Cricket-Wetten in der Schweiz: zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste, ein Preis
Wer zum ersten Mal ein Cricket-Ergebnis auf einem Wettschein sieht, hält 241:241 für einen Fehler. Es ist keiner. Ein Spiel kann nach allen Innings unentschieden enden, als Tie gewertet werden, und die Buchmacher haben dafür einen eigenen Markt. Genau hier beginnt das Problem, um das es auf dieser Seite geht: Cricket ist eine Sportart, deren Regeln den Ausgang bestimmen, und jeder dieser Regeln hängt ein Preis an, den jemand bezahlt.

In der Schweiz gibt es dafür zwei Adressen. Mehr nicht. Swisslos betreibt Sporttip, die Loterie Romande betreibt Jouez Sport, und beide brauchen für ihre Sportwetten eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, dazu die Aufsicht der Gespa. Was sie anbieten dürfen, steht nicht in ihrem Marketing, sondern in einer Liste. Und was diese Liste nicht kennt, existiert für einen Schweizer Wettschein nicht, egal wie viele Cricket-Turniere gerade laufen.
Datenstand: 29. Oktober 2026. Die Angaben zu Bewilligungen und Limiten wurden gegen die Veröffentlichungen der Gespa sowie die Teilnahmebedingungen und Spielregeln der beiden konzessionierten Veranstalter geprüft.
Was hier nicht steht, ist ein Tipp. Niemand weiss, wie ein Over ausgeht, und wer auf dieser Seite nach einem sicheren Spiel sucht, sucht am falschen Ort. Was hier steht, ist der Rahmen: welche Formate es gibt, was Regen mit einer Wette macht, was eine Quote wirklich enthält und was ein Bonus verlangt, bevor er einer ist.
Cricket verstehen, bevor der Wettschein entsteht
Ein Cricketspiel braucht Geduld, und Wetten darauf brauchen dieselbe. Zwei Mannschaften mit je elf Spielern stehen sich gegenüber; gespielt wird in Innings, und ein Spiel hat zwei oder vier davon. Ein Over besteht aus sechs regulären Bällen. Das ist die kleinste Einheit, an der sich auf einem Wettschein etwas festmachen lässt, und wer die nicht im Kopf hat, kann eine Live-Quote nicht lesen.

Aus diesen Bausteinen entstehen drei Formate mit völlig verschiedenen Zeitbudgets. Ein Test-Match läuft bis zu fünf Tage, mit täglich drei Sessions von etwa zwei Stunden. Ein One-Day International umfasst in der Regel 50 Overs pro Innings. Ein Twenty20 bringt es auf 20 Overs pro Innings und höchstens 75 Minuten je Innings. Das ist der ganze Unterschied zwischen einer Wette, die nach drei Stunden entschieden ist, und einer, die eine Arbeitswoche lang offen bleibt.
Was ein Resultat im Cricket überhaupt ist
Zwei Sonderfälle machen Cricket für Neue unlesbar, und beide haben Konsequenzen für den Wettschein. Ein Tie entsteht, wenn alle Innings beendet sind und der Punktestand gleich ist; das gilt als sehr selten. Ein Draw ist dagegen in der Regel ein Spiel, bei dem die Zeit vor Ende aller Innings abläuft. Ein Tie ist ein Ergebnis. Ein Draw ist die Abwesenheit eines Ergebnisses. Auf einem Zettel mit den Optionen Sieg, Sieg und Unentschieden liegen diese beiden Fälle nicht dort, wo ein Fussballauge sie vermutet.

Genau deshalb lohnt es sich, vor dem ersten Einsatz zu prüfen, wie der Veranstalter einen Draw behandelt. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Dasselbe Prinzip entscheidet im Cricket darüber, ob ein abgebrochenes Spiel überhaupt gewertet wird.
Das Finale des Cricket World Cup 2019 zeigt, wohin das führt. Nach 50 Overs stand es 241:241, im Super Over 15:15, und England gewann anhand der Zahl der Boundaries. Drei verschiedene Ebenen, drei verschiedene Ausgänge. Wer auf dieses Spiel gesetzt hatte, brauchte alle drei, um zu wissen, ob seine Wette gewonnen hat.
Regen, Duckworth-Lewis-Stern und die Wette, die es nicht mehr gibt
Wetterunterbrechungen sind im Cricket keine Ausnahme, sondern ein eingeplanter Bestandteil des Regelwerks. Die Duckworth-Lewis-Stern-Methode berechnet das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft in unterbrochenen Limited-Overs-Spielen. Sie wurde 1997 eingeführt, 1999 vom International Cricket Council offiziell übernommen und trägt seit November 2014 nach Steven Stern ihren heutigen Namen.
