MotoGP-Wetten in der Schweiz im Überblick: zwei Veranstalter, eine Marge
Stand: 29. Oktober 2026; Bewilligungen abgeglichen mit den Angaben der Gespa und den Spielregeln der beiden konzessionierten Veranstalter.

Spielplan und Grundlagen: 22 Läufe, zwei Rennen pro Wochenende
Die Motorrad-Weltmeisterschaft wird seit 1949 von der FIM ausgeschrieben, und in der MotoGP-Klasse fallen zusammen mit Moto2 und Moto3 Weltmeistertitel. Die Saison 2026 ist die 78. Saison der FIM-Motorrad-Strassenweltmeisterschaft. Sie umfasst 22 Läufe, beginnend am 1. März 2026 in Thailand, genauer in Buriram, und endend am 29. November 2026 in Valencia.
Für die Wette zählt aber etwas anderes als der Kalender. Es zählt, wann innerhalb eines Wochenendes die Stimmen abgegeben werden, an die ein Wettschein hängt.

Seit 2023 steht vor jedem Grand Prix ein Sprint. Samstags. Die neun Erstplatzierten dieses Sprints erhalten 12, 9, 7, 6, 5, 4, 3, 2 und 1 Punkt. Das Hauptrennen folgt am Sonntag. Für den Sieger eines Hauptrennens gibt es 25 Punkte, und überhaupt erhalten die 15 bestplatzierten Fahrer eines Rennens Punkte, hinunter bis 1 Punkt für Platz 15.
Damit hat ein Grand-Prix-Wochenende zwei getrennte Anlässe, an denen Meisterschaftspunkte überhaupt existieren. Ein Wettschein auf «Sieger des Rennens» hängt am Sonntag. Ein Wettschein auf einen Fahrer, der um die Weltmeisterschaft fährt, hängt an beiden Tagen und an 22 Wochenenden dazu. Wer einsteigt, weil der Sprint am Samstag schnell entschieden ist, kauft eine Tagesposition. Wer auf den Titel setzt, kauft eine Saison, die neun Monate lang nichts tut, was er noch beeinflussen kann.
Zwei Sprints und ein verlegter Lauf aus derselben Saison sind schon jetzt Teil der Geschichte dieser Meisterschaft. In der Saison 2025, die vom 2. März bis 16. November 2025 mit 22 Grands Prix lief, holte Marc Márquez den Titel mit 545 Punkten, das Ducati Lenovo Team wurde Teamweltmeister und Ducati Konstrukteursweltmeister. Rekordweltmeister bleibt Giacomo Agostini mit 15 Titeln. Für die Saison 2026 selbst steht ein Detail fest, das jeden Spielplan-Leser betrifft: Der Grosse Preis von Katar wurde vom 12. April auf den 8. November 2026 verlegt, wegen des Irankriegs.
Wie ein Spielplan aussieht, wenn er sich ändert, ist damit keine theoretische Frage. Es ist die Frage, an der die zweite Hälfte dieser Seite hängt.
In der Saison 2026 starten 11 Teams mit 22 Fahrern, Brasilien kehrt mit Goiânia in den Kalender zurück, Argentinien entfällt. Wer ein Wochenende verpasst, verpasst rund ein Zweiundzwanzigstel der Saison. Klingt nach wenig, bis man auf ein Langzeitangebot schaut, bei dem die Absage eines einzelnen Laufs über den ganzen Wettschein entscheidet.
Quoten, Gewinn und die Marge, die in jedem Preis steckt
Was ein Wettschein auf einen Rennsieger oder einen Weltmeister zurückzahlt, folgt immer derselben Rechnung. Bei einer Quote von 2.50 wirft ein Einsatz von CHF 20 im Erfolgsfall CHF 50 zurück. Der zurückgezahlte Betrag ist Einsatz mal Quote, der Reingewinn ist Einsatz mal (Quote minus 1) — hier CHF 30. Bei einer Kombiwette aus mehreren Voraussagen multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einem gemeinsamen Preis.
Diese Rechnung erklärt, was der Wettende erhält. Sie sagt nichts darüber, wie oft er es erhält. Das ist der Punkt, an dem die meisten Leser von Quotenseiten die Orientierung verlieren.
Denn in jeder Quote ist bereits eine Marge verrechnet, und die lässt sich sehen, wenn man auf alle Ausgänge desselben Marktes schaut. Die Auszahlungsquote eines Marktes ist 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten. Die Marge des Veranstalters ist 100 Prozent minus dieser Auszahlungsquote.
Nehmen wir einen Markt mit zwei Ausgängen, beide zu 1.90 — ein Rechenbeispiel, kein Angebot. Ein Kehrwert von 1.90 ist rund 0’526, zweimal genommen ergibt 1’053. Die Auszahlungsquote liegt also bei etwa 95 Prozent, und die Marge liegt bei etwa 5 Prozent des Einsatzes.
