Systemwetten in der Schweiz: was am Ende übrig bleibt

Updated Oktober 2026
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Der Satz «drei aus fünf» klingt nach einem Sicherheitsnetz. Er ist eine Vervielfachung des Einsatzes, und daneben steht eine Zahl, die niemand auf das Plakat schreibt.

Ein Fernglas liegt auf einer leeren Holzbank an der Seitenlinie eines Fussballfelds, vom Rasen steigt Nebel auf.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Stand: 29. Oktober 2026 · Bewilligungen und Limiten geprüft gegen die Angaben der Gespa, gegen die Spielregeln von Sporttip und gegen das Reglement von Jouez Sport.

Prognosen: was die Systemwette aus ihnen macht

Die Versuchung liegt auf der Hand. Fünf Spiele, von denen man vier zu kennen glaubt, und statt einer Kombination setzt man zehn. Gewinnt man viermal, zahlt die Wette etwas aus, obwohl ein Tipp daneben lag. Das ist die ganze Idee, und es ist eine gute Idee, solange man sie als das liest, was sie ist: eine Verteilung des Geldes auf mehr Ereignisse, nicht eine Entschärfung des Risikos.

Farbige Fäden laufen auf einem Holzbrett zwischen Nägeln hindurch und kreuzen sich an mehreren Stellen.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Was eine Systemwette mit Prognosen tut, lässt sich in einem Satz sagen. Sie streut sie. Ein Tipp beruht auf Form, Verletztenliste, Statistik und dem Preis, den der Veranstalter anbietet; die Systemwette nimmt dieselben Annahmen und packt sie in zehn Reihen. Ist die Annahme falsch, ist sie in allen zehn Reihen falsch. Keine Reihenfolge, kein Bank-Spieler und kein Verzicht auf die schwächste Voraussage macht aus einer falschen Annahme eine richtige. Wer glaubt, das System filtere schlechte Tipps heraus, verwechselt zwei Dinge: die Mechanik verteilt Gewinne über mehr Ergebnisse, sie prüft keine Meinungen.

Form und Statistik liefern die Auswahl, nicht die Trefferquote

Nüchtern betrachtet ist jede Prognose eine Wahrscheinlichkeitsschätzung, und die Quote ist der Preis für diese Schätzung. Wer ein Heimspiel nach fünf Spielen ohne Niederlage für «sicher» hält, hat eine Zahl im Kopf, die niemand überprüft hat. Der Gegner hat auch eine Form, und die Quote kennt beide.

Daraus folgt die einzige belastbare Vorbereitung: die Auswahl der Voraussagen ist der Teil, den man beeinflussen kann, und die Zahl der Voraussagen ist der Teil, der nur den Einsatz nach oben treibt. Fünf sorgfältig gelesene Spiele und drei, die man anhängt, weil sie «dazugehören», stehen am Ende in derselben Summe. Ein System liefert da keinen Schutz, nur eine andere Rechnung.

Die Bank als feste Auswahl: ein Hebel und ein Risiko

Bei einer Systemwette kann eine Voraussage fest gesetzt werden — in der Praxis als Bank bezeichnet. Sie steht in jeder Reihe und trägt deshalb jeden Gewinn und jeden Verlust mit. Wer eine Bank wählt, konzentriert das Ergebnis auf einen einzigen Tipp. Fällt die Bank, fällt alles; trifft sie, hat man den einen Treffer zehnmal gehebelt.

Das ist keine Nebensache, sondern die Entscheidung mit der grössten Folge. Eine Bank ist eine Wette, die man doppelt und dreifach zählt, und man sollte sie so wählen: nicht als «sicherste», sondern als die Voraussage, bei der man sich am wenigsten irren möchte. Manche Systeme werden auch in zwei Blöcke geteilt, mit zwei Bank-Ergebnissen in mehreren Reihen. Sobald eine davon kippt, ist ein Teil der Reihen verloren, und der Gesamteinsatz steigt weiter, weil es weiterhin viele Linien sind.

Systemwetten erklärt: «X aus Y» als Rechnung

Jetzt der Mechanismus, in Zahlen. Eine Systemwette ist nichts anderes als eine Gruppe von Kombinationswetten, die aus derselben Menge von Voraussagen gebildet werden. Die Schreibweise nennt die Grösse einer Reihe vor der Menge, aus der sie gebildet wird: «3 aus 5» heisst, jede Reihe enthält drei dieser fünf Voraussagen.

Fünf Voraussagen, dreierweise kombinieren — dafür gibt es zehn Reihen. Bei 2 CHF je Wettreihe steht ein Gesamteinsatz von 20 CHF auf dem Wettschein. Dieselben fünf Tipps als eine einzige Fünferkombination würden 2 CHF kosten. Der Mechanismus multipliziert den Einsatz mit der Zahl der Reihen.