Für den Wettschein zählt weniger die Formel als zwei Schwellen. In 50-Over-Spielen muss jedes Team mindestens 20 Overs spielen, im Twenty20 mindestens fünf, sonst wird das Spiel als «No Result» gewertet. Ausnahmen gelten, wenn ein Team all out ist oder das Ziel früher erreicht. Ein No Result ist der teure Fall: die Wette wird in der Regel storniert, der Einsatz kommt zurück, und der Nachmittag war umsonst. Nicht verloren, aber auch nicht gewonnen, und eine Live-Wette, die auf einen Verlauf gesetzt war, ist mit der Unterbrechung schlicht verschwunden.
Warum eine Quote nie nur eine Meinung ist
Eine Quote ist ein Preis, und in jedem Preis steckt die Marge des Veranstalters. Rechnen lässt sich das an jedem Markt, an dem alle Ausgänge quotiert sind. Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit 1.90 auf beiden Seiten, ausdrücklich als Rechenbeispiel und nicht als irgendwo abgelesene Quote: 1 ÷ 1.90 ergibt für jeden der beiden Ausgänge 0,5263, zusammen 1,0526. Die Auszahlungsquote liegt damit bei rund 94,7 Prozent, die Marge also bei etwa 5,3 Prozent. Bei Quoten von 2.00/2.00 wären es 100 Prozent Auszahlung und null Marge, und kein Veranstalter arbeitet dort.
Die Zahl ist keine Naturkonstante. Je nach Sportart, Markt und Anbieter liegt sie in einem Band von ungefähr zwei bis sieben Prozent, und wo darin ein konkreter Markt landet, weiss nur, wer ihn auf dem eigenen Bildschirm nachrechnet. Bei einem Drei-Weg-Markt addieren sich drei Kehrwerte, bei einem Markt mit vielen Ausgängen entsprechend mehr. Was hier zählt: die Marge ist der Preis dafür, dass es überhaupt einen Markt gibt, und sie ist derselbe Abzug, ob die Wette gewinnt oder verliert. Wer Cricket-Wetten als Geschicklichkeitsspiel begreift, spielt gegen einen Hausvorteil, der vor dem ersten Ball schon eingepreist ist.
Spielplan und Turniere: was überhaupt auf dem Zettel steht
Cricket ist in der Schweiz ein Nischensport, und der Spielplan ist entsprechend unübersichtlich. Die Bandbreite reicht von Test-Matches über fünf Tage zu nationalen Kurzformat-Ligen, und dazwischen liegen die Turniere, an denen sich Turnierwetten festmachen. Der Cricket World Cup der Männer findet alle vier Jahre statt und wird mit 50 Overs pro Innings gespielt, seit 1987; zuvor waren es 60. Die erste Austragung war 1975 in England, Rekordsieger ist Australien mit sechs Titeln.
Die jüngste Ausgabe zeigt, wie sich ein Turnier über Wochen zieht: den Cricket World Cup 2023 gewann Australien, Gastgeber war Indien. Die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert. Der Cricket World Cup 2027 ist damit ein Langfristmarkt mit mehreren Jahren Vorlauf, und wer dort Geld bindet, bindet es über eine lange Zeit ohne Zwischenauskunft.
Für den Alltag relevanter sind die Ligen. Die Indian Premier League ist ein Beispiel für eine nationale Twenty20-Liga mit internationalen Spielern, und ihr Format ist der Grund, warum sie sich für Live-Wetten anbietet: 20 Overs pro Innings, höchstens 75 Minuten je Innings, ein Abend, ein Ergebnis. Wer Cricket nur gelegentlich verfolgt, findet dort die überschaubarsten Märkte.
Auch wenn das Angebot mager wirkt: es ist in der Schweiz kein Zufall und keine Nachlässigkeit der Veranstalter.
Die Bewilligung entscheidet, nicht die Website
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und unterstehen der Aufsicht der Gespa in Bern. Nicht die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt.
Diese zwei sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Vertragsgebiet. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne.
Wer ausserhalb seines Vertragsgebiets wohnt, bekommt dort kein Online-Konto. Für die Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Die geschlossene Liste der erlaubten Sportarten und Märkte
Was gewettet werden darf, ist keine Frage des Geschmacks der Veranstalter. Es ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, in der Fassung vom 10.09.2026. Auf ihr stehen nur Sportereignisse; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettkampf oder das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden, Corner- und Kartenmärkte kennt die Liste nicht, und einen Esport-Abschnitt hat sie ebenfalls nicht.
Für Cricket heisst das: die Sportart ist auf einem Schweizer Wettschein nur dann vorhanden, wenn sie auf dieser Liste steht und der konkrete Wettbewerb und die konkrete Wettart dort aufgeführt sind. Nicht das Turnier in einem Sportportal entscheidet, sondern die Liste. Wer im Programm eines Veranstalters einen Cricket-Markt sucht, sollte zuerst dort nachsehen, ob die Liste ihn deckt, und erst dann über einen Einsatz nachdenken. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ohnehin gesperrt.