Man kann dieselbe Quote auch in einen Zwei-Weg-Markt mit höherer Marge schreiben. Bei 1.80 auf beiden Seiten bleibt von jedem Franken rund 90 Rappen in der Auszahlung übrig, bei 1.95 auf beiden Seiten sind es etwa 97 Rappen. Ein anständiger Zwei-Weg-Preis auf einer grossen Rennserie liegt in der Grössenordnung von 4 bis 8 Prozent Marge — diese Bandbreite hängt an der Zahl der Ausgänge und an der Tiefe des Marktes, nicht an einem Versprechen auf der Startseite.
Zwei Dinge folgen daraus, und beide kosten den Wettenden Geld. Erstens: Die Marge ist der Preis für die Absicherung, dass der Wettschein überhaupt bedient wird; sie wird nicht bei Erfolg abgezogen, sondern in jeden einzelnen Preis eingebaut, auch in den, den der Wettende verliert. Zweitens: Mehr Ausgänge bedeuten mehr Marge. Ein Markt auf «Sieger des Rennens» trägt für einen Veranstalter 22 Fahrerpotenziale plus Ausfälle. Ein Zwei-Weg-Markt auf «Fahrer A vor Fahrer B im Ziel» trägt genau zwei. Wer über die Saison dieselbe Meinung in einem einfachen Zwei-Weg-Markt statt in einem Siegermarkt platziert, zahlt weniger für dieselbe Prognose — wenn der Zwei-Weg-Markt überhaupt angeboten wird.
Wann die MotoGP-Wetten überhaupt anstehen
Wettquoten erscheinen nicht aus dem Nichts; sie hängen an Ereignissen, und in der Schweiz ist sogar gesetzlich festgeschrieben, welche Ereignisse überhaupt in Frage kommen. Das ist der Grund, weshalb die folgende Liste nicht vom Anbieter abhängt, sondern vom Gesetzgeber.
Prematch. Vor dem Start eines Laufs, oft schon Tage vorher. Für Rennsieger, Podium und die Platzierungen innerhalb der Punkteränge.
Live. Während des Rennens, sofern der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Bei Sporttip gilt die Live-Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wer keine Übertragung sieht, wettet trotzdem auf denselben Ausgang — nur ohne den Verlauf vor Augen.
Langzeit. Auf den Weltmeistertitel und ähnliche Saisonfragen, sofern sie im Wettprogramm stehen.
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Diese Regel stammt aus dem Fussball und zeigt, was eine Spielzeitdefinition in einer Motorsportserie leisten soll: Sie sagt dem Wettenden, welches Fenster sein Wettschein abdeckt — das Rennen oder das Wochenende.
Ein Konto, das nur an Sonntagen wettet, ist ein anderes Konto als eines, das beide Renntage abdeckt. Das ist keine Neigung, sondern eine Kostenfrage: Zwei Anlässe pro Wochenende verdoppeln die Gelegenheiten und damit auch das Tempo, in dem ein gesetztes Verlustlimit erreicht wird.
Die Rechtslage: zwei Veranstalter, eine Liste, kein Rechtsschutz von aussen
Wer in der Schweiz überhaupt Sportwetten anbieten darf
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019, Art. 3 lit. c und e). Beaufsichtigt wird das Ganze von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, auf Grundlage des Geldspielkonkordats, das seit dem 1. Januar 2021 in Kraft ist. Wer eine Bewilligung will, braucht nach Art. 21 bis 25 BGS eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel, und diese «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS).

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten bei zwei gedeckelt. Es gibt deshalb keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt. Die Gespa publiziert lediglich die Sperrliste blockierter ausländischer Domains.
Rechte und Pflichten der beiden konzessionierten Veranstalter
Die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, der IKV 2020. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Durchgeführt wird Sporttip in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein — zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie zählt nach eigenen Angaben 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Für die Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Wer in der Schweiz wohnt und ein Wettkonto will, hat also keine Auswahl unter zehn Marken. Er hat eine Wahl zwischen zwei, und die hängt daran, in welchem Kanton er wohnt. Der Genfer kommt an Sporttip nicht heran, der Zürcher nicht an Jouez Sport.
Was überhaupt gewettet werden darf
Wetten sind nur dann geschuldet, wenn Ereignis und Wettart in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten stehen (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Diese Liste ist eine geschlossene Aufzählung, und das ist keine Formalie: Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie aufgeführt sind; Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind; Rangierungswetten nur, wenn die Rangierung über den Einzug in einen internationalen Wettkampf oder über das Podium entscheidet; Trainingsläufe sind nie Gegenstand einer Wette. Die Liste enthält keine Corner- und Kartenmärkte und keine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind nach Art. 25 Abs. 2 BGS ausgeschlossen.
Auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen kann in der Schweiz nicht gewettet werden. Nur Sportveranstaltungen. Für die MotoGP heisst das: Ob Rennsieger- oder Weltmeisterwetten überhaupt anstehen, entscheidet nicht das Marketing des Veranstalters, sondern ein Dokument, das die Gespa führt.
Livewetten sind zulässig, prematch und live, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte enthält das BGS nicht. Der Cash-Out dagegen ist gesetzlich nicht geregelt und bleibt ein Merkmal des jeweiligen Veranstalters.
Warum ein ausländisches Angebot in der Schweiz keinen Rechtsschutz bedeutet
Eine ausländische Bewilligung, sei es aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land, ist in der Schweiz rechtlich nicht massgebend (Art. 4 BGS). Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft. Seine Einsätze und Gewinne können aber in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht weder Schutz noch eine Fair-Play-Kontrolle.
Dazu kommt die Zugangssperre. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren (Art. 86 bis 93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — Domain-Hopping. Die Gespa nennt in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 auf der Liste.
Die Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und wird nach Art. 131 BGS mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft. Das ist der Grund, weshalb die ausländischen Marken auf dieser Seite beschrieben und eingeordnet, aber nicht als Empfehlung behandelt werden.
Ehrlich formuliert sieht die Wahl so aus: bewilligt bedeutet vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzvoraussetzung und eine Identitätsprüfung. Ausländisch bedeutet keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsschutz — und Gewinne, die nach kantonaler Praxis steuerbar sind. Keine der beiden Seiten ist per se «die sichere Wahl». Wer ein Konto bei einer ausländischen Marke hält, hält es ohne jeden Anspruch, den er in der Schweiz durchsetzen könnte.
Die Marge im Live-Rennen
Wer eine Wette während eines laufenden Rennens platziert, bezahlt in der Regel mehr als vor dem Start. Die Begründung ist nicht Bosheit, sondern Bewegung: Ein Veranstalter, der einen Preis zwölf Runden lang offen hält, während sich die Verletzungswahrscheinlichkeit, das Wetter und der Reifenverschleiss ändern, sichert sich gegen die eigenen Fehler ab. Die Bandbreite der Marge liegt live höher als prematch, und wie viel höher, hängt am Veranstalter und am Markt — nicht an einer Zahl, die auf der Seite steht.
Zwei Regeln der beiden Schweizer Veranstalter betreffen den Live-Wettenden unmittelbar, und beide sind teurer, als sie klingen. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, werden mit Quote 1.00 gewertet. Und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Das ist für jeden, der über die Schulter eines anderen wettet oder auf einen verzögerten Live-Ticker schaut, der wichtigste Satz dieser Seite. Ein Klick zu spät kostet nicht die Wette, sondern den gesamten möglichen Gewinn: zurück kommt der Einsatz.
Was ein Cash-Out wirklich abgibt
Sporttip bietet Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Wichtiger ist der Preis. Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, er hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.
Übersetzt: Der Cash-Out ist kein Verkauf zum Marktwert, sondern ein Rückkauf zum Preis des Verkäufers. Wer früh aussteigt, verkauft seinen Wettschein an den Veranstalter zurück, und der Veranstalter setzt den Preis. Für einen langlaufenden Weltmeistertitel-Schein, der nach dem ersten von 22 Läufen gut aussieht, ist das die Stelle, an der die Geduld des Wettenden zu Geld des Veranstalters wird.
Wetten mit Quotenboost, Kombiboost und Gratisspielguthaben
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Der Kombiboost gilt ebenfalls nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Was hier passiert, ist einfach zu beschreiben und schwer zu schätzen: Der Boost zahlt prozentual auf den Gewinn, nicht auf den Einsatz, und er zahlt nur auf einen Gewinn. Bei vier Voraussagen von je 1.50 multipliziert sich das zu einem Preis von rund 5.06 zu 1. Ein Einsatz von CHF 10 darauf wirft bei Erfolg etwa CHF 50.60 zurück, davon rund CHF 40.60 Reingewinn, und die 5 Prozent Kombiboost setzen darauf etwa CHF 2 auf. Bis dahin ist die Rechnung harmlos.
Sie wird interessant, wenn man die Mindestquote von 1.50 ernst nimmt. Vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 sind vier Mehrheitsmeinungen, keine Bankdrücker. Die Chance, dass alle vier eintreten, sinkt mit jeder Voraussage — und die 5 Prozent kommen auf einen Nettogewinn, der nur dann existiert, wenn alle vier stimmen. Der Kombiboost ist damit kein Rabatt auf den Preis, sondern eine Prämie für ein Risiko, das der Wettende ohnehin schon doppelt so hoch trägt wie bei einer Einzelwette.
