiner davon steht auf dem Wettschein. Wer sie nicht liest, bemerkt sie erst, wenn sie ihn betreffen.

Drei Ausgänge, mehr nicht

Der Dreiweg-Markt ist in der Schweiz nicht einfach ein beliebiger Markt unter vielen. Er gehört zu den Sportwetten im engeren Sinn und damit zu den Grossspielen, deren Veranstaltung nach dem Geldspielgesetz bewilligungspflichtig ist. Das ist kein Nebensatz der Rechtsordnung, sondern der Grund, weshalb es in diesem Land überhaupt eine übersichtliche Anbieterlandschaft gibt.

Ein Heimsieg oder ein Auswärtssieg auf einem Schweizer Wettschein — dahinter steht eine Bewilligung, eine Aufsicht und ein Regelwerk, das bis zur Frage reicht, welche Sportarten überhaupt auf dem Programm stehen dürfen. Der Abstand zu einem ausländischen Portal, auf dem man dieselben drei Kästchen anklickt, ist an der Oberfläche null und im Ernstfall gewaltig.

grundlag: Was ein Tipp kostet, bevor er gewinnt

Ein Tipp kostet an der Kasse genau das, was man einzahlt. Das ist die offensichtliche Seite. Die zweite Seite zeigt sich erst, wenn man den Einsatz gegen das hält, was zurückkommt: Die Quote enthält den Anteil, den der Veranstalter einbehält, und dieser Anteil fällt bei jedem einzelnen Tipp an, ob er gewinnt oder nicht.

Eine Trillerpfeife liegt auf dem Rasen neben der Mittellinie, Tau hängt an den Halmen, im Hintergrund ein leerer Spielfeldrand.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000.

Wer das ernst nimmt, stellt andere Fragen. Nicht «Welcher Tipp gewinnt heute?», sondern: Wie tief ist der Mindesteinsatz? Welche Einsatzgrenze greift? Wie schnell wird ausgezahlt, und was kostet die Auszahlung? Das sind keine Nebensächlichkeiten einer Erklärung zur Dreiweg-Wette. Bei kleinen Einsätzen sind sie der Unterschied zwischen einem Hobby mit Kosten und einem Hobby ohne.

Der Mindesteinsatz

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1. Bei Jouez Sport liegt er online bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3, und für Multiples ebenfalls bei CHF 2.

Ein Franken ist eine niedrige Hürde, und genau das ist die gute Nachricht an dieser Zahl. Wer mit den drei Ausgängen herumprobieren will, kann das mit einem Einsatz tun, der niemandem weh tut. Für die Westschweiz ist die Hürde doppelt so hoch wie für die Deutschschweizer Kundschaft — bei gleichem Spiel und gleichem Markt. Ein Unterschied, der keinem Qualitätsunterschied entspricht, sondern der Struktur der beiden Häuser.

Die obere Grenze

Der Höchsteinsatz je Einzel- oder Kombinationswette beträgt bei Sporttip CHF 1’000, bei einer Systemwette CHF 10’000. Bei Jouez Sport liegt der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Diese Grenzen sind keine Formalie. Sie sind die eine Stelle, an der ein Veranstalter einer Kundschaft, die weiter geht als der Durchschnitt, sachlich die Tür zuschiebt. Bei Jouez Sport liegt die Grenze für eine einzelne Kombiwette unter dem, was viele Sportwetten-Konten in der Westschweiz bei einem einzigen Spieltag bewegen möchten. Und die Spielregeln sind dabei offen: Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Was nach dem Gewinn passiert

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Auffällig ist, was danach geschieht: Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet.

Das ist keine Kleinigkeit für einen Leser, der die Mechanik der Dreiweg-Wette lernen will. Rundung ist Teil der Auszahlung. Der Regelfall schneidet Beträge ab, die bereits berechnet und bereits zugesichert schienen. Bei einem Franken Einsatz bewegt man sich im Randbereich; bei hundert Wetten ist es ein Posten.

Oben begrenzt ist es ebenfalls. Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Wette, die rechnerisch darüber hinausgeht, zahlt die Differenz nicht aus.