Live-Wetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte gibt es nicht. Der Cash-Out dagegen ist nicht reguliert; er ist eine Funktion des jeweiligen Veranstalters und nichts, worauf ein Anspruch bestünde.
Was eine ausländische Seite in der Schweiz nicht hat
Ausländische Anbieter treten hier mit einer Bewilligung auf, die in der Schweiz keine Kraft hat. Ob Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land: die Bewilligung gilt hier nicht. Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar, bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spielende wird nicht bestraft. Das ist die gute Nachricht und gleichzeitig die schlechteste.
Denn die andere Seite derselben Regel ist der Grund, warum hier keine Empfehlung steht. Ein ausländischer Anbieter ist nicht an das schweizweite Sperrregister angeschlossen, es gibt keine Schweizer Aufsicht und keinen Schweizer Rechtsweg. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren; die erste Liste datiert vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt, ein Vorgang, den die Aufsicht selbst als Domain-Hopping bezeichnet. Wirklich verschwunden ist damit niemand. Nur schwerer zu finden, und das ist ein Unterschied, der beim ersten Zugriff nichts kostet und bei einem Konflikt alles.
Ehrlicher formuliert: bewilligt heisst voller Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, Wohnsitzpflicht und Identitätsprüfung. Ausländisch heisst keine Schweizer Bewilligung, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg und je nach Kanton steuerbare Gewinne. Keines von beidem ist von sich aus die sichere Wahl.
Wohin der Gewinn fliesst, und was er den Kanton kostet
Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die damit Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und die Sporthilfe unterstützt. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Der Reingewinn geht also an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen. Ein Wettschein auf Cricket ist in dieser Rechnung ein kleiner Posten mit einer langen Adresse, und wer ihn ausfüllt, sollte wissen, wohin der Abzug neben der Marge noch fliesst.
Steuern: der Freibetrag, der fast niemanden trifft
Gewinne aus Swisslos zulässigen Grossspielen, zu denen die ESTV ausdrücklich auch Sportwetten zählt, sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt hier «je nach Kanton» und keine einzelne kantonale Zahl.
Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender gewinnt weit unter dieser Grenze und zahlt auf den Gewinn keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer. Eine Wette muss durch die Marge hindurch erst einmal in diese Grössenordnung kommen.
Bei ausländischen Anbietern sieht es anders aus: Deren Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis etwa des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Der fehlende Schweizer Abzug ist also kein Geschenk, sondern eine Verlagerung in die Steuererklärung. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Das ist der Punkt, an dem ein ausländisches Angebot teurer wird als es aussieht: der Wettschein bleibt klein, die Steuererklärung wächst.
Diese Zeilen sind allgemeine Information und keine Steuerberatung. Wer grössere Beträge gewinnt, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Limiten, Pausen und die Spielsperre bei langen Partien
Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage, mit täglich drei Sessions von etwa zwei Stunden. Das ist der strukturelle Unterschied zu einem Fussballabend, und er ist der Grund, warum dieses Kapitel in einem Cricket-Ratgeber nicht angehängt, sondern zentral ist. Wer fünf Tage lang live auf einen Verlauf setzt, trifft Entscheidungen in einem Zustand, den kein Fussballspiel erzeugt: langsam, wiederholt und ohne klaren Endpunkt.
Die Schweiz setzt keine staatlich fixierte Einzahlungsgrenze. Die Limiten setzt der Spielende selbst. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Die 72 Stunden sind der eigentliche Mechanismus. Sie sind keine Schikane, sondern der Abstand zwischen einem Impuls und seiner Ausführung. Wer nach einer verlorenen Session die Limite hochsetzen will, kann das tun. Er kann es nur nicht sofort, und im Cricket heisst das: nicht mehr während dieses Tests.
Die Spielsperre und das Register
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten wieder aufgehoben werden, unter Beteiligung einer Fachstelle. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.
Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Das ist die härtere Kante des Registers: es schützt nicht nur, es entzieht jeden Anspruch. Wer sich sperrt, sollte wissen, dass er damit nicht pausiert, sondern aussteigt. Und wer glaubt, das lasse sich am Telefon schnell rückgängig machen, irrt.
Ein zweiter Punkt verdient Nüchternheit. Die Gespa führte 2025 Testkäufe durch; an Verkaufsstellen wurde in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Kontrollapparat am Schalter ist also kein Grund, sich auf ihn zu verlassen. Wer für Haushaltsmitglieder mitspielt oder Zugangsdaten weitergibt, umgeht genau die Schranke, die hier greift.
