Serie A Wetten in der Schweiz: zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste
29. Oktober 2026 — geprüft gegen die Bewilligungen der Gespa und die Spielregeln von Sporttip und Jouez Sport.

Italien spielt seine Meisterschaft seit 1898 aus, und seit der Reform von 1946 unter dem Namen Serie A. Wer aus der Schweiz auf diese Liga wetten will, stösst auf eine Besonderheit, die es in kaum einem anderen Markt Europas gibt: Es gibt genau zwei Veranstalter, und beide gehören dem Gemeinwesen. Das klingt nach einem Nachteil. Es ist einer, mindestens so lange man Abwechslung sucht. Es ist aber auch der Grund, warum auf Schweizer Wettscheinen kein Konzern sitzt, der die Limiten nach Lust und Laune zusammenschiebt, und warum ein Spieler, der sich sperren lässt, tatsächlich gesperrt bleibt.
Der Reihe nach. Die Serie A 2025/26 lief vom 23. August 2025 bis zum 24. Mai 2026, Meister wurde Inter Mailand mit 87 Punkten, abgestiegen sind US Cremonese mit 34, Hellas Verona mit 21 und Pisa SC mit 18 Punkten, Torschützenkönig wurde Lautaro Martínez von Inter Mailand mit 17 Toren. Diese Zahlen sind kein Rückblick aus Sentimentalität. An ihnen hängt jede Langzeitwette, die ein Leser in einem SPIELPLAN findet: Meisterwetten, Abstiegswetten, Torschützenwetten. Wer sie aufsetzt, ohne die Struktur der Liga zu kennen, spielt auf ein Gefühl.
Rechtslage: warum ein ausländisches Angebot in der Schweiz keine Bewilligung ist
Der Rahmen ist das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019), und die Aufsicht führt die Gespa in Bern, die Interkantonale Geldspielaufsicht. Nicht die ESBK — die ist für Casinos zuständig und wird bei Sportwetten immer wieder fälschlich genannt. Sportwetten sind ein Grossspiel im Sinne des Gesetzes, und für ein Grossspiel braucht es zwei Dinge: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel. Eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz, und das ist keine Fussnote, sondern der Kern der ganzen Angelegenheit.

Was daraus folgt, hat die Kantone selbst in die Hand genommen. Sie haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos mit dem Produkt Sporttip, Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Kein Dritter. Es existiert keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, aus dem einfachen Grund, dass es keinen weiteren gibt. Zwei, dann hört es auf.
Wer aus dem Ausland auf die Serie A wetten will, landet bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Der Unterschied ist nicht die Fussballliga, die ist dieselbe, sondern die Infrastruktur um den Wettschein herum. Ein ausländischer Anbieter hängt nicht am Schweizer Sperrregister, er kennt keine Schweizer Aufsicht, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, wenn eine Forderung streitig wird. Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland, wie sie heisst — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat, und Sanktionen richten sich gegen den Anbieter, nicht gegen den Spielenden. Nur: ein Verfahren gegen den Anbieter kann Einsätze und Gewinne beschlagnahmen, und der Spieler schaut zu.
Die Gespa führt eine Sperrliste fremder Domains, die die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Ende 2025 waren es 671 Domains. Die Liste ist keine Fassade und trotzdem kein Schutzzaun, denn blockierte Adressen werden innert Stunden ersetzt.
Und dann ist da noch die Liste in die andere Richtung, die man kennen sollte, weil sie die Angebotsseite wirklich einschränkt: Was überhaupt gewettet werden darf, steht in einer geschlossenen Liste der Gespa — Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, Fassung vom 10.09.2026. Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, Trainingsläufe nie. Corner- und Kartenmärkte finden sich in dieser Liste nicht, eine Esport-Sektion ebenfalls nicht. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind gar nicht möglich, weil nur Sportereignisse erlaubt sind. Livewetten sind zulässig, wo der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat; das Gesetz kennt keine Sperre auf einzelne Live-Märkte. Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt, es ist reine Veranstalterfunktion.
Ein Punkt, der selten dazugesagt wird: die Zahl der Bewilligungen ist im letzten Jahr sogar gestiegen, siehe aber nicht in der Zahl der Anbieter. Free Games und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS), und die Aufsicht hat 2025 vierundzwanzig solche Zustimmungen an die Loterie Romande und acht an Swisslos erteilt. Das ist ein sachtes Volumen. Wer aus der Flut an Bonuswerbung hier auf ein Margenparadies schliesst, hat die Rechnung ohne die Aufsicht gemacht.