Der Wetttitel und die Frist

Gewinne von Sporttip-Wetten, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Wer eine Auszahlung verweigert bekommt und sich wehren will, muss innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief Einsprache erheben.

Sechs Monate für einen Gewinn und zehn Tage für eine Einsprache, beide Fristen laufen, ohne dass jemand anruft. Das ist die Art von Zahl, die man einmal liest und danach kennt.

Zwischen welchen Anbietern die Wahl steht

In der Schweiz gibt es keine lange Liste. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Jouez Sport veranstaltet die Loterie Romande für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Zwei Häuser, zwei Gebiete, kein Überlappungspunkt. Wer hier wohnt, entscheidet nicht zwischen zwei Angeboten — er hat eines.

Quoten und das, was in ihnen steckt

Ein Beispiel, das keine Börse und kein Veranstalter zitiert, sondern nur zeigen soll, wie ein Markt aufgebaut ist: ein Zweiweg-Markt mit zwei Ausgängen zu je 1,90. Rechnet man den Auszahlungsanteil dieses Marktes aus, ergibt sich aus 1 geteilt durch 1/1,90 plus 1/1,90 ein Wert von rund 95 Prozent, und die Marge ist die Differenz zu 100 Prozent, also rund 5 Prozent.

Das ist der Preis. Ist die Quote symmetrisch wie hier, ist er beide Male gleich hoch. Sobald die Quoten auseinanderlaufen, verschiebt sich die Verteilung: Der Anteil des Hauses ist über den Favoriten tiefer und über den Aussenseiter höher oder umgekehrt, je nach Haus. Der Auszahlungsanteil eines Marktes und seine Marge sind dasselbe Geschäft von zwei Seiten betrachtet, und in der Schweiz schreibt man den Anteil, nicht die Marge.

Wichtig ist der Rahmen dieses Werts. Die rund 5 Prozent hängen an einem symmetrisch konstruierten Zweiweg-Markt mit zwei identischen Quoten. Bei einem Dreiweg-Markt mit drei Ausgängen liegt die Marge je nach Haus und je nach Spiel in einer breiteren Spanne, weil drei Quoten ins Spiel kommen und der Wettbewerbsdruck an dieser Stelle fehlt. Wer die Zahl als Preis eines konkreten Tipps liest, liest sie falsch. Wer sie als Erinnerung liest, dass in jeder Quote ein Anteil steckt, hat verstanden, worum es geht.

Genau hier wird die Sache unangenehm für den Erklärstil von Ratgeberseiten. Eine Quote von 1,30 auf einen klaren Favoriten sieht grosszügig aus, weil die Mannschaft stark ist. Was sie nicht sagt: Von 100 Franken Einsatz kommen im Markt rund 95 zurück, die anderen fünf verteilen sich über alle Ausgänge und bleiben hängen. Bei einer Serie von zwanzig Wetten macht das den Unterschied zwischen einem Hobby mit Wackelkontakt und einem ohne.

Doppelte Chance, Handicap, Über/Unter: Was zusätzlich bezahlt wird

Die Dreiweg-Wette ist der Ausgangspunkt, nicht das Ende. Rund um sie liegen Märkte, die demselben Spiel andere Fragen stellen. Zwei davon muss man kennen, weil jede von ihnen die Kostenlogik verändert.

Die Doppelte Chance lässt zwei der drei Ausgänge zu und macht damit aus einer Drittelchance eine Zweidrittelchance. Der Preis dafür steht in der Quote: Sie ist deutlich tiefer als die der Einzelwette auf denselben Ausgang. Ein hoher Trefferanteil und ein niedriger Auszahlungsbetrag wiegen sich nicht auf. Sie sind dieselbe Wette mit umgedrehtem Vorzeichen. Wer glaubt, mit Doppelte Chance «sicherer» zu spielen, tauscht Wahrscheinlichkeit gegen Auszahlung — und trägt in beiden Fällen denselben eingebauten Anteil des Hauses.