Wo das Geld liegen darf und wo nicht
Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht. Kredite an Spielende sind untersagt. Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist dessen eigene Sache und steht in seinen Bedingungen.
Ein Punkt, der oft falsch erzählt wird: die Schweiz hat kein Instrument, mit dem Banken oder Kartenherausgeber Zahlungen an unbewilligte Wettseiten sperren. Wer das behauptet, verkauft Sicherheit, die es nicht gibt. Was existiert, ist die Sperrliste der Domains auf Ebene der Telekom-Anbieter, und auch die arbeitet mit Verzögerung.
Der Vergleich: zehn Anbieter, zwei Bewilligungen
Ein Vergleich über Cricket-Wetten in der Schweiz beginnt mit einer unbequemen Zahl. Zwei der zehn hier beschriebenen Anbieter dürfen überhaupt Sportwetten anbieten. Acht nicht. Das ist kein Ranking-Ergebnis, sondern die Folge davon, dass die Kantone die Zahl der Veranstalter auf zwei begrenzt haben und ausländische Bewilligungen hier keine Kraft haben.
Deshalb steht die Bewilligungsfrage in der folgenden Übersicht vorn und nicht in einer Fussnote.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter oder gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| Betscore | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, in der Schweiz ohne Kraft |
| 22Bet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, in der Schweiz ohne Kraft |
| bet-at-home | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, in der Schweiz ohne Kraft |
| Betify | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, in der Schweiz ohne Kraft |
| ZotaBet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, in der Schweiz ohne Kraft |
| BetAlright | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, in der Schweiz ohne Kraft |
| N1 Bet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, in der Schweiz ohne Kraft |
| BetFury | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, in der Schweiz ohne Kraft |
Was diese Tabelle nicht kann: Cricket-Märkte vergleichen. Kein Anbieter der Liste trägt eine Angabe zu seinem Cricket-Programm, und eine Spalte aus Gedankenstrichen wäre keine Auskunft, sondern eine Behauptungslücke mit Rahmen. Wer Cricket-Märkte vergleichen will, öffnet das Wettprogramm selbst, prüft dort, ob die Gespa-Liste den Wettbewerb deckt, und liest die Wettregeln zur Wertung bei Unterbrechungen.
Auch der Vergleich der Konditionen endet schnell. Einsatzlimiten, Quoten und Auszahlungsmodalitäten stehen in den Regeln jedes Veranstalters, und sie gehören zu diesem Veranstalter allein. Ein Mindesteinsatz, der bei einem Anbieter gilt, gilt nicht automatisch beim nächsten; eine Limite, die während eines Bonusabbaus greift, ist keine allgemeine Limite. Wer zwei Anbieter vergleicht, vergleicht deshalb zwei Vertragswerke und nicht zwei Werbeseiten.
Wichtiger als jede Einzelheit ist ohnehin die Frage, ob der Vergleich überhaupt etwas über den Ausgang sagt.
Die Anbieter im Einzelnen
Die Reihenfolge folgt der Bewilligung: zuerst die beiden Veranstalter, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen, dann die ausländischen Marken, die viele Spielende hier trotzdem antreffen. Beschrieben, nicht beworben. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und nach Art. 131 BGS mit einer Busse bis CHF 500’000 bedroht; eine Empfehlung wäre hier kein Stilbruch, sondern ein Rechtsbruch.
Swisslos Sporttip: der Platzhalter für die Ostschweiz und das Tessin
Swisslos ist eine der beiden Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht für Sportwetten zulässt. Sitz Basel, Bewilligung als Grossspiel, Aufsicht durch die Gespa. Ein Online-Konto bekommt nur, wer im Vertragsgebiet wohnt: in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer in Genf oder Waadt wohnt, kommt hier nicht durch die Registrierung, und das ist keine Härte des Supports, sondern die Bedingung der Bewilligung.
Die Einsatzspanne ist eng. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000; für eine Systemwette liegt die Grenze bei CHF 10’000. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen, und Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Für jemanden, der in Cricket kleine Positionen über ein langes Turnier streut, ist das ein handhabbarer Rahmen. Für jemanden, der eine Überzeugung in eine einzelne Wette packen will, ist er eine Wand: TF 1’000 ist im Sportwetten keine grosse Wette, und wer mehr will, findet sie hier nicht.
Beim Cash-Out lohnt die genaue Lektüre, weil die meisten Erwartungen daran falsch sind. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, er hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; ein Anspruch auf Cash-Out für alle Wetten besteht nicht. Angeboten wird er für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Wer ein Test-Match über fünf Tage begleitet, wird den Knopf also dann drücken wollen, wenn er am wenigsten wert ist.