Was der Kombiboost und die Quote 1.00 mit der Rechnung machen

Sporttip bietet online einen Kombiboost für Prematch, Live und Systemwetten. Er verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 und schlägt auf den Nettogewinn auf: 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Für die Systemwette heisst das: Der Boost greift auf den Nettogewinn, nicht auf den Einsatz, und die Schwelle von 1.50 gilt für jede einzelne Voraussage. Ein System aus vier sicheren Tipps mit Quoten um 1.20 bekommt nichts, egal wie viele Reihen daraus entstehen. Die Anforderung belohnt also lange Quoten, und lange Quoten sind die, die seltener treffen.

Wie das Ergebnis einer Reihe zustande kommt

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, die das Produkt der Einzelquoten ist. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einer Systemwette wird diese Rechnung je Reihe angesetzt und die Ergebnisse summiert.

Es gibt zwei Fälle, in denen die Rechnung kippt. Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig. In einer Kombination erhält die betroffene Voraussage dann Quote 1.00, sie fällt aus der Reihe heraus, ohne sie zu töten. Bei Livewetten zählt eine Wette mit Quote 1.00, wenn sie erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten.

Für ein System bedeutet das keinen Trost, sondern eine andere Auszahlungsstruktur. Fällt ein Spiel aus, verkleinert sich die Zahl der vollständigen Reihen, die noch gewinnen können. Man behält weniger Linien und weniger Chancen, und der Einsatz bleibt, was er war.

Warum der Rechner die wichtige Zahl nicht kennt

Ein Rechner für Systemwetten ist ein Kombinatorik-Werkzeug: Er beantwortet, wie viele Reihen aus wie vielen Tipps entstehen und was der Einsatz bei einem gewählten Betrag je Reihe kostet. Das ist nützlich und in einer Minute erledigt.

Was der Rechner nicht kennt, ist die Summe der Einsätze im Verhältnis zur Chance, dass am Ende etwas übrig bleibt. Genau dort entscheidet sich das Ergebnis. Der Rand steckt in jeder Quote, und er wird durch das Zerlegen in Reihen nicht kleiner — er zieht an jedem Franken, der auf dem Wettschein steht. Wer fünf Tipps in zehn Reihen giessst, hat zehnmal dieselbe Marge bezahlt.

Was eine Systemwette pro Reihe verlangt

Sporttip begrenzt den Einsatz je Wette: CHF 1 minimum für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 1’000 maximum für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Der Unterschied zwischen CHF 1’000 und CHF 10’000 ist der praktische Kern dieses Abschnitts. Er sagt nichts über Anlagestrategie, sondern über Mechanik: Wer 100 Reihen mit je 100 CHF spielt, schreibt einen Wettschein über CHF 10’000, keinen über eine Wette.

Ein hypothetischer Markt mit 1.90 auf beiden Seiten

Zur Illustration der Grössenordnung nehmen wir einen Markt mit genau zwei Ausgängen, beide zu Quote 1.90. Das ist ein konstruiertes Beispiel, kein irgendwo notierter Preis. Bei Quote 1.90 auf beiden Seiten ist der Quotenschlüssel 1 geteilt durch die Summe aus 1/1.90 und 1/1.90, also rund 0.95. Der Rand dieses Marktes liegt damit bei rund 5 Prozent des Einsatzes. In einem solchen Markt kostet niemand die Information, wie viele Reihen man bildet — die Kosten pro platziertem Franken sind dieselben.

Realistischer liegt der Rand je nach Sportart und Markttiefe im Band von etwa 3 bis 8 Prozent. Das untere Ende gehört zu den grossen Fussball-Ligen, das obere zu Nischenmärkten und zu dünn besetzten Wettbewerben, und je näher das Ereignis rückt, desto enger wird der Preis oft. Wer zehn Reihen zu 2 CHF spielt, hat 20 CHF Marge auf einen Schlag bezahlt; dieselben zehn Reihen zu 20 CHF multiplizieren die Marge, nicht die Gewinnchance.

Ein Zahlenbild, das aus dieser hypothetischen Quote folgt: Bei 20 CHF Gesamteinsatz und einem Rand von rund 5 Prozent entspricht der Preis für die zehn Linien unter einheitlichen Annahmen einem Erwartungswert von ungefähr 19 CHF. Das ist eine statistische Schätzung über viele Wetten, keine Vorhersage für einen einzelnen Wettschein, und sie sagt nichts darüber, ob dieser Wettschein gewinnt.

Was das konkret heisst: Für einen Spielenden mit einem Budget von 50 CHF im Monat sind zehn Reihen zu 2 CHF die halbe Monatssumme in einer einzigen Auswahl. Gibt er 5 CHF aus, sinkt der mögliche Gewinn stärker als die Trefferchance, weil die Anzahl der Reihen die Struktur vorgibt. Der Hebel, den das System verspricht, wird mit demselben Geld gekauft, das er sonst über mehrere Wochen gestreckt hätte.