Beim Handicap bekommt eine Mannschaft einen fiktiven Vorsprung oder Rückstand aufgedrückt. Aus dem Unentschieden wird eine eigene Zweiweg- oder Dreiweg-Logik, und je nach Ausgestaltung fällt der störende dritte Ausgang weg. Das macht den Markt rechnerisch sauberer und die Einschätzung schwieriger, weil jetzt nicht die Mannschaft entscheidet, sondern die Marge im Verhältnis zur Spielstärke.

Über/Unter dreht die Frage ganz um: nicht wer gewinnt, sondern wie viele Tore fallen. Mit dem Ausgang des Spiels hat der Markt nichts zu tun. Wer ihn mit dem Dreiweg-Tipp kombiniert, multipliziert die Quoten und multipliziert auch die Fehlerquelle — und bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Dass Sporttip-Kombinationen nicht nur Quoten multiplizieren, sondern auch Boni kennen, gehört in diese Aufzählung. Der Kombiboost gilt nur online, in Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Attraktiv ist das für jemanden, der ohnehin mit vielen Voraussagen spielt: Der Sprung von vier auf sieben Voraussagen verdreifacht den Aufschlag fast. Die Kehrseite steht in derselben Regel — es sind Mindestquoten, es ist ein Nettogewinn und keine Auszahlung, und es ist eine Wette mit mehreren Fehlerquellen statt einer.

Dazu kommen die Quoten- und Profitboosts von Sporttip, die nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage gelten. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Ein Cash-Out ist überhaupt kein Ausweg aus der Rechnung, sondern ein eigener Handel. Bei Sporttip ist der Cash-Out-Betrag tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, er hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. Wer vorzeitig aussteigt, verkauft einen Teil dessen, was er sich aufgebaut hat. Das ist ein legitimes Werkzeug für jemanden, der seine Position schliessen will. Es ist kein Sicherheitsnetz.

rechtsla: Warum in der Schweiz nur zwei Häuser 1×2-Wetten anbieten dürfen

Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und werden von der Gespa beaufsichtigt — nicht von der ESBK, die ausschliesslich Casinos kontrolliert. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz.

Ein leeres Stadion im Morgenlicht mit Blick auf die Sitzreihen, im Hintergrund Hügel und aufsteigender Nebel.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone und zählt 2'350 Verkaufsstellen in der Westschweiz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und praktisch auch im Gebiet des jeweiligen Hauses. Eine Liste weiterer bewilligter Anbieter gibt es nicht, weil es keine weiteren gibt.

Das erklärt die schmale Auswahl, und es erklärt die Kostenstruktur von der anderen Seite. Wo kein dritter Anbieter um dieselbe Wette wirbt, fehlt der Druck, der die Quoten nach oben und die Marge nach unten treibt. Der Vergleich der beiden Häuser ist deshalb kein Vergleich um Zehntelpromille, sondern ein Vergleich zweier Angebote für zwei Regionen.

Die Liste, die bestimmt, was überhaupt auf dem Programm steht

Was man bespielen darf, ist keine offene Frage. Die zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten bilden eine geschlossene Liste nach dem Geldspielgesetz und der Verordnung. Qualifikationsrunden stehen nur auf dem Programm, wenn sie aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe ebenso. Rangierungswetten nur dann, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen, und die Liste führt weder Ecken- noch Kartenmärkte und keinen Esport-Abschnitt.

Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, wo der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Ein gesetzliches Verbot bestimmter Live-Märkte besteht nicht. Sporttip-Livewetten gelten unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind keine Sportwetten und damit nicht Teil des erlaubten Angebots. Das ist die eine Regel, die den Rahmen dieses Ratgebers definiert: Wenn Sie eine Dreiweg-Wette auf ein Fussballspiel setzen, dann auf ein Ereignis aus dieser Liste und nicht auf irgendetwas anderes.

Ausland: keine Bewilligung, kein Register, kein Schweizer Weg

Ausländische Portale mit einer Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land sind in der Schweiz ohne jede Wirkung. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spielende selbst wird nicht bestraft — aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es existiert kein Schutz und keine Fairplay-Kontrolle.