Gratisspielguthaben und Gratiswetten brauchen in der Schweiz die vorherige Zustimmung der Gespa nach Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Die Höhe und die Bedingungen eines Bonus stammen ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Eine Promo- oder Rabattmarke gehört nicht auf diese Seite, und auch die Behauptung, dass es eine gibt.
Und eine unabhängige Kombinationsregel zum Mitnehmen: Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer zwei Voraussagen zum selben Grand Prix kombiniert, ohne die dafür vorgesehene Funktion zu benutzen, spielt mit einer Wette, die am Ende nur den Einsatz zurückgeben kann.
Wie viel Wetten das Konto tatsächlich kostet
Die Marge ist die eine Seite der Kostenrechnung. Die Limiten sind die andere, und die Limiten in der Schweiz unterliegen einer Besonderheit: Sie kommen nicht vom Veranstalter allein, sondern vom Gesetz und von zwei getrennten Entscheiden.
Verlustlimiten
Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite beträgt CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Nach Art. 87 VGS muss der Veranstalter einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen — die Limite wird vom Spielenden gesetzt, nicht vom Staat. Das Gesetz nennt für eine Erhöhung 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Wer das für eine Formalie hält, sollte einmal versuchen, eine Verlustlimite mitten in einer schlechten Woche nach oben zu korrigieren.
Ein Schweizer Besonderheit, die man kennen muss: Es gibt keine gesetzlich festgelegte allgemeine Einzahlungsobergrenze. Die Limite, die zählt, ist die selbst gesetzte.
Spielsperre
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Der grundlegende Mechanismus steht in Art. 80 bis 82 BGS: die Sperre von überschuldeten oder suchtgefährdeten Personen und die Selbstsperre, erfasst in einem gemeinsamen Register gesperrter Personen. Eine freiwillige Sperre lässt sich nach Art. 84 VGS erst nach drei Monaten aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle nach Art. 81 BGS. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss nach Art. 89 VGS angeboten werden. Gesperrte und minderjährige Spielende haben nach Art. 45 BGS keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Wetten sind ab 18 Jahren möglich; unter 18 Jahren ist die Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Der Punkt, an dem die Selbstkontrolle in der Schweiz am schwächsten funktioniert, ist nicht die Software. Es ist der Verkaufspunkt. Testkäufe der Gespa aus dem Jahr 2025 ergaben, dass an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Die Schutzfunktion am Schalter ist damit alles andere als streng, und wer seinem Kind den Wettschein mitgibt, verlässt sich auf ein Kontrollnetz, das nachweislich Löcher hat.
Einsatzlimiten beim Wettschein
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Für einen normalen Haushalt ist die Obergrenze von CHF 1’000 pro Wettschein keine Einschränkung. Für jemanden, der einen Weltmeistertitel über 22 Läufe mit einem grösseren Betrag belegen will, ist sie eine. Der Unterschied zwischen einer Einzelwette und einer Systemwette beträgt hier den Faktor zehn, und wer das nicht weiss, plant einen Wettschein, der am Schalter abgelehnt wird.
Die Schweizer Steuerregel
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Auf Bundesebene liegt dieser Freibetrag ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt: je nach Kanton. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird.
Ein typischer Wettender gewinnt weit unterhalb dieser Schwelle: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis etwa des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Eine Steuer auf den Einsatz kennt die Schweiz nicht; wer eine liest, liest etwas anderes. Für die eigene Situation bleibt nur der Weg zum Steuerberater oder zur kantonalen Steuerverwaltung.
Fehlende Angaben: was ein Wettender selbst nachschlagen muss
Nicht jede Zahl, die eine Entscheidung trägt, steht auf einer Übersichtsseite, und das ist keine Panne, sondern die Natur der Sache. Drei Stellen, an denen der Wettende selbst nachsehen muss, und warum es sich lohnt:
Die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten ist die erste. Sie entscheidet, ob ein Markt, den eine Seite bewirbt, in der Schweiz überhaupt geschuldet wird. Ein Podiumsmarkt, der nicht auf der Liste steht, ist kein Markt.
Das Wettprogramm des Veranstalters ist die zweite. Ob ein bestimmter Grand Prix mit einem Rennsieger-Markt versehen ist, ob eine Langzeitwette auf den Weltmeistertitel offen steht, ob Verlängerungs- und Sonderregeln greifen — das steht in der Sporttip-Spielregel und dem jeweiligen Wettprogramm, nicht in einer allgemeinen Beschreibung.
Die eigenen Bedingungen des Veranstalters sind die dritte: Limiten, Cash-Out-Preise, Boost-Bedingungen, Zahlungswege. Keine Zusammenfassung ersetzt diesen Blick, und wer ihn scheut, bezahlt ihn mit einer Erwartung, die nicht eintritt.