Interessanter sind die Regeln, die still bleiben. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Im Cricket ist das bei einem Regenunterbruch oder einem letzten Ball die unangenehmste Regel auf dem Zettel: der Einsatz zurück, der Markt weg, und das nicht, weil man falsch lag, sondern weil man zu spät war. Auch die Bet-Builder-Funktion hat eine Kante: voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über sie kombiniert, und nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Als Sporttip-Wettender ist man ausserdem Teil einer Rechnung, die im Gemeinwesen landet. Für 2025 verteilte Swisslos CHF 562 Mio. Reingewinn, davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz; CHF 109 Mio. stammten aus Sportwetten, nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Das ist der eine Anbieter der Liste, bei dem ein Teil des Abzugs nicht in einer Holding verschwindet.
Was bleibt nach all dem? Sporttip ist ein sauber geschnürtes Produkt mit einem echten Bewilligungsrahmen, einer Identitätsprüfung, die nicht zu umgehen ist, und Regeln, die im Streitfall auf Schweizer Boden durchgesetzt werden können. Eng wird es dort, wo der Markt schmal ist und die Limite tief: die Kombination aus CHF 1’000 Höchsteinsatz und einer Liste, die Cricket nur führt, wenn Cricket auf ihr steht, beschreibt ein Angebot mit klaren Rändern. Wer zuverlässige Auszahlung, geprüfte Identität und einen gemeinnützigen Empfänger des Reingewinns höher gewichtet als Breite und Höhe des Programms, hat hier alles, was er braucht, und wer das Gegenteil sucht, findet genau diese Ränder.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, andere Adresse
Die Loterie Romande ist die zweite Veranstalterin, die das interkantonale Recht zulässt, unter denselben Bedingungen: Bewilligung als Grossspiel, Aufsicht durch die Gespa. Ihr Produkt heisst Jouez Sport. Die Bewilligung trägt für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, und ausserhalb dieser Kantone wohnt man zu weit weg für ein Konto. Die Loterie Romande nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Die örtliche Reichweite ist der eigentliche Unterschied zu Swisslos, und sie ist der Grund, warum die beiden nicht gegeneinander, sondern nebeneinander stehen. Jede der beiden hat eine Landeshälfte, und keine kann die andere ersetzen. Wer in Freiburg wohnt, hat Jouez Sport und kein Sporttip-Konto; wer in Zürich wohnt, umgekehrt. Die Wahl besteht also nur für die, die ohnehin keine Wahl haben.
Der Vergleich mit dem Boulevard hilft an dieser Stelle nicht: Das Französisch der einen und das Deutsche der anderen sind Schall und Rauch.
Für einen Cricket-Wettenden bedeutet das eine harte Vorbedingung. Ob eine konkrete Cricket-Wette auf dem Zettel steht, entscheidet die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, und nicht das Format oder die Nachbarschaft. Wem ein Cricket-Turnier wichtig ist, prüft das Programm vor dem Einsatz, bei jedem Anbieter der Schweiz auf dieselbe Weise.
Diese Prüfung ist der ganze Nutzen dieses Kapitels. Das Haus nebenan kann man sehen, die Bewilligung anderer nicht.
Betscore: ohne Schweizer Bewilligung, und was das konkret kostet
Betscore ist eine der ausländischen Marken, die hier ohne Schweizer Bewilligung auftreten. Eine Schweizer Veranstalter- oder Spielbewilligung hat das Haus nicht, und eine im Ausland gemeldete Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Ein Konto dort ist mit dem schweizweiten Sperrregister nicht verbunden, es gibt keine Schweizer Aufsicht, keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen und per DNS blockiert werden.
Wer trotzdem dort spielt, zahlt mit drei Dingen: mit dem Rechtsweg, mit dem Schutzmechanismus der Spielsperre und, je nach Kanton, mit der Steuer. Ein Gewinn aus einem ausländischen Grossspiel wird in einzelnen Kantonen wie Einkommen behandelt, während er bei bewilligten Anbietern bis zur Schwelle steuerfrei bleibt.
Das ist keine Abwertung des Produkts, das hier gar nicht beschrieben werden kann: zu Cricket-Märkten, Limiten und Quoten trägt die Marke in dieser Übersicht nichts bei. Beurteilen lässt sich nur ihre Stellung im Schweizer Rahmen, und die ist die einer Seite ohne Bewilligung, deren Domains jederzeit unerreichbar werden können. Wer ein Konto dort führt, sollte sich nicht wundern, wenn er eines Tages vor einer leeren Adresse steht.
22Bet: gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz
22Bet tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Eine ausländische Bewilligung, welcher Provenienz auch immer, hat in der Schweiz keine Kraft; das ist der Kern der Regelung, und er unterscheidet sich nicht von Marke zu Marke. Kein Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rechtsweg, und eine Domain, die auf der Sperrliste landen kann.