Dazu kommen drei nüchterne Folgen. Ein ausländischer Anbieter ist nicht an das schweizerische Sperrregister gebunden. Es gibt keinen Schweizer Rechtsweg gegen ihn. Und Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, werden aber nach der kantonalen Praxis, wie sie das Thurgau anwendet, als Einkommen voll besteuert, unabhängig von der Höhe.

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Sie umfasste Ende 2025 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt, und die Aufsicht nennt dieses Vorgehen Domain-Hopping. Wer ein gesperrtes Angebot trotzdem erreicht, erreicht eine Kopie und nicht die geschützte Version.

Der ehrliche Vergleich lautet deshalb nicht «sicher gegen unsicher». Er lautet: Die bewilligten Häuser bieten vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Anbieter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzpflicht und eine Identitätsprüfung. Die ausländischen Portale bieten ein breiteres Programm ohne diese Bedingungen — und ohne die zugehörigen Rechte. Wer die breite Palette will, zahlt sie mit dem Schutz. Wer den Schutz will, zahlt ihn mit der Auswahl.

Steuern auf den Gewinn

Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der bundesrechtliche Freibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, nachdem er 2025 noch CHF 1’070’400 betragen hatte. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, weshalb hier «je nach Kanton» gilt und keine kantonale Zahl steht.

Über dieser Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Deklaration in der Steuererklärung zurückholt. Für einen normalen Wettenden mit Einsätzen von einem Franken bis tausend Franken ist beides kein Thema: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Und es gibt in der Schweiz keine Wettsteuer auf den Einsatz — wer Gegenteiliges liest, liest etwas, das es nicht gibt. Steuerfragen klärt man mit der Steuerberatung oder der kantonalen Steuerverwaltung, nicht mit einem Wettschein.

Was die Einzahlungswege kosten

Gewinne und Guthaben werden bei bewilligten Schweizer Anbietern nur auf ein Zahlungskonto ausgezahlt, das auf den Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers lautet. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht, und eine Kreditierung an Spielende ist ausgeschlossen.

Bei Sporttip kann Spielguthaben per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos an, wobei die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird.

Die Auszahlung selbst ist eine eigene Preisliste. Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Drei Prozent auf eine Auszahlung sind bei einem grossen Betrag kein Rundungsfehler. Wer gewohnt ist, häufiger kleinere Beträge abzuziehen, sollte die zwei freien Auszahlungen nicht für Kleinstbeträge verbrauchen. Das ist keine Warnung vor einem Anbieter, sondern eine Planungsfrage, die man vorher beantwortet und nicht nachher.

Einordnung: Wer was darf und was wo gilt

Die beiden bewilligten Veranstalterinnen unterscheiden sich nicht nur im Gebiet, sondern auch in der Art ihrer Bewilligung und in der Organisation, die hinter dem Produkt steht.

Veranstalterin Bewilligung in der Schweiz Organisatorin beziehungsweise gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Bewilligung für ein Grossspiel, Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung, Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen; Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung für ein Grossspiel, Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung, Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande; Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende
Boomerang Bet ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Bewilligung gemeldet
BetLabel ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Bewilligung gemeldet
BDMBet ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Bewilligung gemeldet
Betify ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Bewilligung gemeldet
Gamdom ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Bewilligung gemeldet
Roobet ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Bewilligung gemeldet
BC Game ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Bewilligung gemeldet
Unibet ohne Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Bewilligung gemeldet

Die ersten zwei Zeilen sind der ganze bewilligte Markt. Alle acht weiteren Zeilen stehen hier, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen, und jede von ihnen trägt dieselbe Kennzeichnung. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung, sie öffnet keinen Schweizer Rechtsweg und sie hängt nicht am hiesigen Sperrregister.

Wer diese Tabelle umdreht und nach der Zahl der Anbieter fragt, sieht sofort den eigentlichen Nachteil des hiesigen Systems: Auswahl gibt es nur ausserhalb, und ausserhalb gibt es keinen Schutz. Diesen Tausch kann einem niemand abnehmen.