Ein Hinweis zu den Zahlungen: Gewinne und Guthaben werden nach Art. 50 Abs. 2 VGS nur auf ein Zahlungskonto lauten auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwettangebot nicht, und Kredite an Spielende sind nach Art. 75 Abs. 1 BGS untersagt. Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, regelt er in seinen eigenen Bedingungen. Eine Sperre gegen Zahlungen an nicht bewilligte Wettseiten gibt es in der Schweiz nicht; wer das Gegenteil liest, liest eine Behauptung, keine Vorschrift.
Verlustlimite, Einzahlungslimite und Steuerfreibetrag: die drei Beträge, die niemand vergleicht
Drei Zahlen in dieser Geschichte bestimmen, wie teuer ein Missverständnis wird, und sie werden selten zusammen genannt. Eine unter 21-jährige Person setzt bei Sporttip eine Verlustlimite von höchstens CHF 1’000 für den gewählten Zeitraum. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Der steuerfreie Bundesschwellenwert für einen Einzelgewinn liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000. Der Höchsteinsatz auf einer Einzelwette beträgt CHF 1’000.
Dazwischen liegt genau das Feld, in dem ein normaler Wettender lebt: Er kann bis zu CHF 1’000 auf einen Wettschein setzen, er kann im günstigen Fall mehrfach in einem Monat eine Verlustlimite ausschöpfen, und er wird den steuerlichen Schwellenwert nie erreichen.
Das ist die gute Nachricht dieser Seite. Die schlechte ist, dass die Verlustlimite die einzige dieser drei Zahlen ist, die der Wettende selbst in der Hand hat — und die Einschränkung, dass eine vom Gesetz verlangte Erhöhungssperre von 24 Stunden bei den beiden Veranstaltern auf 72 Stunden ausgedehnt wird. Drei Tage Wartezeit sind bei einer Limite die richtige Richtung und bei einem Irrtum über die Zahl der betroffenen Tage trotzdem drei Tage zu lang.
Die zehn Anbieter im Vergleich
Die folgende Übersicht stellt die beiden Schweizer Veranstalter und acht ausländische Marken einander gegenüber, die in der Schweiz ohne Bewilligung arbeiten. Die Spalte zur Bewilligung nennt für die Schweizer Anbieter die Erlaubnis und für die ausländischen Marken «ohne Schweizer Bewilligung». Keine Reihenfolge dieser Liste richtet sich nach versprochenen Gewinnen.
Die Spalte zur Bewilligung ist die einzige, die in allen zehn Zeilen belastbar ist, und sie ist genau die Spalte, die einen Unterschied macht, der sich nicht wegdiskutieren lässt: Sechs der zehn Zeilen sind für einen Schweizer Wohnsitz rechtlich ohne Deckung.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. gemeldete Bewilligung | Auszahlung bei Auflösung |
|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel | zurück an öffentliche Zwecke der Kantone |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel (BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa) | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande | zurück an öffentliche Zwecke der Kantone |
| Bahigo | ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen | kein Schweizer Verfahren, Einzug möglich |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen | kein Schweizer Verfahren, Einzug möglich |
| Playzilla | ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen | kein Schweizer Verfahren, Einzug möglich |
| bet-at-home | ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen | kein Schweizer Verfahren, Einzug möglich |
| BetLabel | ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen | kein Schweizer Verfahren, Einzug möglich |
| WirWetten | ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen | kein Schweizer Verfahren, Einzug möglich |
| N1 Bet | ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen | kein Schweizer Verfahren, Einzug möglich |
| GG.BET | ohne Schweizer Bewilligung | keine anerkannte Bewilligung; Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen | kein Schweizer Verfahren, Einzug möglich |
Die zwei Schweizer Veranstalter und acht ausländische Marken im Einzelnen
Swisslos Sporttip: das einzige Programm mit Schweizer Rechtsschutz und einer geschlossenen Liste
Sporttip ist eines der beiden Produkte, die das interkantonale Recht für Sportwetten überhaupt zulässt. Die Bewilligung ist eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (SR 935.51), beaufsichtigt von der Gespa. Ein Online-Konto steht nur Personen offen, die im Vertragsgebiet wohnhaft sind: in den deutschsprachigen Kantonen, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Der Genfer oder Waadtländer kommt nicht hinein.
Das Programm ist der Punkt, an dem Sporttip unerreichbar ist und es auch bleibt. Nur hier gelten die Regeln der geschlossenen Gespa-Liste mit Schweizer Rechtsschutz: Limiten nach Art. 87 VGS, Spielsperre im schweizerischen Register, Auszahlung nur auf ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers, kein Kredit an Spielende, keine anonyme Auszahlung. Wer in der Schweiz wohnt, kann diese Rechte nirgends sonst einklagen.
Die Kosten dieses Schutzes sind genauso konkret. Der Höchsteinsatz auf einer Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000, auf einer Systemwette bei CHF 10’000, der Mindesteinsatz bei CHF 1. Die Limiten kann Swisslos jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Vor der ersten Teilnahme sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Ein Erhöhungsversuch wartet 72 Stunden.