Die Bewilligungsfrage in einer Zeile
Die Einordnung, die sich daraus ergibt: Wer bei einem der beiden Veranstalter spielt, wettet innerhalb einer Bewilligung, die in der Schweiz gilt, gegen einen Anbieter mit Schweizer Sitz und unter Aufsicht. Wer bei einem der anderen Namen spielt, wettet gegen ein Produkt, das in der Schweiz niemand geprüft hat. Das ist die ganze Antwort. Alles Weitere folgt daraus.
Wer in welchem Gebiet überhaupt ein Konto eröffnen darf
Die beiden Veranstalter teilen sich das Land, und das ist keine Marketinggrenze, sondern eine faktische Zugangshürde, die man vor der Kontoeröffnung kennen sollte. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Gebiet des jeweiligen Veranstalters voraus.
Swisslos führt Sporttip im Gebiet der Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich, im Kanton Tessin sowie im Fürstentum Liechtenstein. Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Loterie Romande nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Daraus ergibt sich ein sehr konkreter Nachteil: Es gibt für keinen nicht bewilligten Anbieter je ein Schweizer Konto in demselben Sinn, und umgekehrt gibt es für keinen Schweizer Anbieter je einen Kanton ausserhalb seines Gebiets. Wer in Bern wohnt und in Genf arbeitet, hat zwei verschiedene Türen zur selben Liga, und nur eine davon steht ihm offen. Das ist unbequem, und es ist die direkte Folge davon, dass der Bund das Veranstalten von Sportwetten zwei Trägern überlassen hat, die regional verwurzelt sind.
Verantwortungsvolles Spielen: die Limiten, die vor der ersten Wette stehen (rechtsla)
Wer mit Wetten anfängt, hat eine Vorstellung davon, wie es läuft. Meistens ist sie falsch. Die Schweizer Lösung setzt nicht bei der Werbung an und nicht bei den Verbänden, sondern bei der Zahl, die vor der ersten Wette eingegeben werden muss.
Verlustlimiten: selber setzen, und nicht mehr so leicht lockern
Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für einen Tag, sieben Tage und dreissig Tage festlegen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Wer seine Limite senkt, spürt das sofort. Wer sie erhöhen will, wartet 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils dreissig Tage möglich.
Das Gesetz verlangt in Art. 87 VGS, dass der Veranstalter einen oder mehrere Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste fordert. Senkungen greifen sofort, Erhöhungen nach Gesetz nach 24 Stunden; Swisslos und Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Der Unterschied ist der ganze Punkt dieser Regel: Die Limite, die weh tut, ist die, die man nicht in fünf Minuten zurückdrehen kann. Und wer in der 70. Minute eines Spiels die Deckelung hochschrauben möchte, weil «die Quote gerade so gut ist», sitzt genau vor dem Fenster, gegen das die Frist gebaut wurde.
Ein paar Minuten Nachdenken über die eigene Limite sind deshalb die günstigste Investition, die es auf dieser Seite gibt. Sie kostet nichts, sie rettet mehr, und sie ist unbequemer zu umgehen als jede Regel, die man umgehen möchte.
Sperre, Register und die Frage, wer davon erfährt
Eine Spielsperre bei Swisslos lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage setzen, und sie wird vor Fristablauf nicht aufgehoben. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt dann auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Auch hier steht das Gesetz im Hintergrund: eine Selbstsperre nach Art. 80–82 BGS, eine Aufhebung nach Art. 84 VGS erst nach drei Monaten unter Einbezug einer Fachstelle, und eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten, die angeboten werden muss (Art. 89 VGS).
Dass die unbefristete Sperre über das Sportwettangebot hinausreicht, ist die scharfe Kante der Sache. Wer sie einträgt, sperrt sich nicht bei einem Anbieter, sondern landesweit aus dem Glücksspielangebot. Das ist gut gemeint und es ist gut gemacht. Man sollte es wissen, bevor man es im Ärger anklickt, und nicht danach.
Nebeneinander stehen hier zwei Dinge, die nicht verwechselt werden dürfen: eine selbst gewählte Pause, die endet, und eine Sperre, die im Register steht und weiterlebt.
Alter, Identität und der Punkt, an dem die Praxis nicht hält, was die Regel verspricht
Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind von der Online-Teilnahme ausgeschlossen (Art. 72 BGS). Bei der Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das Gesetz will ein Konto pro Spieler mit verifizierter Identität (Art. 47–52 VGS).
Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Das ist eine enge Regel mit einem klaren Ziel, und sie zeigt, wie weit der Rahmen denkt.