Limiten, Sperren und die Pause, die niemand einplant

Die Schweizer Lösung für Spielerschutz ist ungewöhnlich, und man merkt das erst, wenn man sie mit anderen Ländern vergleicht. Der Staat setzt keine feste Einzahlungsgrenze. Stattdessen muss jede Veranstalterin von ihren Kundinnen und Kunden verlangen, dass sie selbst Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste festlegen.

Das ist eine bewusste Entscheidung, und sie hat eine unangenehme Seite. Eine Limite, die man selbst gesetzt hat, kann man selbst wieder anheben. Die Bremse ist genau so fest wie die eigene Disziplin.

Wie Limiten wirken

Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Der Unterschied zwischen Sofort und 72 Stunden ist der eigentliche Mechanismus. Eine Senkung greift ohne Wartezeit, weil sie schützt. Eine Erhöhung wartet drei Tage, weil sie die Bremse löst — Zeit, in der man es sich anders überlegen kann. Dass Swisslos und die Loterie Romande in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden anwenden, während die Vorschrift 24 Stunden nennt, ist der Spielraum, den das Gesetz den Häusern lässt, und er geht hier zugunsten des Schutzes aus.

Eine Verlustlimite ist keine Einzahlungslimite. Wer Verluste begrenzt, kann weiterhin jeden beliebigen Betrag auf ein Konto schieben, solange nur nicht mehr verloren wird. Das ist für manchen die falsche Reihenfolge: Die Einzahlung ist der Moment, in dem Geld das Haus verlässt.

Die Sperre

Sporttip lässt den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird dagegen in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Das ist die schärfste Massnahme, und sie ist nicht nur eine Anbietersache. Das Register erfasst auch Personen, die wegen Überschuldung oder Spielsucht ausgeschlossen werden. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.

Und eine Sperre hat Konsequenzen, die über den Zugang hinausgehen: Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Die Rückforderung des Einsatzes ist kein Rechtsweg, auf den man bauen kann.

Wo der Schutz in der Praxis endet

Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt. An Verkaufsstellen wurde in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft.

Diese Zahl ist der wichtigste Satz dieses Abschnitts. Sie sagt nicht, dass die Regeln schlecht sind. Sie sagt, dass die Verkaufsstelle kein Ort ist, an dem die Regel zuverlässig durchgesetzt wird. Wer seinen Sportwetten-Konsum unter Kontrolle halten will, sollte das nicht an einer Theke erwarten — weder von sich selbst noch von anderen. Der Schutz, der funktioniert, ist der, den man selbst einrichtet und selbst nicht sofort aufheben kann.

Warum auch ein guter Tipp nicht gewiss ist

Ein Dreiweg-Tipp kann hervorragend begründet sein: Formkurve, Aufstellung, Ruhetage, Gegnerstärke, Platzverhältnisse. Nichts davon ändert daran, dass drei Ausgänge möglich sind und der unwahrscheinlichste regelmässig eintritt. Das Unentschieden in der 89. Minute, der verschossene Elfmeter, die Rote Karte — der Sport produziert genau die Ereignisse, gegen die man nicht anwetten kann.

Deshalb steht in diesem Abschnitt keine Empfehlung, welcher Ausgang einzutragen sei. Die Seite nennt keinen Gewinner und keine «sichere» Wette, weil niemand einen Ausgang kennen kann und weil ein Leser, der aufgrund einer Vorhersage setzt und verliert, echtes Geld verliert — auf das Wort einer Seite hin.

Eine Quote ist ein Preis. Sie ist immer auch die Aussage, dass der andere Ausgang möglich bleibt. Wer das im Kopf behält, wettet anders als jemand, der einem Tipp folgt.

Die beiden bewilligten Häuser im Vergleich

Zehn Namen stehen in diesem Vergleich, und die Reihenfolge ist kein Zufall. Vorne stehen die beiden Veranstalterinnen, die überhaupt eine Schweizer Bewilligung für Sportwetten haben. Danach folgen acht ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung, die hier aufgenommen sind, weil Schweizer Spielende sie antreffen.