Wo die Tabelle für eine geplante Wette steht

Eine Systemwette-Tabelle zeigt, wie aus einer Anzahl Voraussagen bei einer Reihenbreite eine bestimmte Anzahl Reihen wird. Bei «3 aus 5» sind es zehn Reihen; bei 4 aus 6 sind es fünfzehn; die Zahlen wachsen schnell und niemand muss sie auswendig wissen. Was eine Tabelle nicht zeigt, ist die Kombination, in der ein Tipp fehlt und die Auszahlung trotzdem etwas wert ist. Das hängt von den Quoten ab, nicht von der Zählung.

Der ehrlichste Umgang mit der Tabelle ist der, den man selbst zurückrechnet: Zahl der Reihen mal Einsatz je Reihe ist der Betrag, der auf dem Konto verschwindet, bevor irgendein Ergebnis feststeht. Bei einem System mit zehn Reihen und 2 CHF je Reihe sind das 20 CHF, bei 40 Reihen 80 CHF. Diese Zahl ist der Ausgangspunkt jeder Planung, und sie steht bei keinem Anbieter so prominent im Fenster wie das Wort «System».

Reihen wie zwei aus drei oder drei aus vier

Die kleinen Systeme sind die, die man sich selbst noch vorstellen kann. «2 aus 3» bildet drei Zweierkombinationen aus drei Voraussagen: Bei drei richtigen Tipps gewinnen alle drei Reihen, bei zwei richtigen genau eine, bei einem keiner. «3 aus 4» bildet vier Dreierkombinationen: Mit drei richtigen Tipps gewinnt eine Reihe, mit vier richtigen alle vier.

Man sieht daran die Struktur des Ganzen. Je breiter die Reihe, desto seltener zahlt etwas aus und desto höher der einzelne Rückfluss. Je schmaler, desto häufiger zahlt etwas — aber desto kleiner ist der Betrag, weil schmale Reihen aus wenigen kurzen Quoten nur wenig ergeben. Aus drei Spielen mit Quote 2.00 wird eine Zweierreihe mit einer Gesamtquote von 4.00; dieselben drei Quoten in einer Dreierreihe ergeben 8.00. Die kleinere Struktur federt ab, sie baut nichts auf.

Vergleich der zugelassenen Veranstalter

In der Schweiz gibt es keinen Vergleich unter zehn Bewilligungen, weil es zehn Bewilligungen nicht gibt. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Für den Wettenden heisst das: Es gibt ein bewilligtes Angebot, es gibt Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, und es gibt dazwischen nichts.

Anbieter Bewilligung Veranstalterin oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne
X3Bet ohne Schweizer Bewilligung gemeldet: Tobique (Kanada), ohne Wirkung in der Schweiz
Wettigo ohne Schweizer Bewilligung gemeldet: keine Angabe; ohne Wirkung in der Schweiz
AmunRa ohne Schweizer Bewilligung gemeldet: keine Angabe; ohne Wirkung in der Schweiz
BDMBet ohne Schweizer Bewilligung gemeldet: keine Angabe; ohne Wirkung in der Schweiz
Duelbits ohne Schweizer Bewilligung gemeldet: keine Angabe; ohne Wirkung in der Schweiz
Unibet ohne Schweizer Bewilligung gemeldet: keine Angabe; ohne Wirkung in der Schweiz
BetOnRed ohne Schweizer Bewilligung gemeldet: keine Angabe; ohne Wirkung in der Schweiz
BassBet ohne Schweizer Bewilligung gemeldet: keine Angabe; ohne Wirkung in der Schweiz

Zwei Zeilen tragen eine Schweizer Bewilligung, acht nicht. Das ist die ganze Spanne, und sie erklärt, warum die Auswahl an Systemwetten-Optionen in der Schweiz kleiner ist als in jedem Nachbarland: Nicht die Nachfrage fehlt, sondern die Anbieter. Wer mehr Auswahl an Reihenbreiten, Boni und Rechnern sucht, landet zwangsläufig bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung — und tauscht Auswahl gegen Schutz. Das ist die Entscheidung, und sie ist keine Geschmacksfrage.

Die Spalte mit der gemeldeten Bewilligung ist unangenehm dünn, und der Grund dafür ist selbst eine Information. Bei acht der zehn Zeilen steht nichts Belastbares über eine Aufsicht, die in der Schweiz irgendetwas bedeuten würde. Eine ausländische Bewilligung — ob Curaçao, Malta, Deutschland oder sonst wo — hat nach Art. 4 BGS keine Wirkung in der Schweiz. Die Spalte sagt also nicht, dass ein Anbieter unseriös ist; sie sagt, dass im Fall eines Streits keine Schweizer Stelle zuständig wäre.

Woran die zehn gemessen werden

Verglichen wird nachprüfbar, nicht nach Geschmack. Vier Kriterien entscheiden die Reihenfolge auf dieser Seite.

Bewilligung und Sitz der Veranstalterin: Wer eine Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel hält, untersteht der Gespa. Das ist das erste Kriterium.

Einsatzgrenzen und Auszahlungsregeln: Ein Mindesteinsatz, ein Höchsteinsatz je Wette und eine Regel, wann eine abgesagte Begegnung die Wette ungültig macht, sind Bedingungen, unter denen das System überhaupt spielbar ist.