Die Praxis sieht an einer Stelle anders aus. Die Gespa hat 2025 insgesamt 200 Testkäufe durchgeführt, und an Verkaufsstellen wurde einer minderjährigen Person in 47.5 % dieser Fälle eine Sportwette verkauft. Das ist keine Randnotiz und keine Petitesse. Knapp die Hälfte. Wer die Schweizer Regelung als lückenlos darstellt, hat sich diesen Testkauf nicht angeschaut. Die Regel ist stark, der Vollzug an der Verkaufsstelle ist es nicht — und für den Leser heisst das: Der eigene Anspruch auf Schutz ist keine Dienstleistung, die automatisch erbracht wird.
Kein staatlicher Wettdeckel, und was an seiner Stelle gilt
In der Schweiz gibt es keinen gesetzlichen festen Einzahlungsdeckel für Sportwetten. Was es gibt, ist die Pflicht der Veranstalter, Limiten zu verlangen — und die liegen in der Hand der Spielenden. Wer von einer «Schweizer Wettgrenze» liest, liest von etwas, das es so nicht gibt.
Ausgezahlte Gewinne und Guthaben gehen nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Angebot nicht, und Kredite an Spielende sind untersagt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, steht in dessen eigenen Bedingungen. Und weil in der Schweiz ein Steuerfreibetrag kantonal und nicht bundesweit eine Aussage trifft, gehört das hier nur so weit hin, wie es sicher ist: Der Steuerfreibetrag unterscheidet sich je nach Kanton.
Eine Warnung zum Schluss dieses Abschnitts, weil sie in Ratgebern immer wieder falsch steht: Es gibt in der Schweiz kein Zahlungsblockierungs-Werkzeug gegen unerlaubte Wettangebote. Banken und Kartennetzwerke blockieren solche Zahlungen nicht. Wer das behauptet, verkauft Vertrauen, das keine Institution deckt.
Prognosen und Strategie: was eine Einschätzung ist und was sie nicht ist
Ein Tipp auf ein Fussballspiel ist eine Meinung mit einem Preis. Das ist keine Geringschätzung, sondern die einzige Beschreibung, die hält. Und weil Meinungen unterschiedlich gut sind, lohnt sich ein Blick darauf, woraus eine solche Einschätzung eigentlich entsteht.
Wer ein Spiel seriös einschätzen will, wiegt drei Dinge. Die Form: wie ein Verein in den letzten Spielen auftritt, wie viele Gegentore er aus Standards bekommt, ob ein zentraler Spieler fehlt. Die Tabellenlage: wer gegen den Abstieg spielt und deshalb anders verteidigt als eine Mannschaft, die im Mittelfeld nichts mehr zu verlieren hat. Und die Quote: ob der Preis der Buchmacher überhaupt noch eine Wette hergibt oder ob er schon so tief ist, dass die Chance die Marge nicht mehr einholt.
Was man dabei nie bekommt, ist Sicherheit. Ein Fussballspiel endet nach 90 Minuten plus Nachspielzeit, und in dieser Zeit kann ein Schuss aus 25 Metern alles umdrehen. Der Torschützenkönig der Saison 2025/26 wurde mit 17 Toren — wer darauf gewettet hätte, auf einen «sicheren» Torjäger zu setzen, hätte im Rennen um diese Zahl eine falsche Gewissheit gekauft. Solche Zahlen liest man als Information, nicht als Auftrag.
Der wichtigste Satz dieses Abschnitts ist der unbequemste: Aus Wetten entsteht kein Einkommen. Nicht, weil es keine guten Einschätzungen gäbe, sondern weil ein Buchmacherpreis keinen Gewinn hergibt, den die Marge nicht vorher schon eingezogen hat. Wer Tipps als Einnahmequelle behandelt, verwechselt eine begründete Vermutung mit einer Forderung.
Wer trotzdem systematisch arbeiten will, findet eine Lanze in den Langzeitmärkten. Eine Meisterwette lebt nicht von einem Wochenende, sondern von einer Saison, und eine Saison lässt sich prüfen: Punkteschnitt, Kaderbreite, Doppelbelastung in Pokal und Europacup. Die Serie A liefert dafür eine ordentliche Stichprobe. Seit der Saison 2004/05 spielen 20 Vereine, jeder trägt 38 Spieltage im Hin- und Rückspiel aus, die Saison läuft von Ende August bis Ende Mai.