Der Vergleich bewertet beide Gruppen nach denselben Massstäben — Quoten, Limiten, Einsatzgrenzen, Regelklarheit — und markiert bei jeder ausländischen Marke, dass keine Schweizer Bewilligung besteht. Eine Marke ohne Schweizer Bewilligung wird hier nicht als gleichwertig dargestellt, und es wird niemand aufgefordert, sie zu nutzen. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist strafbar und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet.

Für Gratisangebote gilt eine eigene Regel: Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa. 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Wie hoch ein Bonus ausfällt und unter welchen Bedingungen er gilt, steht ausschliesslich in den Bedingungen des jeweiligen Hauses.

Swisslos Sporttip: der Platzhirsch mit der tiefsten Hürde

Swisslos sitzt in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Der Sportwetten-Teil läuft unter dem Namen Sporttip.

Das Zuständigkeitsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Das ist der grössere Teil der Schweiz, und für ein Konto braucht es zusätzlich Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in diesem Gebiet. Zur Online-Registrierung gehören mindestens 18 Jahre, keine bestehende Spielsperre und genau eine Registrierung pro Person. Die Ausweisdaten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Am unteren Rand ist Sporttip der grosszügigste Anbieter im Land: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten. Nach oben begrenzt er deutlicher — CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Dass die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen geändert werden können und eine Wette über der Limite gar nicht angenommen wird, gehört zur Sachlage.

Funktional ist das Angebot breit angelegt. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50; der Aufschlag auf den Nettogewinn steigt in Stufen bis 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind.

Zum Vergleich der beiden bewilligten Häuser trägt jede dieser Zeilen bei. Die tiefere Einstiegshürde, die höhere Obergrenze, der breitere Werkzeugkasten — das ist die eine Seite. Die andere ist die Kundschaft dieses Hauses: Wer Sporttip nutzt, gehört zu den rund zwei Dritteln des Landes, für die es keine Alternative mit Schweizer Bewilligung gibt.

Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweizer Alternative

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.

Das ist ein Kanalnetz, das kein Online-Anbieter aufweist, und es erklärt, warum die Westschweizer Regelung andere Einsatzgrenzen kennt als die Deutschschweizer: Der Betrieb einer Verkaufsstellenkette mit dreistelliger Mitarbeiterzahl kostet Geld, und diese Kosten müssen aus demselben Spielbetrieb kommen.

Die Zahlen sind entsprechend tiefer angesetzt. Der Mindesteinsatz beträgt online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Nach oben wartet ein Deckel, den man kennen sollte, bevor man ihn erreicht: Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000.

Bemerkenswert ist, wo Jouez Sport trotz niedrigerer Einsatzgrenzen grosszügiger ist als der Nachbar. Die Mindestquote von 1.10 ist eine tiefe Schwelle, und die Gesamtquote bis 100’000 lässt Kombinationen zu, die auf dem Papier weit über das hinausgehen, was ein normaler Spieltag bewegt. Der Deckel beim Höchstgewinn greift also nur bei einer sehr kleinen Gruppe — und für diese Gruppe greift er hart.

Für die Westschweiz gibt es keine Alternative. Das ist die nüchterne Pointe dieses Abschnitts: 2’350 Verkaufsstellen, 221 Mitarbeitende, ein eigenes Regelwerk — und eine Kundschaft, für die es bei einem Mindesteinsatz von CHF 2 und einer Obergrenze von CHF 500 bleibt.

Die acht Marken ohne Schweizer Bewilligung

Die folgenden acht Anbieter sind ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung. Keine von ihnen darf in der Schweiz Sportwetten veranstalten, keine ist an das hiesige Sperrregister angebunden, und gegen keine besteht ein Schweizer Rechtsweg. Sie sind hier aufgeführt, damit der Vergleich vollständig ist, und werden nach denselben Massstäben bewertet wie die beiden bewilligten Häuser.