Die Auszahlung an die öffentliche Hand ist Teil desselben Bildes: Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. gegenüber CHF 118 Mio. im Vorjahr.
Einschätzung. Sporttip ist die einzige Adresse, an der ein Beanstandungsverfahren überhaupt einen Adressaten hat — und dass die Erhöhung einer selbst gesetzten Verlustlimite 72 Stunden dauert, ist die Reibung, die man in Kauf nimmt, wenn man merkt, an welcher Stelle die Reibung hingehört: zwischen den Spielenden und seinen schlechtesten Tag, nicht zwischen ihn und seinen Gewinn.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, andere Kantone, anderer Weg hinein
Jouez Sport ist das zweite Produkt, das das interkantonale Recht für Sportwetten zulässt, mit derselben Art von Bewilligung: Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, beaufsichtigt von der Gespa. Der Zugang beschränkt sich auf Personen mit Wohnsitz in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.
Die Loterie Romande nennt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Das ist ein Vertriebsnetz, wie es eine reine Online-Marke nicht hat, und es ist der Grund, weshalb die Verkaufsstellenkontrolle in der ganzen Schweiz eine gemeinsame Schwachstelle ist: Testkäufe der Gespa aus dem Jahr 2025 ergaben, dass an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde.
Einschätzung. Der praktische Unterschied zwischen den beiden Schweizer Veranstaltern ist die Adresse, und damit die Wahl zwischen zwei Rechtsräumen für dieselbe Sache: Wer im Wallis wohnt, kann bei Jouez Sport ein Konto führen, das dieselben Schutzmechanismen trägt und dieselbe geschlossene Liste kennt — und wer deshalb glaubt, in der Schweiz zehn Buchmacher vergleichen zu können, hat die Zahl der Anbieter mit der Zahl der Alternativen verwechselt.
Bahigo: ausländisch, ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anschluss an das Sperrregister
Bahigo hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Eine Bewilligung, die als solche gemeldet ist, ist in der Schweiz rechtlich nicht relevant (Art. 4 BGS). Der Anbieter ist nicht an das schweizerische Sperrregister angeschlossen, es besteht kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen.
Für einen Wettenden heisst das: Wenn ein Rennen verlegt wird und die Auszahlung streitig ist, gibt es keine Schweizer Instanz, an die er sich wenden kann. Die Verlegung des Grossen Preises von Katar vom 12. April auf den 8. November 2026 zeigt, wie oft das vorkommt. Wer dort ein Konto hält, hat für den Streitfall keinen Adressaten in der Schweiz und trägt selbst das Risiko, dass ein Spielschutzmechanismus nicht greift, weil das Sperrregister hier nicht anschliesst.
myBet: keine Schweizer Bewilligung, kein Sperrregister-Anschluss
myBet hat keine Schweizer Bewilligung, und die gemeldete Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer hier spielt, spielt ohne Schweizer Rechtsschutz und ohne Anschluss an das Sperrregister; die Domain kann blockiert werden.
Der Kostenpunkt bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung ist nicht die Quote. Es ist die Steuerpraxis. Kantonale Praxis kann Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen behandeln, unabhängig von der Höhe — der Kanton Thurgau tut das. Ein Gewinn, der bei einem bewilligten Schweizer Anbieter bis zum Steuerfreibetrag steuerfrei gewesen wäre, ist damit möglicherweise voll zu versteuern. Das steht in keiner Werbung.
Playzilla: ohne Bewilligung, mit dem Domain-Hopping-Risiko
Playzilla hat keine Schweizer Bewilligung; die gemeldete Bewilligung hat hier keine Kraft (Art. 4 BGS). Es besteht kein Anschluss an das Sperrregister und kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — das ist die eine Seite. Die andere ist, dass ein Anbieter, der seinen Auftritt verlegen muss, für den Kunden auch die Kontinuität verlegt.
Ein Konto bei einer Marke, deren Erreichbarkeit von einer Sperrliste abhängt, die von Woche zu Woche wächst (671 Domains Ende 2025), ist ein Konto mit einem zusätzlichen Betriebsrisiko. Ob im Streitfall eine ausländische Aufsichtsbehörde eingreift, hängt an ihrem Mandat und nicht an den Interessen des Wettenden.
bet-at-home: auf der Sperrliste geführt
bet-at-home hat keine Schweizer Bewilligung. Die gemeldete Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS), der Anbieter ist nicht am Sperrregister angeschlossen, und es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz. Die Gespa führt bet-at-home unter den Domains, die bereits blockiert werden.
Das ist der konkreteste Nachteil dieser Liste: Wer bei bet-at-home ein Konto führt, dessen Domain blockiert wird, muss mit einem Zugang rechnen, der in der Schweiz regelmässig umzieht, und mit einem Guthaben, das sich nicht bei einer Schweizer Stelle einklagen lässt.