Und dann gibt es noch den Teil, der gar nichts mit dem Ball zu tun hat, sondern mit der eigenen Buchführung. Wer zehn Wetten notiert und nachrechnet, merkt nach ein paar Wochen, dass der eigene Erfolg nicht an einer verpassten Chance zerbrach, sondern daran, dass die Gewinne die Einsätze nie einholten. Diese Beobachtung ist wertlos, wenn man sie nur denkt. Sie ist nützlich, wenn man sie aufschreibt.
Woher die Quote kommt und wann eine «gute Quote» gut ist
Zwei Zahlen mit einer Division dazwischen, und der Rest ist Publikumspflege. Mehr steckt nicht hinter der Quotengestaltung — bis man die eingebaute Marge dazunimmt.
Form, Kader und Terminplan: drei Faktoren und ihre Grenzen
Es gibt einen Punkt, an dem jede Prognose kippt, und er hat nichts mit Statistik zu tun: die Reihenfolge der Informationen. Verletzungsmeldungen und Aufstellungen kommen kurz vor Anpfiff, und wer eine Wette drei Tage vorher platziert, hat einen Teil seiner Analyse noch nicht geleistet. Das ist kein Argument gegen frühe Wetten — es ist eines dafür, sie zu trennen: die Einschätzung auf der einen Seite, der Zeitpunkt des Einsatzes auf der anderen.
Wer live wettet, sollte eine Sache über die Schweizer Regeln wissen, die in keinem Gespräch über Strategie vorkommt. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer den schnellen Live-Klick sucht, klickt in genau diese Sekunden. Der Ball liegt nicht im Netz, der Ball liegt in einem Fenster, in dem die Einschätzung schon verloren ist.
Wettarten und Quoten: was auf dem Wettschein wirklich steht
Die italienische Liga ist im Schweizer Programm keine Nische. Was sich unterscheidet, ist nicht die Auswahl an Ligen, sondern die Auswahl an Märkten, und dafür gibt es einen Grund, den man kennen muss: die geschlossene Liste.
Was die geschlossene Liste im Alltag wegnimmt
Für die tägliche Praxis heisst die Liste: keine Corner-Wetten, keine Karten-Wetten, keine Esport-Seiten. Wer das gewohnt ist, wird es vermissen. Wer es nicht kennt, hat nichts verloren.
Einzelwette, Kombiwette, Systemwette — mit Zahlen aus den Bedingungen
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer gewohnt ist, einen hohen Einsatz zu platzieren, merke sich diese Zahl, denn sie kommt ohne Ankündigung.
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung kombiniert Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Die Regel schützt den Veranstalter vor einem Sieg, den er nicht hätte annehmen dürfen. Sie schützt aber auch vor einem Wettschein, der stillschweigend falsch zusammengesetzt ist. Ein durchgekommenes Ergebnis ist bei solchen Kombinationen jedenfalls keine Gewissheit.
Dann sind da die Zusatzfunktionen, und hier lohnt die genaue Lektüre, weil der Name mehr verspricht, als die Bedingung hält. Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Der Sprung von 5 % auf 100 % klingt grosszügig. Er ist es nicht, weil ein Bogen mit fünfzehn Spielen bei Mindestquote 1.50 schon in der Auswahl mehr Können verlangt, als die meisten Wettscheine aufweisen. Und wer Quotenboosts nutzt: Sie gelten bei Sporttip nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Das ist die Art von Bedingung, die einen Wettschein verändert, ohne dass es auf dem Schein steht.
Was eine Quote von 2.10 tatsächlich einbringt
Die einfachste Rechnerei der ganzen Seite. Bei einer Quote von 2.10 bringt ein Einsatz von CHF 20 bei einem Treffer einen Rückfluss von CHF 42 — Einsatz mal Quote. Der Nettogewinn liegt bei CHF 22, also Einsatz mal Quote minus eins. Für einen Bogen, der aus mehreren Spielen zusammengesetzt ist, multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einem Gesamtpreis, und der wächst schnell, während die Wahrscheinlichkeit, dass alles eintrifft, in die andere Richtung fällt. Der Kombiboost oben belohnt genau dieses Wachstum, bis hinauf zu fünfzehn Voraussagen.
Treffer oder nicht: Der Rückfluss von CHF 42 ist die Zahl, die bei einem richtigen Tipp ausbezahlt wird. Sie sagt nichts darüber, wie oft das passiert.
Die Marge, und was sie aus einer Quote wegnimmt
Hier kommt die unsichtbare Gebühr ins Spiel, und jetzt lässt sie sich beziffern. Ein 1X2-Markt mit Quoten von 2.10 auf Heimsieg, 3.40 auf Remis und 3.60 auf Auswärtssieg — ein Rechenbeispiel, kein abgeschriebener Kurs.