Boomerang Bet tritt als Krypto-nahes Portal auf, und diese Ausrichtung ist der Kern der Bewertung: Wer dort einzahlt und gewinnt, hat keinen Schweizer Anspruch auf die Auszahlung und kein Register, das ihn schützt. Für einen Wettenden, der die Dreiweg-Wette gerade erst kennenlernt, ist das die falsche Baustelle. Der Reiz liegt für Kundschaft, die Krypto-Zahlungen ohnehin nutzt — und die weiss, dass eine nicht etablierte Bewilligung in der Schweiz keine Wirkung hat.

BetLabel führt im Vergleich keine Angabe, die es aus dem Mittelfeld heraushebt, und genau das macht die Bewertung schwer: Wo nichts Konkretes steht, bleibt nur die Feststellung, dass die Schweizer Bewilligung fehlt. Wer eine Marke ohne erkennbares Profil wählt, wählt eine Marke, über die er selbst nichts weiss. Das ist der eigentliche Preis, und er fällt nicht auf der Seite an, sondern im Streitfall.

BDMBet präsentiert sich als Portal mit breitem Programm. Von einem breiten Programm allein lässt sich keine Auszahlung versprechen, und es fehlt hier jede Angabe, die einen Vergleich mit den beiden Schweizer Häusern bei Quoten, Limiten oder Bearbeitungszeiten tragen würde. Der Name eines solchen Portals in ein Gespräch über die Kosten eines Tipps einzubringen, wäre irreführend: Die Kosten stehen im Vertrag und nicht auf der Startseite.

Betify gehört zur Gruppe der Marken, die mit laufenden Aktionen um Aufmerksamkeit werben. Aktionen sind Werbung, keine Zusage, und in der Schweiz wäre Werbung für ein nicht bewilligtes Geldspiel strafbar. Wer sich für ein Konto bei einer solchen Marke entscheidet, sollte mindestens wissen, unter welchem Recht er es tut: nicht unter Schweizer Recht.

Gamdom verbindet Sportwetten mit Krypto-Einzahlungen. Das Zahlungsmodell ist hier die ganze Bewertung. Eine Auszahlung in einer Kryptowährung liesse sich im bewilligten Schweizer Sportwetten gar nicht abwickeln — Guthaben und Gewinne gehen dort ausschliesslich auf ein Konto, das auf den Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers lautet. Wer das als Vorteil liest, liest es richtig, solange er versteht, dass er dafür den Schweizer Rahmen verlässt.

Roobet folgt demselben Muster wie Gamdom: Krypto-Zahlungswege, kein Schweizer Sitz, keine Schweizer Bewilligung. Der Wechsel zwischen Bestand und Auszahlung ist bei Krypto nicht dasselbe wie eine Banküberweisung, und die Arbeit, die eine Bank kostenlos übernimmt, übernimmt hier niemand für einen. Wer die Dreiweg-Wette als Sport versteht, sollte die zwei Fragen trennen: Was ist der Markt, und was passiert mit dem Geld.

BC Game tritt als Plattform mit sehr breitem Spielangebot auf. Was ein solches Angebot bei den Wetten selbst bedeutet, lässt sich hier nicht bewerten, weil keine Angabe zu Quoten, Limiten oder Bearbeitungszeiten vorliegt. Für Sportwetten im engeren Sinn ist die fehlende Schweizer Bewilligung das Merkmal, das die Bewertung bestimmt.

Unibet ist eine international bekannte Marke mit einer Bewilligung ausserhalb der Schweiz. Die Bekanntheit des Namens ist dabei kein Schweizer Argument: Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung, und Gewinne aus ausländischen Anbietern werden nach der kantonalen Praxis voll als Einkommen besteuert. Wer den Namen kennt, kennt ihn aus einem anderen Regelkreis.

Alle acht eint, dass sie ausserhalb der Schweizer Bewilligungsordnung stehen. Keine von ihnen wird hier empfohlen, und keine Angabe in diesem Abschnitt darf als Zusage des Anbieters gelesen werden. Wer prüft, ob ein Portal aktuell auf der Sperrliste steht, findet die Liste bei der Gespa.