Rechner und Systemangebot: Wie viele Reihenbreiten sich bilden lassen und ob die Plattform selbst vorrechnet, was der Einsatz kostet, sagt etwas über den Anbieter und nichts über die Gewinnchance.

Die Verbindung zum Schweizer Selbstkontrollsystem: Ob eine Spielsperre aus dem Register greift und ob eine Verlustlimite überhaupt vorgeschrieben ist, ist bei einem Anbieter ohne Bewilligung keine Selbstverständlichkeit.

Was nicht in die Bewertung einfliesst: ein Willkommensbonus. Bei einem Veranstalter mit Bewilligung sind Gratisspielguthaben nur mit Zustimmung der Gespa zulässig, und ihre Bedingungen stehen in den eigenen Spielregeln. Eine Prozentzahl in einem Werbebanner ist kein Kriterium, sie ist ein Werbebanner.

Worum es bei einer Systemwette eigentlich geht

Die Grundlage ist eine Einordnung, und sie ist einfach genug für einen Satz: Eine Systemwette bündelt mehrere Kombinationen aus einer Auswahl und kann auch dann zahlen, wenn nicht alle Tipps stimmen. Alles Weitere in diesem Text folgt aus dieser Beschreibung.

Wer fünf Spiele wählt und «3 aus 5» spielt, hält zehn Kombinationen in der Hand. Zwei richtige Tipps und die Wette ist verloren — nicht teilweise verloren, sondern ganz, weil keine Reihe vollständig ist. Drei richtige ergeben eine gewinnende Reihe, vier richtige fünf, fünf richtige zehn. Die Verteilung ist die ganze Bandbreite dieses Instruments, und sie lässt sich nicht aushandeln.

Systemwetten in Schweizer Schreibweisen

Das Wort «Systemwette» ist in der Schweiz geläufig, die Amtssprache ist es nicht. Gesetz und Bedingungen sprechen von Grossspielen und Bewilligungen, die Veranstalterin heisst Veranstalterin, und die Bewilligung ist keine «Lizenz». Die Person, die setzt, ist der Wettende oder die Spielende.

Man kann das als Haarspalterei abtun. Es lohnt sich trotzdem, weil die Wörter unterscheiden, was einen Unterschied macht. Eine Bewilligung nach dem Geldspielgesetz ist etwas anderes als eine gemeldete Bewilligung aus einem anderen Land, und wer die beiden Wörter gleich behandelt, hat den Unterschied schon verloren.

Der Systemwetten-Rechner ist eine Tabelle, kein Ratgeber

Die Erwartung, die an einen Systemwetten-Rechner herangetragen wird, ist meist grösser als das, was er liefert. Er rechnet Kombinationen. Bei fünf Voraussagen und der Breite drei gibt er zehn Reihen aus; bei vier Voraussagen und der Breite zwei gibt er sechs Reihen. Das ist korrekt und unbestechlich.

Was ein Rechner nicht liefert, ist die Frage, ob sich der Gesamteinsatz lohnt, und er tut gut daran, denn er kann sie nicht beantworten. Der Rand jeder Quote ist in der Quote selbst versteckt; die Zahl der Reihen verändert ihn nicht. Ein Rechner zeigt viele kleine Zahlen. Bleibt noch die grösste, die er nicht kennt: ob am Ende etwas übrig bleibt.

Warum die Anzahl der Reihen keine Trefferquote ist

Eine Zehn-Reihen-Wette macht einen nicht zu einem besonderen Spieler, sondern zu einem Spieler mit einem besonderen Wettschein. Die Trefferwahrscheinlichkeit der Auswahl bleibt unberührt, was nichts mit der Aufteilung zu tun hat: Ob man auf einen Ausgang 2 CHF setzt oder zehn Euro auf zehn Kombinationen desselben Spiels, ist ein Unterschied in der Kontostandsbewegung, nicht in der Wahrscheinlichkeit, dass der Tipp stimmt.

Ein durchgerechnetes Beispiel macht die Grössenordnung greifbar. Angenommen, die Auswahl besteht aus vier Voraussagen mit je Quote 1.90. In einem Markt mit etwa 5 Prozent Rand ist die faire Quote je Tipp rund 2.00. Werden alle vier richtig getippt, ergeben sich in einem System «3 aus 4» vier gewinnende Dreierreihen mit einer Gesamtquote von je ungefähr 6.80. Bei 2 CHF je Reihe liegt der Gesamteinsatz bei 8 CHF und die Auszahlung bei etwa 54.60 CHF brutto. Der einzelne Dreier aus vier richtigen Annahmen ist damit ein Ereignis, dessen Chance deutlich unter der liegt, die ein Blick auf vier Kreise in Grün suggeriert. Das ist eine Rechnung unter Annahmen, kein Versprechen.