Der Kehrwert der Heimsiegquote liegt bei rund 0’476, der des Remis bei rund 0’294, der des Auswärtssieges bei rund 0’278. Zusammengezählt ergeben diese Kehrwerte 1’048. Der Anteil, den der Markt an die Wettenden zurückzahlt, ist damit 1 geteilt durch 1’048 — rund 95.4 %. Die Marge, also das, was der Veranstalter von jeder auf diesen Markt gesetzten Einheit behält, liegt bei etwa 4.6 %. Der genaue Wert hängt an der Rundung: Bei zwei Nachkommastellen liegt er im Band von etwa 4,5 bis 4,7 %.
Diese rund 4,6 % sind die Zahl, gegen die ein Spieler arbeitet — nicht gegen den Ausgang eines Spiels, sondern gegen einen Betrag, der vor jedem Anpfiff bereits eingezogen ist. Wer langfristig die Hälfte seiner Einzelwetten gewinnt, gewinnt die Hälfte der Spiele und zahlt die Marge auf jede einzelne. Deshalb schlägt ein Buchmacher eine Mannschaft nie, weil niemand auf dem Platz etwas falsch macht. Er verdient an der Struktur, nicht am Ergebnis.
Serie A: Spielplan, Auf- und Abstieg, und was eine ganze Saison entscheidet (grundlag)
Die Serie A wird von der Lega Nazionale Professionisti Serie A organisiert, der Lega Calcio, einer Untereinheit des italienischen Fussballverbands FIGC. Diese Struktur ist der Grund, warum italienischer Fussball aus der Schweiz keine exotische Randerscheinung ist, sondern ein Programm, das man von Ende August bis Ende Mai verfolgen kann, ohne je einen anderen Wettbewerb anzufassen.

38 Spieltage als Recheneinheit
Seit der Saison 2004/05 spielt die Serie A mit 20 Vereinen, zuvor waren es 18. Jeder Verein bestreitet 38 Spieltage im Hin- und Rückspiel, die Saison läuft von Ende August bis Ende Mai. Das ist keine Fussnote für Statistikfreunde. Es ist die Grösse, in der sich Langzeitmärkte bewegen: 38 Spiele bedeuten eine Tabelle, die sich erst gegen Ende sortiert, und einen Vorsprung von drei Punkten nach zehn Spieltagen, der vor Weihnachten schon weg sein kann.
Wer eine Meisterwette aufsetzt, sollte diese Zahl im Kopf haben. Eine Saison mit 38 Spieltagen verzeiht einen schlechten Monat, aber nicht einen schlechten Winter.
Aufstieg, Abstieg und der direkte Vergleich
Aus der Serie A steigen die letzten drei Mannschaften in die Serie B ab. Aufsteigen die beiden Besten der Serie B und der Sieger der Play-offs der Plätze drei bis sechs. Bei Punktgleichheit entscheidet in der Serie A der direkte Vergleich; Entscheidungsspiele wurden bis zur Saison 2005/06 ausgetragen.
Der direkte Vergleich feiert 2026 sein zwanzigjähriges Jubiläum und ist bis heute der stille Held der Tabelle: Eine Mannschaft kann drei Tore besser stehen und trotzdem hinten liegen, weil sie das direkte Duell verloren hat. Wer eine Platzierungswette auf die obere Tabellenhälfte prüft, muss diese Regel kennen — sonst rechnet der Bauch am Saisonende eine Rangliste aus, die es so nie gab.
Abstiegswetten sind ein eigenes Genreg. Drei Plätze, von zwanzig, und die Frist ist der letzte Spieltag. Die drei Absteiger der Saison 2025/26 waren US Cremonese mit 34 Punkten, Hellas Verona mit 21 und Pisa SC mit 18 Punkten. Diese Zahlen zeigen, wie weit sich ein Absteiger vom rettenden Ufer entfernen kann, wenn die Saison erst einmal läuft. 18 Punkte aus 38 Spielen sind keine Pechsträhne, sondern ein Kaderproblem.
Die Saison 2025/26 in Zahlen
Die Saison 2025/26 lief vom 23. August 2025 bis zum 24. Mai 2026. Meister wurde Inter Mailand mit 87 Punkten, Torschützenkönig wurde Lautaro Martínez von Inter Mailand mit 17 Toren. Abgestiegen sind US Cremonese mit 34 Punkten, Hellas Verona mit 21 Punkten und Pisa SC mit 18 Punkten. Das sind die Ergebnisse einer vollen Runde, und wer die Spielweise der Serie A verstehen will, liest sie als Datenbank statt als Anekdote.