Was der Vergleich entscheidet

Am Ende bleiben zwei Angebote, die man tatsächlich gegeneinander stellen kann, und beide gehören derselben Bewilligungsordnung an. Wer in Zürich, Bern oder Basel wohnt, kann Sporttip nutzen und nicht Jouez Sport. Wer in Genf, Lausanne oder Sitten wohnt, kann Jouez Sport nutzen und nicht Sporttip. Der Vergleich der Quoten und Limiten ist für die meisten Leser deshalb kein Geschäft, sondern eine Information darüber, wie unterschiedlich ein und dieselbe Wette in zwei Landesteilen ausgestaltet ist.

Für alle anderen neun Marken ist der Vergleich kein Vergleich um Zehntelpromille, sondern um etwas, das auf dem Wettschein nicht steht: den Rechtsweg, das Sperrregister und die Frage, wohin am Ende ausgezahlt wird. Das ist der eigentliche Massstab dieses Abschnitts, und er lässt sich nicht umgehen, indem man sich eine Marke mit schöner Startseite heraussucht.

Häufige Fragen zur 1×2-Wette

Was heisst 1×2 bei Sportwetten?

1×2 bezeichnet den Dreiweg-Markt: «1» steht für den Heimsieg, «X» beziehungsweise «0» für das Unentschieden und «2» für den Auswärtssieg. Es sind genau drei Ausgänge, und einer davon tritt ein. Die Zahl vor dem Zeichen ist nicht die Anzahl der Tore, sondern die Position des Ausgangs im Schema.

Wofür stehen die Zeichen 1, X und 2 auf dem Wettschein?

Sie stehen für die drei möglichen Endresultate des Spiels aus Sicht der Heimmannschaft: Sieg, Unentschieden, Niederlage. Das Unentschieden erscheint je nach Schein als «X» oder als «0», beide Schreibweisen meinen dasselbe. Wer den Ausgang anklickt, setzt auf genau diesen und auf keinen anderen.

Was bedeutet 1×2 im Unterschied zur Doppelten Chance?

Die Doppelte Chance kombiniert zwei der drei Ausgänge und lässt nur einen ausser Acht. Sie gewinnt entsprechend häufiger und zahlt dafür deutlich weniger aus — der eingebaute Anteil des Veranstalters bleibt in beiden Märkten derselbe. Doppelte Chance ist also dieselbe Wette mit anderem Verhältnis zwischen Trefferhäufigkeit und Auszahlung.

Zählt bei einer Dreiweg-Wette die Verlängerung oder nur die reguläre Spielzeit?

Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer, im Fussball etwa 90 Minuten, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder wenn sie Gegenstand der Wette sind. Ein «1» auf ein Cupspiel bezieht sich daher nicht automatisch auf das Resultat nach 120 Minuten.

Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet?

Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationswetten mal der Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Anschliessend wird der Betrag auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und auf 5 Rappen genau abgerundet. Aus CHF 10 Einsatz bei Quote 2.10 werden also rechnerisch CHF 21, die Rundung kann den Betrag leicht verkürzen.

Welche Anbieter dürfen 1×2-Wetten in der Schweiz anbieten?

Nur die beiden kantonal begrenzten Veranstalterinnen: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport, jeweils mit Wohnsitz im eigenen Gebiet. Eine Liste weiterer bewilligter Anbieter gibt es nicht, weil es keine gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Was steht auf der Liste der zugelassenen Wettbewerbe?

Die Gespa führt die zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten als geschlossene Liste. Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe erscheinen nur, wenn sie darin aufgeführt sind. Rangierungswetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Trainingsläufe, Ecken- und Kartenmärkte fehlen, ebenso ein Esport-Abschnitt.

Warum ist eine Quote von 1,90 kein fairer Preis?

Weil in jeder Quote ein Anteil für den Veranstalter steckt. In einem symmetrischen Zweiweg-Markt mit zwei Quoten zu je 1,90 liegt der Auszahlungsanteil bei rund 95 Prozent und die Marge bei rund 5 Prozent. Bei drei Ausgängen fällt der Anteil je nach Haus und Spiel anders aus. Wer nur auf die Quote schaut, sieht den Preis nicht, den er mitzahlt.

Inhalt erstellt vom Team «einzahlungsbonusch.com»