Was ein Wettender dort tatsächlich findet, ist eine Frage des lokalen Programms und nicht dieser Übersicht. Zu Cricket, Limiten und Auszahlung ist hier nichts belegt, und eine Zahl zu erfinden, nur um eine Zeile zu füllen, wäre der schlechteste Dienst an einem Leser, der genau deshalb nachliest.
Die praktische Konsequenz ist die ausländische Standardlage: mehr Programme, mehr Formate, mehr Märkte, dafür ein Konto, das in einem Konflikt durch niemanden in Bern verteidigt wird. Wer Cricket dort spielt, spielt auf eigenes Risiko, und das ist keine Floskel, sondern eine Zuständigkeitsbeschreibung.
bet-at-home: eine bekannte Domain, kein Schweizer Status
bet-at-home gehört zu den ausländischen Marken, die bei Schweizer Spielenden seit Jahren bekannt sind, und älter wird eine Bewilligung davon nicht. Eine Schweizer Veranstalter- oder Spielbewilligung trägt die Marke nicht; eine im Ausland gemeldete Bewilligung ist in der Schweiz ohne Kraft. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und eine Domain, die blockiert werden kann. Die Aufsicht nennt Domain-Hopping als Praxis, bei der blockierte Adressen innerhalb von Stunden ersetzt werden.
Bekanntheit ist in diesem Punkt kein Kriterium. Bekannt ist eine Marke auch dann, wenn ihre Domain gerade nicht erreichbar ist.
Mehr zu Cricket-Märkten und Limiten trägt diese Übersicht nicht bei, und sie schweigt dazu lieber, als etwas anzudeuten, das sie nicht decken kann. Wer die Konditionen prüfen will, liest die Bedingungen des Anbieters selbst, nicht eine Übersichtsseite.
Betify: neue Marke, dieselbe Stellung im Recht
Betify ist neu auf dem Radar und nicht neu im Recht. Ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anschluss an das Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsweg, mit einer Domain, die auf der Sperrliste auftauchen kann. Eine im Ausland gemeldete Bewilligung ändert daran nichts.
Neue Marken haben häufig die breiteren Willkommensangebote und die knapperen Bedingungen. Beides gehört zusammen, und wer ein Angebot prüft, liest zuerst, was es verlangt.
Zu Cricket-Märkten oder Auszahlungswegen nennt diese Übersicht für Betify keine Angaben. Beurteilen lässt sich die Stellung im Schweizer Rahmen, und die ist dieselbe wie bei den übrigen ausländischen Marken: kein Schutz, keine Aufsicht, keine Sperrregisterbindung.
ZotaBet: ohne Aufsicht heisst ohne Rückgriff
ZotaBet tritt in der Schweiz ohne Bewilligung auf, und das ist der einzige belastbare Punkt dieser Zeilen. Wer dort ein Konto führt, kann sich nicht an die Gespa wenden, nicht auf das Sperrregister zählen und nicht damit rechnen, dass eine Streitigkeit vor einem Schweizer Gericht landet.
Streitigkeiten entstehen im Sportwetten weniger über den Ausgang eines Spiels als über Regeln: Wertung bei Unterbrechung, Annullierung, Cash-Out, Auszahlungsdauer. In diesen Fällen ist der Unterschied zwischen einem bewilligten und einem unbewilligten Anbieter nicht akademisch, sondern der Unterschied zwischen einem Verfahren und keiner Adresse dafür.
Konkretes zu Cricket-Märkten, Limiten und Auszahlungsfristen trägt ZotaBet hier nicht bei. Was bleibt, ist die Zuständigkeitsfrage, und die fällt bei dieser Marke gleich aus wie bei jeder anderen ohne Schweizer Bewilligung.
BetAlright: ein Allrounder ohne Schweizer Status
BetAlright tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Kein Anschluss an das schweizweite Sperrregister, keine Aufsicht durch die Gespa, kein Schweizer Rechtsweg, und eine Domain, die blockiert werden kann. Eine im Ausland gemeldete Bewilligung wirkt in der Schweiz nicht.
Allrounder sind im Cricket häufig dort stark, wo Turniere laufen, und dort dünn, wo ein Markt gerade uninteressant ist. Ob das auf diese Marke zutrifft, ist hier nicht belegt, und darum steht es auch nicht da.
Für einen Schweizer Wettenden bleibt es bei der Aufteilung: ein breites Programm ohne Schutz in einem Konflikt gegen ein schmales Programm mit Schutz. Wer bei einem mehrtägigen Test-Match mehrere Wetten offen hat, sollte wissen, welche Seite dieser Aufteilung er gewählt hat.
N1 Bet: ohne Bewilligung, ohne Register
N1 Bet gehört zur Gruppe der ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung. Damit fehlen genau die drei Dinge, die ein Schweizer Konto hier sonst ausmachen: die Bindung an das Sperrregister, die Aufsicht durch die Gespa und der Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann über die Sperrliste per DNS blockiert werden.