Die historische Ebene gehört dazu, weil Langzeitmärkte von ihr leben. Die erste italienische Meisterschaft wurde 1898 ausgetragen, den ersten Titel gewann der CFC Genua. Den Namen Serie A trägt die Liga seit der Reform von 1946, mit der die Lega Calcio entstand. Rekordmeister ist Juventus Turin mit 36 Titeln, es folgen Inter Mailand mit 21 und der AC Mailand mit 19 Titeln.
Wenn ein Buchmacher über Jahrzehnte siebenunddreissig Titel an zwei Vereine verteilt, ist eine Meisterwette auf einen Dritten ein Spiel mit der Historienlast. Das heisst nicht, dass es nicht passiert. Es heisst, dass der Preis dafür nichts schenkt.
Die Anbieter im Vergleich: zwei Bewilligungen, acht Fremdnamen
Die nachfolgende Übersicht ordnet die Namen ein, die einem beim Suchen begegnen, sortiert nach der Frage, die vor allen anderen kommt. Bei den ersten zwei Zeilen stellt sich die Frage nach der Bewilligung nicht. Bei den acht darunter stellt sie sich sofort. Die Bewertung folgt derselben Ordnung.
| Plattform | Bewilligungsstatus in der Schweiz | Veranstalter bzw. gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung (Grossspiel, BGS, SR 935.51); beaufsichtigt durch die Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung (Grossspiel, BGS, SR 935.51); beaufsichtigt durch die Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne |
| 22Bet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) |
| IviBet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) |
| BassBet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) |
| Rollbit | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) |
| BillyBets | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) |
| BetAlright | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht erstellt, entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS) |
Warum die Spalte so gleichförmig aussieht: Sie muss es. Es gibt in der Schweiz keinen dritten bewilligten Anbieter für Sportwetten, und daran ändert sich durch den Namen einer Plattform nichts. Wer glaubt, unter den acht Fremdnamen verstecke sich ein Sonderfall mit stillschweigender Duldung, sucht ein Argument, das keine Aufsichtsbehörde stützt. Die Gleichförmigkeit ist die Antwort.
Und weil das Gesetz die Werbung für ein in der Schweiz nicht erlaubtes Glücksspiel verbietet (Art. 74 Abs. 3 BGS) und mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 belegt (Art. 131 BGS), beschreibt diese Seite diese acht Namen und lädt zu keinem von ihnen ein. Beschreiben ist erlaubt. Empfehlen wäre der Straftatbestand.
1. Swisslos Sporttip — der Veranstalter mit dem grössten Vertragsgebiet
Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Sporttip läuft im Gebiet der Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Das ist die grösste zusammenhängende Abdeckung des Landes.
Die Limiten liegen bei CHF 1 Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 1’000 Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Vor der ersten Teilnahme stehen die Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage mit Oberlimiten von CHF 9’999, für unter 21-Jährige CHF 1’000 — Senkung sofort, Erhöhung erst nach 72 Stunden. Der Mindeststandard für die Teilnahme: 18 Jahre, Wohnsitz im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, eine Registrierung pro Person, Ausweisdaten gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Zu den Funktionen: Cash-Out ist für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten möglich, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten, ausschliesslich als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, nicht rückgängig zu machen und nicht für jeden Markt garantiert. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.
Der wirtschaftliche Teil rundet das Bild, und er ist keine Marketingzahl. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024.
Bemerkenswert ist diese Bewegung. Während die Sportwetten weniger abwarfen, wuchs der ausgeschüttete Reingewinn — das Geld kam also aus anderen Sparten. Für einen Wettenden bedeutet das zweierlei: Die soziale Rechtfertigung des Angebots steht auf einem breiteren Fundament als dem Sportwettenertrag, und das Sportwettenvolumen ist im letzten Jahr zurückgegangen. Ein schrumpfender Topf ist für den Kunden selten ein Grund zur Freude, denn er erhöht den Druck auf jede einzelne Marge.
2. Loterie Romande Jouez Sport — die Westschweizer Tür zur Serie A
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura — dieselbe Bewilligungsart, derselbe Aufsichtsrahmen, getrenntes Gebiet. Ein Online-Konto setzt den Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in einer dieser sechs Regionen voraus.