Die Rechtslage: zwei Veranstalter, kein dritter

Systemwetten gehören zum bewilligten Angebot, und in der Schweiz betreiben das nur zwei Veranstalter. Das ist keine Marktbeobachtung, sondern Recht. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern; das Geldspielkonkordat ist seit 1.1.2021 in Kraft. Die ESBK ist nicht zuständig, sie beaufsichtigt nur Casinos.

Ein stiller Dorfplatz mit einem Steinbrunnen im Frühlicht, auf dem Pflaster steht keine Person.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung je Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie gilt nach Art. 4 BGS nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport.

Wer wo sein Konto öffnen kann

Swisslos veranstaltet Sporttip im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet.

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.

Für ein Online-Konto ist ein Wohnsitz in der Schweiz nach Art. 47 Abs. 3 VGS nötig und faktisch einer im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Wer in Zürich wohnt, öffnet kein Konto bei Jouez Sport, und wer in Genf wohnt, keines bei Sporttip. Diese Aufteilung ist eine Folge der kantonalen Struktur, und sie ist der erste praktische Punkt, an dem ein Spieler merkt, dass er es hier nicht mit einem freien Markt zu tun hat.

Was überhaupt gewettet werden darf

Nur Sportereignisse — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten der Gespa (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden erscheinen darauf nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet; auf Trainingsläufe darf nie gesetzt werden. Die Liste zeigt weder Eckball- noch Kartenmärkte und keine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind nach Art. 25 Abs. 2 BGS ausgeschlossen.

Livewetten sind zulässig, vor dem Spiel und live, soweit der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat; das BGS enthält keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Die Zahl der Sportarten und Wettbewerbe auf dieser Liste ist keine Formalität, sondern die Grenze, an der ein Systemwetten-Rechner aufhört, interessant zu sein: Bei vier Ligen statt vierzwanzig gibt es weniger Kombinationen zu bilden, und das drückt auf die Auswahl.

Wie der Gesetzgeber das Spiel-Risiko verteilt

Sportwetten sind ab 18 Jahren zugänglich, Minderjährige werden online nicht zugelassen (Art. 72 BGS). Ein Konto pro Person mit verifizierter Identität (Art. 47–52 VGS). Die Limiten setzen die Spielenden selbst, nicht der Staat: Der Veranstalter muss Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS); eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung gesetzlich nach 24 Stunden — Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Einen gesetzlich festgelegten Einzahlungsdeckel gibt es in der Schweiz nicht.

Für eine Systemwette ist das die entscheidende Hausregel. Der Verlust ist mit dem Gesamteinsatz bereits bezahlt; was danach kommt, ist eine zweite Ausgabe, die man selbst begrenzen muss. Und das tut man selbst, am Spielerkonto, in den Einstellungen, die man einmal ausfüllt und dann nie mehr ansieht.

Bewilligung ohne Schweizer Bewilligung: was ein ausländischer Schein bedeutet

Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung bietet in der Schweiz kein bewilligtes Grossspiel an. Das ist keine moralische Wertung, sondern eine Feststellung über die Rechtsordnung. Ein ausländischer Schein hat nach Art. 4 BGS keine Wirkung in der Schweiz. Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, begeht eine Straftat — bis zu drei Jahre oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schutz- und Fairplay-Kontrolle.

Ein Anbieter ohne Bewilligung ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, und es gibt keinen Schweizer Rechtsweg. Betroffene Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS-Sperre umsetzen (Art. 86–93 BGS). Diese Liste existierte erstmals am 3. September 2019 und umfasste Ende 2025 insgesamt 671 Domains; gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt.

Der Sperrschirm: Register, Sperre und was sie kosten

Swisslos liest keine Ausweise zum Spass aus. Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.

Jouez Sport erhebt dieselben Anforderungen in ihrem Gebiet; ein Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und faktisch in der Westschweiz zugänglich. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf nach den Sporttip-Regeln nicht auf dieses Ereignis wetten.

Warum ein zweites Konto nicht funktioniert

Das Sperrsystem hat ein Gedächtnis. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann nach Art. 84 VGS erst nach drei Monaten aufgehoben werden, unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS); eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Ausgeschlossene oder minderjährige Spieler haben nach Art. 45 BGS keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Das ist die schärfste Konsequenz auf dieser Seite. Wer sich sperrt, sperrt sich nicht bei einer Marke, sondern aus dem System. Ein zweites Konto unter einem anderen Namen hilft nicht, weil die Identität verifiziert ist und das Register geteilt wird. Bei einem Systemsystem mit vielen Reihen ist das die Notbremse, die man tatsächlich ziehen kann.

Gamble Awareness muss vor dem ersten Wettschein stehen, nicht danach

Die Gespa hat 2025 insgesamt 200 Testkäufe an Verkaufspunkten durchgeführt. In 47.5 Prozent dieser Fälle wurde eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Diese Zahl gehört ohne Beschönigung auf die Seite: Die Kontrolle am Verkaufspunkt ist in der Praxis löchrig, und wer sich darauf verlässt, verlässt sich auf etwas, das nicht hält. Am Online-Konto sieht es anders aus, weil dort ein Ausweis hochgeladen wird — aber auch dort ist die Prüfung technisch, und technische Prüfungen greifen die Regel, nicht den Einzelfall.