BetLabel: ohne Schweizer Bewilligung, mit vollem Ausfallrisiko im Streitfall
BetLabel hat keine Schweizer Bewilligung. Es gilt, was für alle ausländischen Marken auf dieser Seite gilt: keine Kraft der ausländischen Bewilligung in der Schweiz (Art. 4 BGS), kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, mögliche Sperrung der Domain.
Wer ein solches Konto mit einem Weltmeistertitel-Schein über 22 Läufe führt, trägt das Risiko über neun Monate. Bei einem Schweizer Veranstalter ist die Frage «Was passiert, wenn der Lauf verlegt wird?» eine Frage an die Spielregeln eines bewilligten Unternehmens. Bei einer ausländischen Marke ist es eine Frage an ein Unternehmen, das in der Schweiz rechtlich nicht greifbar ist.
WirWetten: deutschsprachiger Auftritt, keine Schweizer Bewilligung
WirWetten hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung hat hier keine Kraft (Art. 4 BGS), es besteht kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann auf der Sperrliste landen.
Der deutschsprachige Auftritt ist der Grund, weshalb solche Marken überhaupt in Schweizer Suchergebnissen auftauchen. Verwechslungsgefahr mit einem konzessionierten Angebot ist dabei kein Nebeneffekt, sondern der Mechanismus: Die Bewilligungsangabe ist die einzige belastbare Unterscheidung, und wer sie nicht liest, findet sie auch nicht in der Werbung.
N1 Bet: ohne Bewilligung und ohne Schweizer Schlichtungsweg
N1 Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Es gilt: keine Kraft der ausländischen Bewilligung (Art. 4 BGS), kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, mögliche Blockierung der Domain.
Bei Marken ohne Schweizer Bewilligung ist der Anschluss an das Sperrregister der praktisch wichtigste Unterschied zu den beiden Veranstaltern, und er wird regelmässig unterschätzt. Die Spielsperre ist in der Schweiz ein Instrument, das über die Grenzen des einzelnen Anbieters hinaus wirkt: Eine unbefristete Sperre wird im schweizerischen Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Eine Marke ohne Anschluss kann diesen Schutz nicht bieten.
GG.BET: ohne Schweizer Bewilligung, ausländische Aufsicht statt Schweizer Recht
GG.BET hat keine Schweizer Bewilligung. Eine Bewilligung eines anderen Landes hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS), es besteht kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden.
Einschätzung der ausländischen Gruppe. Acht Marken, ein Befund: Keine von ihnen kann einem in der Schweiz wohnhaften Wettenden das bieten, was die beiden Veranstalter bieten — Rechtsschutz, Sperrregister-Anschluss, eine Auszahlung auf ein Konto lauten auf den eigenen Namen und die Klarheit der kantonalen Steuerregel für bewilligte Grossspiele. Die Kosten dieser Alternative sind nicht überall dieselben, aber sie sind in jedem Fall höher als der Unterschied zwischen zwei Quoten.
Was die Rechnung ergibt: der Preis für einen neutralen Markt
Zu einem Zeitpunkt, an dem ein Zwei-Weg-Markt auf beiden Seiten 1.90 bietet, liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 Prozent und die Marge bei rund 5 Prozent des Einsatzes. Das ist keine Messung eines konkreten Rennens und kein Angebot eines konkreten Anbieters, sondern ein Rechenbeispiel, das zeigt, was in einem runden Preis steckt.
Über eine Saison mit 22 Läufen und zwei Renntagen pro Wochenende sind das 44 Anlässe, an denen eine Wette überhaupt platziert werden kann. Wer pro Anlass CHF 20 in einem Zwei-Weg-Markt riskiert, wendet im Jahr CHF 880 auf. Bei einer Marge von 5 Prozent ist der durchschnittlich abgeführte Betrag über 44 solcher Wetten rund CHF 44 — ein statistischer Schätzwert unter der Annahme, dass jede Wette zu diesem Beispielspreis platziert wird, kein garantiertes Ergebnis für eine einzelne Woche.
Die Bandbreite entscheidet hier mehr als der Punktwert der Rechnung. Bei 4 Prozent Marge bleiben von CHF 880 rund CHF 35 in der Auszahlung hängen, bei 8 Prozent rund CHF 70. Ein florierender Markt auf einer grossen Serie mit zwei Ausgängen liegt am unteren Rand dieser Spanne, ein Markt mit 22 Fahrerpotenzialen am oberen.