Was an diesem Haus bemerkenswert ist, sind die Grössenordnungen. 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende — das ist ein Vertriebsnetz, das kein Online-Buchmacher ersetzt, sondern das Gegenteil davon: Es ist ein Präsenzgeschäft, das Lotterie und Sportwette an derselben Kasse verkauft. Für Leserinnen und Leser in Genf, Lausanne oder Sitten heisst das, dass der Weg zum Wettschein auch ein Weg zum Kiosk sein kann. Für alle anderen heisst es, dass dieses Angebot schlicht nicht existiert.
Wer dort eine Gratisspielgutschrift erhält, sollte die Randbedingung kennen: Solche Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS), und die Aufsicht hat 2025 vierundzwanzig solcher Zustimmungen an die Loterie Romande erteilt. Vierundzwanzig im Jahr ist ein anderes Volumen als die Dauerbeschallung, die ausländische Portale veranstalten.
3. 22Bet — ohne Schweizer Bewilligung
22Bet ist in der Schweiz ohne Bewilligung tätig. Gemeldete Bewilligung: nicht erstellt, was in der Schweiz keine Wirkung entfaltet (Art. 4 BGS). Der Anbieter hängt nicht am Schweizer Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und seine Domains können von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt werden, die Telekom-Anbieter per DNS blockieren.
Wer sich in dieses Angebot begibt, tauscht Schweizer Aufsicht gegen nichts Greifbares. Kein Zugang zur Spielsperre, keine Limitenpflicht, keine Aufsichtsbeschwerde. Was bleibt, ist der Preis auf dem Wettschein — und ob er die fehlende Rückseite aufwiegt, ist die Frage. Für einen Gelegenheitsspieler, der im Zweifel jemanden anrufen möchte, lautet die Antwort nein.
4. IviBet — ohne Schweizer Bewilligung
Dasselbe Bild bei IviBet: ohne Schweizer Bewilligung, gemeldete Bewilligung nicht erstellt und damit hier ohne Geltung (Art. 4 BGS), nicht ans Sperrregister angeschlossen, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrlisten-Risiko auf Domain-Ebene.
Ein Umstand, der bei jedem dieser acht Namen gleich aussehen wird und es trotzdem verdient, nicht überlesen zu werden: Sie sind nicht wegen eines Regelverstosses interessant, sondern wegen der Abwesenheit von Regeln. Wer sie bewertet, bewertet eine Lücke.
5. BassBet — ohne Schweizer Bewilligung
BassBet steht in derselben Kategorie: keine Schweizer Bewilligung, keine hier geltende Veranstalterbewilligung, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, mögliche Aufnahme in die Sperrliste.
6. Sportuna — ohne Schweizer Bewilligung
Sportuna: ohne Schweizer Bewilligung. Die gemeldete Bewilligung ist nicht erstellt und hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Kein Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domains können blockiert werden.
7. Rollbit — ohne Schweizer Bewilligung
Rollbit trägt dieselbe Einstufung. Kein Schweizer Grossspiel, keine Veranstalterbewilligung, keine Aufsicht durch die Gespa, kein Schweizer Instanzenzug, dafür Sperrlisten-Risiko.
8. BillyBets — ohne Schweizer Bewilligung
BillyBets: ohne Schweizer Bewilligung. Die Bewilligungslage nach eigener Meldung ist nicht erstellt und damit in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS), der Anbieter ist nicht ans Sperrregister angeschlossen, und Schweizer Rechtsschutz besteht nicht.
9. BetAlright — ohne Schweizer Bewilligung
Bei BetAlright gilt dasselbe: keine Schweizer Bewilligung, keine in der Schweiz wirksame Veranstalterbewilligung (Art. 4 BGS), kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche DNS-Blockade.
10. myBet — ohne Schweizer Bewilligung
myBet schliesst die Liste: ohne Schweizer Bewilligung, gemeldete Bewilligung nicht erstellt, keine Geltung hier (Art. 4 BGS), keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Instanzenzug, Blockade über die Sperrliste möglich.
Wer nach dieser Aufzählung das Gefühl hat, achtmal dasselbe gelesen zu haben, hat recht, und das ist kein Zufall der Darstellung. Für einen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist die Bewilligungsfrage die einzige Frage, die über allen anderen steht — wer sie verliert, gewinnt keine Produktdiskussion mehr.
Was am Ende auf dem Wettschein steht
Ein Wettschein ist ein kleiner Vertrag. Und der Vertrag hat in der Schweiz eine Besonderheit, die manche freuen und manche erschrecken wird: Wenn der Tipp sitzt, ist der Gewinn in aller Regel steuerfrei.
Gewinne aus einem in der Schweiz erlaubten Grossspiel — und die ESTV nennt die Sportwette ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb gilt hier nur «je nach Kanton». Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die der Spielende über die Steuererklärung zurückholen kann.