Zu Cricket-Märkten, Limiten, Auszahlung und Programmgestaltung trägt diese Übersicht für die Marke nichts bei. Für den Vergleich zählt die Stellung im Recht, und die ist eindeutig.
Wer dennoch dort spielt, sollte eines einplanen: Die Steuerfrage. Gewinne aus ausländischen Grossspielen werden in einzelnen Kantonen als voll steuerbares Einkommen behandelt, unabhängig von der Höhe. Bei bewilligten Anbietern gilt dagegen der Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn.
BetFury: die Endung, die beim Blockieren zählt
BetFury tritt ohne Schweizer Bewilligung auf, unter einer anderen Länderendung als die übrigen Marken der Liste. Rechtlich macht das keinen Unterschied: Eine ausländische Bewilligung ist in der Schweiz ohne Kraft, die Aufsicht fehlt, das Sperrregister greift nicht, und ein Schweizer Rechtsweg existiert nicht.
Der Domain-Fallstrick ist hier der deutlichste. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt, und wer eine bewilligungslose Seite unter einer neuen Endung sucht, wird sie oft finden. Leicht erreichbar bleibt trotzdem nicht dasselbe wie geregelt erreichbar.
Angaben zu Cricket-Märkten oder Konditionen trägt diese Übersicht für BetFury nicht bei. Damit schliesst die Liste der zehn Anbieter mit demselben Befund, mit dem sie begann: zwei Häuser mit Bewilligung und acht ohne, und keine Zahl auf dieser Seite ändert daran etwas.
Was ein Bonus verlangt, bevor er einer ist
Willkommensangebote sind der Punkt, an dem eine Nischenseite wie diese am häufigsten danebengreift, weil überall dieselben Worte stehen und nirgends dieselben Bedingungen. Die folgenden Zahlen stammen aus den Bedingungen eines Veranstalters, den diese Seite beschreibt, und gehören genau dorthin. Auf keinen anderen Anbieter sind sie übertragbar.
Bei Swisslos können Quotenboosts und Profitboosts im Programm auftauchen, und ihre Grenzen sind präzise. Quotenboosts gelten nur online, nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Diese letzte Regel ist im Cricket die wichtigste. Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage, und wer ein Test-Match mit einem Boost spielt und dann nach zwei Tagen Regen und Rückstand cash-outen will, verliert den Boost, nicht nur die Zeit. Der «Boost» ist damit ein Angebot mit einer Bedingung, die auf den ersten Blick nichts kostet und beim ersten Cash-Out alles.
Rechnen wir das mit einem Gratisspiel nach
Wer wissen will, was ein Gratisspielguthaben wert ist, bevor er es annimmt, braucht nur die Formel für den Erwartungswert: Gratisspielbetrag × (Quote − 1) ÷ Quote × Auszahlungsquote des Marktes. Ein Betrag von CHF 10 auf eine Quote von 2.00 in einem Markt mit einer Auszahlungsquote von rund 94,7 Prozent ergibt 10 × 0,5 × 0,947, also etwa CHF 4.74.
Das ist der ganze Punkt in einer Zahl. Ein «Guthaben» von CHF 10 ist im Erwartungswert ungefähr CHF 4.74 wert, unter der Annahme, dass es auf einen fairen Zwei-Weg-Markt gesetzt wird und die Gratisspielauflage den Einsatz nicht zurückzahlt. Wer es auf mehreren Wetten ausspielt, landet im gleichen Band, weil der Faktor pro Wette konstant bleibt. Bei einem so kleinen Guthaben mit einem so kleinen Wagnis ist der erwartete Ertrag überschaubar, und das ist keine Enttäuschung, sondern die Rechnung.
Was eine Umsatzbedingung den Spielenden kostet
Greift eine Umsatzbedingung, wird die Rechnung grösser und die Marge wichtiger. Angenommen, eine Bonusbasis von CHF 10 muss dreimal umgesetzt werden, dann sind CHF 30 an Einsätzen fällig. Bei einem Einsatz von CHF 1 pro Wette sind das etwa 30 Wetten, und in einem Markt mit fünf Prozent Marge liegt der erwartete Verlust bei etwa CHF 1.50.
Diese CHF 1.50 sind der Preis des Angebots, keine Vorhersage. Es ist ein Durchschnitt über viele Wetten unter der Annahme, dass nur der Bonusbetrag umgesetzt wird, und es kann für einen einzelnen Wettenden deutlich besser oder schlechter ausgehen. Der Punkt ist, dass die Marge nicht erst beim Auszahlen zuschlägt. Sie sitzt in jedem Einsatz, und jeder Einsatz in der Umsatzbedingung ist ein weiterer Anlass für sie.