Was ein System in dieser Umgebung verändert, ist der Betrag, der auf einem einzigen Wettschein landet. Zehn Reihen sind zehn Gelegenheiten, und die Versuchung, nach einem System «noch eine Stufe höher» zu gehen, ist Teil des Mechanismus. Die Verlustlimite, die vor jeder Teilnahme gesetzt werden muss, ist deshalb das wichtigste Eingabefeld im ganzen Konto: Sie ist die einzige Zahl, die man festlegt, bevor man die Auswahl kennt.

Ein Limit hält den Gesamtbetrag, nicht jede Wette

Wer viele Reihen spielt, hat den Einsatz bereits gebunden. Die gewonnene Zeit ist die Zeit bis zum Ausgang, und ein Limit ändert an ihr nichts. Was es ändert, ist die Zahl der Systemwetten, die überhaupt entstehen können — und bei drei, vier Systemen pro Woche ist das die Zahl, die den Monat entscheidet. Wer eine Monatslimite von 200 CHF setzt und pro Wettschein 40 CHF Einsatzkosten hat, kommt auf fünf Versuche im Monat. Das ist nicht viel, und es ist auch nicht wenig. Es ist eine Entscheidung, die man vorher trifft.

Die geprüften Anbieter: zehn Portale, zwei Bewilligungen

Die Reihenfolge dieses Abschnitts folgt nicht dem Geschmack. Sie beginnt bei den zwei Veranstaltern mit Schweizer Bewilligung und geht dann zu den ausländischen Marken, die Schweizer Spieler antreffen. Jede ausländische Marke trägt den Vermerk «ohne Schweizer Bewilligung». Beschrieben und bewertet wird hier, nicht beworben: Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und wird nach Art. 131 BGS mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet.

Swisslos Sporttip: das System-Angebot mit Schweizer Bewilligung

Swisslos, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS (SR 935.51), beaufsichtigt von der Gespa.

Systemwetten sind ausdrücklich Teil des Angebots, was man an einer Kleinigkeit erkennt: Für eine Systemwette liegt die Höchsteinsatzgrenze bei CHF 10’000 statt bei CHF 1’000 wie bei einer Einzel- oder Kombinationswette. Der Mindesteinsatz beträgt CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Dazu kommen Regeln, die den Systemspieler direkt betreffen. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Als reguläre Spielzeit gilt die reguläre Spieldauer — beim Fussball rund 90 Minuten — plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei den Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird.

Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Bei einem Cash-Out verfällt ein zuvor gesetzter Quoten- oder Profitboost.

Zum Aufladen des Spielkontos dient unter anderem PostFinance Pay, die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Spielguthaben lassen sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen (Mindestbetrag CHF 20); in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Auszahlungen von Spielguthaben sind innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto möglich; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; darüber wird bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Konto überwiesen. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.

Die Bewertung fällt bei diesem Anbieter nicht über die Gewinnchance, sondern über die Struktur. Ein Höchsteinsatz von CHF 10’000 je Systemwette ist eine Grenze, die kein Freizeitspieler erreicht, und sie ist der Beweis, dass Systemwetten hier kein Anhängsel, sondern ein vollwertiger Produktteil sind. Die Bet-Builder-Regel und die 48-Stunden-Regel bei abgesagten Begegnungen sind die zwei Stellen, an denen ein Systemspieler im Alltag anstösst: Beide sorgen dafür, dass eine Reihe schrumpft, statt zu verschwinden. Wer Systemwetten als Hobby betreibt, hat hier das vollständigste Werkzeug — und gleichzeitig nur einen Bruchteil der Märkte, aus denen sich sonst Reihen bilden lassen.

Loterie Romande Jouez Sport: das Pendant für die Westschweiz

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Die Bewilligung ist dieselbe Art von Schweizer Grossspiel-Bewilligung, beaufsichtigt von der Gespa.

Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Das ist eine andere Konstruktion als bei Sporttip, und sie ist für den Systemspieler relevanter, als es zunächst aussieht. Eine Systemwette ist eine Menge von Kombinationen; zählt man die Ergebnisse mehrerer Reihen zusammen, stösst man irgendwann auf den Sammelhöchstgewinn von CHF 1’000’000. Das Mindestquote von 1.10 gilt für Kombinationen und damit auch für jede Reihe, die aus Voraussagen mit sehr kurzen Quoten gebildet wird. Wer ein System aus lauter Favoriten baut, kommt dort schneller an die Untergrenze, als er denkt.

Die Bewertung: Die Westschweizer Veranstalterin ist die einzige Möglichkeit für einen Spielenden mit Wohnsitz in Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt oder Wallis, in der Schweiz ein bewilligtes System zu spielen. Der Gewinnhöchstbetrag ist grosszügig für eine einzelne Kombination und eng, sobald man ihn auf mehrere Reihen desselben Vorhabens bezieht. Für grosse Systeme ist das die Zahl, die zuerst zu prüfen ist.