Für den normalen Wettenden heisst das: Er gewinnt weit unter dieser Schwelle, also keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Das ist eine der angenehmsten Nebenwirkungen des Systems und selten der Grund dafür, in der Schweiz zu spielen.
Die Lage kippt bei ausländischen Anbietern. Gewinne von einem ausländischen Veranstalter unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis kann sie anders behandeln — im Thurgau gilt ein Gewinn aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gewinnt, sollte die eigene kantonale Praxis kennen, bevor er den Gewinn einplant.
Und noch eine Zahl, die niemand erwartet: Eine Steuer auf den Einsatz kennt die Schweiz nicht. Wer eine «Wettsteuer» auf den Wettschein behauptet, behauptet etwas, das es hier nicht gibt. Steuerfragen klärt man mit der Steuerberatung oder der kantonalen Steuerverwaltung.
Was sich daraus ergibt
Die acht Fremdnamen auf dieser Seite sind nicht deshalb bedenklich, weil eine Behörde etwas vergessen hätte, sondern weil eine Bewilligung, die in der Schweiz nicht gilt, keine ist. Auf der anderen Seite stehen zwei Namen mit Schweizer Bewilligung, einem Aufsichtsrahmen, einem Sperrregister, das über das Sportwettenangebot hinausreicht, und einem Programm, das auf eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten begrenzt ist.
Wer meint, in dieser Begrenzung den eigentlichen Mangel zu sehen, hat einen Punkt. Nur: Die Alternative ist nicht ein offenes Angebot, sie ist ein anderes. Und dieses andere bringt keine bessere Quote auf den Wettschein, sondern einen Wettschein ohne Rückseite.
Die Antwort auf die Frage, worauf man bei Serie A wetten realistisch setzt, liegt daher nicht in der Fülle an Anbietern, sondern in einer Handvoll Zahlen, die jeder für sich selbst setzen kann — und in der Disziplin, sie stehen zu lassen.
Häufig gestellte Fragen
Wer darf in der Schweiz Sportwetten auf die Serie A anbieten?
Nur zwei Veranstalter. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport, gestützt auf eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS unter Aufsicht der Gespa. Alle anderen Namen sind ohne Schweizer Bewilligung tätig, und eine ausländische Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung (Art. 4 BGS).
Deckt die Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten italienischen Fussball ab?
Die Liste der Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten regelt, was überhaupt angeboten werden darf. Sie enthält keine Corner- oder Kartenmärkte und keine Esport-Sektion; Qualifikationsrunden, Frauenwettbewerbe und Ranglistenwetten jeweils nur, wenn sie aufgeführt sind. Welche Fussballmärkte im einzelnen Programm stehen, zeigt das Wettprogramm des Veranstalters vor dem Einsatz.
Wie ergibt sich der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote?
Ein Einsatz von CHF 20 auf eine Quote von 2.10 bringt bei einem Treffer CHF 42 zurück, also Einsatz mal Quote; der Überschuss über dem Einsatz beträgt CHF 22. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Voraussagen zu einem Gesamtpreis. Ein Rückfluss sagt nichts darüber, wie wahrscheinlich der Treffer war.
Was bedeutet die Marge bei Quoten — etwa für Meister- und Langzeitwetten?
Die Marge ist der Teil jeder gesetzten Einheit, den der Veranstalter behält. In einem 1X2-Markt mit Quoten von 2.10, 3.40 und 3.60 ergibt die Summe der Kehrwerte 1’048, also einen Rückzahlungsanteil von rund 95,4 % und eine Marge von etwa 4,6 %. Je mehr Wahrscheinlichkeiten ein Markt abdeckt, desto schwerer ist dieser Abzug im Kopf zu schätzen.
Zählt bei Fussballwetten die Nachspielzeit zur regulären Spielzeit?
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer von rund 90 Minuten plus die Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur dann, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie ausdrücklich Gegenstand der Wette sind. Wer auf ein Ergebnis tippt, wettet also bis zum letzten Pfiff der Nachspielzeit.
Ab welchem Betrag wird ein Gewinn besteuert, und was gilt je nach Kanton?
Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn, oberhalb davon behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die man über die Steuererklärung zurückholt. Der kantonale Freibetrag weicht ab, deshalb gilt hier «je nach Kanton». Gewinne ausländischer Anbieter behandeln einzelne Kantone abweichend.
Fussball – einzahlungsbonusch.com
Inhalt erstellt vom Team «einzahlungsbonusch.com»