Und eine Bedingung, die nirgends auf einer Seite dieses Anbieters auftaucht, sollte man auch nicht mitrechnen: Bei Gratisspielen und Gratisguthaben braucht ein Veranstalter vorab die Zustimmung der Gespa; 2025 erteilte die Aufsicht 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und acht an Swisslos. Ein Gratisspielguthaben ist in der Schweiz nicht einfach ein Marketingwerkzeug, sondern eine bewilligte Ausnahme. Wer mit Codes um sich wirft, kennt den Rahmen nicht.
Häufige Fragen zu Cricket-Wetten in der Schweiz
Kann man in der Schweiz bei Sporttip oder Jouez Sport auf Cricket wetten?
Nur wenn die Cricket-Sportart samt Wettbewerb und Wettart auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten und Märkte steht. Sporttip und Jouez Sport dürfen ausschliesslich anbieten, was dort aufgeführt ist. Der Kunde prüft das im jeweiligen Wettprogramm, bevor er spielt.
Was bedeuten Test-Match, One-Day-Spiel und Twenty20 für die Auswahl der Wetten?
Die drei Formate ändern das Zeitfenster. Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage, ein One-Day International in der Regel 50 Overs pro Innings, ein Twenty20 20 Overs pro Innings in höchstens 75 Minuten je Innings. Kurze Formate ergeben überschaubare Live-Märkte, lange eine offene Position über Tage.
Wie wirkt sich die Duckworth-Lewis-Stern-Methode bei Regenunterbrechungen auf eine Wette aus?
Sie korrigiert das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft in unterbrochenen Limited-Overs-Spielen. Unterschreiten die Overs in einem 50-Over-Spiel die Marke von 20, im Twenty20 die von fünf, wird das Spiel als No Result gewertet. Die Wette wird dann in der Regel storniert und der Einsatz zurückgezahlt.
Wie berechnet sich der Gewinn bei Cricket-Wetten aus Einsatz und Quote?
Der mögliche Rückzahlungsbetrag ist Einsatz mal Quote, der mögliche Nettogewinn Einsatz mal Quote minus 1. Bei einer Kombiwette werden die Quoten der einzelnen Wetten zu einem Gesamtpreis multipliziert. Der Einsatz von CHF 1 auf eine Quote von 2.10 ergibt also einen möglichen Nettogewinn von CHF 1.10.
Wie lässt sich die Marge in Cricket-Quoten abschätzen?
Man bildet den Kehrwert jeder Quote, addiert sie und zieht das Ergebnis von eins ab. Bei einem illustrativen Zwei-Weg-Markt mit 1.90 auf beiden Seiten ergeben die Kehrwerte zusammen 1,0526, die Marge also etwa 5,3 Prozent. Je mehr Ausgänge ein Markt hat, desto mehr Kehrwerte gehören in die Summe.
Wie werden Gewinne bei ausländischen Wettseiten im Vergleich zu Sporttip-Gewinnen besteuert?
Gewinne bei bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei, ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, darüber wird Verrechnungssteuer abgezogen. Gewinne ausländischer Anbieter unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, gelten kantonal aber teils als voll steuerbares Einkommen.
Der Preis am Ende der Rechnung
Cricket ist eine Sportart, in der die Regeln den Ausgang machen: 20 Overs als Schwelle, ein Super Over, eine Boundary-Zahl, ein Tie, ein Draw, ein No Result. Wer darauf wettet, kauft sich ein Ticket in eine Lotterie mit sehr genauen Regeln und einer Marge, die vor dem ersten Ball abgezogen ist.
In der Schweiz kommt ein zweiter Preis dazu, der nichts mit Cricket zu tun hat. Die Wahl liegt zwischen zwei bewilligten Veranstaltern mit einem geschlossenen Katalog, einer Wohnsitzbedingung, einer Identitätsprüfung, tiefen Höchsteinsätzen und einem Schweizer Rechtsweg, und einem halben Dutzend ausländischer Marken ohne all das, die dafür ein breiteres Programm bieten und deren Domains jederzeit unerreichbar werden können. Das ist keine Wahl zwischen gut und böse. Es ist eine Wahl zwischen Schutz und Auswahl, und wer sie trifft, sollte wissen, welche Seite er gerade kauft.
Der eine Rat, der hier wirklich etwas wert ist, kostet nichts: bevor ein Test-Match beginnt, die Verlustlimiten prüfen, den Regentext in den Spielregeln lesen und die Quote nachrechnen. Wer das dreimal gemacht hat, kennt seinen eigenen Preis. Und wer dann immer noch auf Cricket wettet, weiss wenigstens, was er bezahlt.
Sportarten – einzahlungsbonusch.com
Inhalt erstellt vom Team «einzahlungsbonusch.com»