X3Bet: kanadische Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz

X3Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Als Bewilligung wird Tobique in Kanada genannt, was keine Wirkung in der Schweiz entfaltet. Es existiert kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister.

Die vorsichtige Einordnung: Eine gemeldete Bewilligung aus einem anderen Rechtsraum bedeutet nicht, dass ein Anbieter unseriös wäre. Sie bedeutet, dass die Aufsicht, unter der er steht, in der Schweiz keine Handhabe hat. Wer bei einer solchen Adresse ein System spielt, tut es mit dem Wissen, dass im Streitfall keine Schweizer Stelle zuständig ist.

Wettigo: ohne gemeldete Aufsicht im Hintergrund

Wettigo hat keine Schweizer Bewilligung. Es wird keine Bewilligung genannt, was keine Wirkung in der Schweiz entfaltet. Es existiert kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister.

Bemerkenswert ist hier weniger die fehlende Bewilligung als die fehlende Angabe überhaupt. Bei einer Marke ohne gemeldete Aufsicht gibt es nicht einmal eine fremde Stelle, an die man sich wenden könnte. Wer dort ein System mit vielen Reihen plant, plant ohne Rückhalt.

AmunRa: Bewilligung ohne Schweizer Wirkung

AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung. Hier wird keine Bewilligung angeführt, was keine Wirkung in der Schweiz entfaltet.

Der Name lässt an etwas anderes denken als an Wetten, und das ist kein Zufall: Marken in diesem Segment treten oft mit einem Casino-Anstrich auf. Für den Systemspieler heisst das, genau auf das Produkt zu schauen und nicht auf das Design.

BDMBet: ohne Schweizer Bewilligung gelistet

BDMBet hat keine Schweizer Bewilligung. Es wird keine Bewilligung angeführt, was keine Wirkung in der Schweiz entfaltet.

Wer hier ein System plant, sollte die Bedingungen selbst lesen: Welche Reihenbreiten unterstützt die Plattform, und wie hoch ist der Mindesteinsatz je Reihe. Das sind die zwei Zahlen, die den Gesamtbetrag bestimmen, und bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung stehen sie nirgends ausser in seinen eigenen Regeln.

Duelbits: ohne Schweizer Bewilligung, mit eigenen Regeln

Duelbits hat keine Schweizer Bewilligung. Hier existiert keine Bewilligung, was keine Wirkung in der Schweiz entfaltet. Es gibt keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister.

Wer ein System spielt, verlässt sich auf Regeln, die er nicht kennt: Wie ein ausgefallenes Spiel behandelt wird und welche Wettarten in einer Reihe überhaupt kombinierbar sind, steht bei einem solchen Anbieter in seinen eigenen Bedingungen. Die Frage vor dem ersten Wettschein lautet dort nicht, wie viele Reihen möglich sind, sondern was passiert, wenn eine davon ausfällt.

Unibet: bekannte Marke, keine Schweizer Bewilligung

Unibet hat keine Schweizer Bewilligung.

Der Bekanntheitsgrad ist hier die eigentliche Falle. Eine Marke, deren Name überall auftaucht, wirkt wie eine Institution, und eine Institution wirkt bewilligt. Die Feststellung bleibt trotzdem nüchtern: kein Schweizer Permit, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rechtsweg. Wer ein System über zehn Reihen plant, sollte wissen, wessen Regeln gelten, wenn eine Reihe strittig wird.

BetOnRed: ohne Bewilligung in der Schweiz

BetOnRed hat keine Schweizer Bewilligung. Es gibt keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister.

Wer viele Reihen spielt, hat viele kleine Ereignisse, und viele kleine Ereignisse bedeuten viele Gelegenheiten für eine Regel, die man nicht gelesen hat. Das ist kein Argument gegen den Anbieter, es ist ein Argument für die Lektüre seiner Bedingungen.

BassBet: ohne Schweizer Bewilligung geführt

BassBet hat keine Schweizer Bewilligung. Es wird keine Bewilligung genannt, was keine Wirkung in der Schweiz entfaltet. Es existiert kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister.

Bei einem kleinen Anbieter lohnt der Blick auf die Auszahlungsgeschwindigkeit und auf die Frage, ob ein Konto in Schweizer Franken geführt wird. Beides steht in den Bedingungen, nicht im Werbetext.

Swisslos oder eine Marke ohne Bewilligung, wenn es um die Steuer geht

Bei einem Systemgewinn wird die Steuerfrage schnell konkret, weil der Gewinn aus mehreren Reihen zusammengesetzt ist. Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei und erst darüber steuerbar. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); der kantonale Freibetrag weicht davon ab, deshalb gilt «je nach Kanton» und keine einzelne Kantonszahl.

Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein; zurückgeholt wird sie, indem man den Gewinn in der Steuererklärung deklariert. Für den Durchschnittsspieler ist die Schwelle weit weg: kein Steuerfreibetrag überschritten, keine Einkommensteuer, keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Einen Wettsteuersatz auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.

Bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung fällt keine Verrechnungssteuer an, weil das Schweizer Verfahren nicht greift. Die kantonale Praxis ist nicht überall gleich: Die Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen. Das ist der Grund, warum die Frage «mit oder ohne Bewilligung» nicht nur eine Frage des Schutzes ist, sondern auch eine der Steuererklärung. Wer grösser spielt, sollte einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung fragen.

Was am Ende von zehn Reihen übrig bleibt

Die Rechnung, die den ganzen Text trägt, ist unspektakulär. Bei einem hypothetischen Zwei-Weg-Markt zu 1.90 auf beiden Seiten liegt der Quotenschlüssel bei rund 0.95 — gerechnet als 1 geteilt durch die Summe aus 1/1.90 und 1/1.90. Der Rand beträgt damit rund 5 Prozent. Das ist ein Beispiel, kein Zitatpreis, und die wirkliche Spanne liegt bandbreitig bei etwa 3 bis 8 Prozent, je nach Sportart und Markttiefe.

Wer 20 CHF Gesamteinsatz in einem System mit zehn Reihen zu 2 CHF spielt, hat unter einheitlichen Annahmen einen statistischen Erwartungswert von ungefähr 19 CHF — die Differenz ist der Preis des Systems, nicht der Preis des Tipps. Das ist eine Schätzung über viele Wetten, kein Versprechen über einen Wettschein.

Die Grössenordnung macht die Antwort auf die Ausgangsfrage langweilig, aber ehrlich: Ein System verändert die Verteilung. Fünf Tipps in zehn Reihen zu je 2 CHF kosten 20 CHF, statt 2 CHF in einer Fünferkombination. Was auf dem Konto steht, verdoppelt sich zehnfach, während die Chance, dass alle fünf stimmen, dieselbe bleibt.

Was diese Rechnung nicht sagt: dass eine Systemwette sinnlos wäre. Bei fünf Tipps mit je vier richtigen Annahmen zahlt sie tatsächlich etwas aus, und das ist ein legitimes Bedürfnis. Bei einem Markt mit Rand kostet dieses Bedürfnis Geld. Wer es bezahlt, zahlt nicht für einen Vorteil, sondern für eine Verteilung.

Häufige Fragen

Wie funktioniert eine Systemwette, und was bedeutet «3 aus 5»?

Eine Systemwette ist eine Gruppe von Kombinationswetten aus derselben Auswahl. «3 aus 5» heisst, jede Reihe enthält drei der fünf Voraussagen, und daraus entstehen zehn Reihen. Bei 2 CHF je Reihe liegt der Gesamteinsatz bei 20 CHF. Mit höchstens zwei richtigen Tipps ist diese Wette verloren, weil keine Reihe vollständig ist.

Wie berechnen sich Gesamteinsatz und Gewinn einer Systemwette?

Der Gesamteinsatz ist Einsatz je Reihe mal Anzahl Reihen. Der Gewinn einer Reihe folgt aus Einsatz mal Gesamtquote, die bei einer Kombination das Produkt der Einzelquoten ist; bei Sporttip wird der Betrag auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen abgerundet. Die gewinnenden Reihen werden summiert.

Gibt es eine beste Systemwette, oder hängt die Wahl von Auswahl, Quote und Risikobereitschaft ab?

Eine allgemein beste gibt es nicht, weil niemand künftige Ergebnisse kennt. Breite Reihen zahlen seltener und dafür höher, schmale Reihen zahlen häufiger und dafür weniger. Die Zahl der Reihen bestimmt den Einsatz, nicht die Trefferchance. Entscheidend sind die eigenen Annahmen und die Höhe des Betrags, den man verlieren kann.

Kann man mit Systemwetten Geld verdienen, obwohl in jeder Quote eine Marge steckt?

Die Marge steckt in jeder Quote und wird durch das Aufteilen in Reihen nicht kleiner. In einem hypothetischen Zwei-Weg-Markt zu 1.90 und 1.90 liegt der Quotenschlüssel bei rund 0.95, der Rand also bei rund 5 Prozent. Ein System verändert die Verteilung, nicht den Rand. Von einem Einkommen kann deshalb keine Rede sein.

Wer darf in der Schweiz Systemwetten anbieten, und welche Rolle spielt die Gespa-Liste?

Anbieten dürfen Sportwetten nur die zwei bewilligten Veranstalter: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten der Gespa legt fest, was überhaupt gespielt werden darf. Sie ist eine geschlossene Liste ohne Eckball- und Kartenmärkte und ohne Esport-Sektion.

Wie wirken Verlustlimiten und eine Spielsperre, wenn viele Reihen einer Systemwette gespielt werden?

Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage müssen vor der ersten Teilnahme gesetzt werden; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine Spielsperre greift schweizweit und schliesst auch Casinos ein. Für eine Systemwette bindet der Gesamteinsatz das Geld bereits; das Limit begrenzt, wie viele solcher Wettscheine entstehen.

Inhalt erstellt vom Team «einzahlungsbonusch.com»