Interessanter wird die Rechnung, wenn man die Wahl des Marktes als Teil des Preises liest. Zwei Prognosen zum gleichen Rennen in zwei getrennten Einzelwetten kosten die Marge zweimal. Dieselben zwei Prognosen in einer Kombiwette kosten sie einmal, dafür multipliziert sich die Unsicherheit. Bei zwei Voraussagen von je 1.90 liegt der kombinierte Preis bei 3.61; das ist eine Belohnung für das zusätzliche Risiko und kein Rabatt. Die Marge des zweistufigen Wettscheins verschwindet nicht, sie verdoppelt nur die Zahl der Ereignisse, an denen sie anfällt.
Die Zahlen sagen nichts über die Chance, ein Rennen richtig zu tippen. Sie sagen, was jede einzelne Wette kostet, unabhängig davon, ob sie gewinnt. Am Ende bezahlt der Wettende die Marge immer — beim Sieg aus der Auszahlung und bei der Niederlage aus dem Einsatz.
Häufige Fragen zu MotoGP-Wetten in der Schweiz
Darf in der Schweiz überhaupt auf MotoGP-Rennen und den Weltmeistertitel gewettet werden?
Nur wenn Ereignis und Wettart in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten stehen (Version 10.09.2026). Sportwetten sind ein Grossspiel und ausschliesslich Swisslos und der Loterie Romande vorbehalten. Ob Rennsieger- oder Weltmeisterwetten offenstehen, entscheidet also die Liste und das jeweilige Wettprogramm, nicht das Marketing.
Wie berechnet sich der Gewinn einer Sieger- oder Weltmeisterwette aus Einsatz und Quote?
Der zurückgezahlte Betrag ist Einsatz mal Quote, der Reingewinn Einsatz mal Quote minus 1. Bei einer Quote von 2.50 und einem Einsatz von CHF 20 gibt es CHF 50 zurück, davon CHF 30 Reingewinn. Bei Kombiwetten multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einem gemeinsamen Preis.
Was bedeutet der Sprint am Samstag für eine Wette?
Seit 2023 steht vor jedem Grand Prix ein Sprint am Samstag, dessen neun Erstplatzierte 12 bis 1 Punkt erhalten; das Hauptrennen folgt am Sonntag und vergibt 25 Punkte für den Sieg. Ein Grand-Prix-Wochenende trägt damit zwei Anlässe mit eigenem Ausgang. Zwei Renntage pro Wochenende verdoppeln die Gelegenheiten zum Wetten und beschleunigen, wie schnell eine Verlustlimite erreicht ist.
Wie gehen Wetten mit der Verlegung oder Absage eines Rennens um?
Der Umgang mit Verlegungen steht in den Spielregeln des jeweiligen Veranstalters. Die Saison 2026 kennt den Fall bereits: Der Grosse Preis von Katar wurde wegen des Irankriegs vom 12. April auf den 8. November 2026 verlegt. Bei Swisslos umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist.
Wie funktionieren Verlustlimiten und die Spielsperre bei den zugelassenen Anbietern?
Vor der ersten Teilnahme an Sporttip sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen (Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Bei Swisslos lässt sich der Zugang für 1 bis 180 Tage sperren; eine unbefristete Sperre kommt ins schweizweite Register.
Ab welcher Gewinnhöhe fällt Verrechnungssteuer an, und was heisst der Steuerfreibetrag je nach Kanton?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Auf Bundesebene liegt er ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000; oberhalb davon behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein. Der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb gilt: je nach Kanton. Für die eigene Situation ist die kantonale Steuerverwaltung zuständig.
Die MotoGP-Wette: Kosten, Rechtsschutz und Eigenverantwortung
Die ehrliche Zusammenfassung dieser Seite hat drei Sätze. Erstens: Die Wahl ist kleiner, als die Zahl der Suchtreffer vermuten lässt — zwei Veranstalter mit Wohnsitzvoraussetzung und acht ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung. Zweitens: Der Preis einer Wette steckt nicht in der Quote allein, sondern in der Marge, die in jedem Markt mit mehr Ausgängen grösser wird und in einem Live-Markt regelmässig über dem Prematch-Wert liegt. Drittens: Die einzigen Schweizer Zahlen, die der Wettende selbst steuert, sind seine Verlustlimite und die Zahl der Wettscheine, die er pro Grand Prix abschickt.
Wer heute einsteigt und einen Weltmeistertitel über die Saison halten will, sollte sich vorher die Frage stellen, ob er 22 Läufe lang dieselbe Meinung aushält. Wer nur ein Wochenende mitnehmen will, sollte wissen, dass ein Klick zu spät im Live-Rennen mit Quote 1.00 gewertet wird. Und wer ein Konto bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung hält, sollte sich nicht darauf verlassen, dass die Domain morgen noch dieselbe ist.
Die Marge zahlt man ohnehin. Die Frage ist nur, ob man für sie wenigstens den Rechtsschutz bekommt, der in diesem Land dafür vorgesehen ist.
Sportarten – einzahlungsbonusch.com
Inhalt erstellt vom Team «einzahlungsbonusch.com»
