Wettquoten auf den EM-Sieger: die Quote, die Marge und der Rahmen in der Schweiz

Updated Oktober 2026
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Stand: 29. Oktober 2026. Die Angaben zu Bewilligungen wurden gegen die Bewilligungs- und Sperrlisten der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) geprüft.

Ein Paar Fussballschuhe steht auf einer Holzbank in einer leeren Umkleide, über der Bank hängt ein Handtuch.
Im EM-Finale 2024 am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin besiegte Spanien England mit 2:1 und gewann seinen vierten EM-Titel.

Ein Turniersieger ist ein Ereignis, das vier Wochen lang niemanden interessiert und am letzten Abend alle. Genau darin liegt der Reiz der Siegerwette — und ihr Problem. Wer heute auf den Europameister setzt, bindet sein Geld an ein Fussballspiel, das unter Umständen erst in eineinhalb Jahren angepfiffen wird, und weiss bis dahin nicht einmal, wer mitspielt. In der Schweiz kommt eine zweite Bindung dazu: Nur zwei Veranstalter dürfen diese Wette überhaupt annehmen, und jeder von ihnen hat sein eigenes Gebiet. Ein Konto in Zürich und ein Konto in Lausanne sind nicht zwei Optionen desselben Marktes, sondern zwei getrennte Märkte mit je einem Anbieter.

Die Fussball-Europameisterschaft 2024 fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland mit 24 Mannschaften statt, gespielt wurden 51 Spiele in sechs Vierergruppen. Am 14. Juli 2024 besiegte Spanien im Olympiastadion Berlin England mit 2:1 und gewann damit seinen vierten EM-Titel; Deutschland steht bei drei (1972, 1980, 1996). Die nächste Ausgabe läuft in England, Schottland, Wales und Irland, Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 in Cardiff, Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion. Wer also 2026 eine Siegerquote sucht, sucht eine Quote auf ein Turnier, das in diesem Jahr nicht stattfindet. Das ist keine Kleinigkeit, sondern der erste Punkt, an dem eine Wette teuer werden kann, wenn man ihn nicht kennt.

Rechtslage: wer in der Schweiz überhaupt eine Siegerwette annehmen darf

Online-Sportwetten sind nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) ein Grossspiel und stehen unter der Aufsicht der Gespa mit Sitz in Bern; das Geldspielkonkordat ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft. Zuständig ist ausdrücklich nicht die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Für den Betrieb braucht es eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel, und diese gilt nur in der Schweiz.

Ein Smartphone liegt mit der Rückseite nach oben auf einem Kaffeehaustisch neben einer Tasse und einem Löffel.
Bei der Fussball-Europameisterschaft 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es sind die Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die ihre Sportwetten unter dem Namen Sporttip führt und sich dabei auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 stützt, und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport, die für die sechs Westschweizer Kantone arbeitet. Beide halten eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem BGS und werden von der Gespa beaufsichtigt.

Wer eine Siegerwette mit einiger Wahrscheinlichkeit in Betracht zieht, sollte sich die praktische Folge dieser Zahl klarmachen: Es gibt keine dritte Bewilligung. Es gibt auch keine Liste weiterer konzessionierter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Was die Gespa veröffentlicht, ist die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains — nicht ein Verzeichnis zugelassener Anbieter. Die Suche nach «dem Buchmacher mit der besten Siegerquote» führt in der Schweiz also nicht zu zwanzig Ergebnissen, sondern zu einem, nämlich zu dem, der für den eigenen Wohnkanton zuständig ist.

Der Bewilligungsrahmen zieht die Grenze sehr eng

Ein Online-Konto setzt einen Wohnsitz in der Schweiz voraus, in der Praxis dazu einen im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Für Swisslos ist das Vertragsgebiet die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande bedient Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Ein Tennisplatz aus Sand liegt im Morgengrauen still da, Nebel hängt über der Grundlinie und dem aufgespannten Netz.
Die Fussball-Europameisterschaft 2028 findet mit 24 Nationen statt; Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.

Diese Aufteilung hat eine Konsequenz, die in der Werbung nie vorkommt: Ein in Genf registrierter Zugang lässt sich nicht nach Zürich mitnehmen. Wer umzieht, wechselt den Veranstalter. Und wer in einem Kanton wohnt, für den «sein» Veranstalter keine Siegerwette auf ein bestimmtes Turnier im Programm hat, hat keine zweite Adresse für diese Wette.

Der bewilligte Markt ist zudem eine geschlossene Liste. Was überhaupt angeboten werden darf, ergibt sich aus der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in der Fassung vom 10. September 2026. Qualifikationsrunden stehen darauf nur, wenn sie ausdrücklich genannt sind; Frauenwettbewerbe ebenso; Rankingwetten nur, wenn das Ranking über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind generell ausgeschlossen, Eckball- und Kartenmärkte finden sich auf der Liste nicht, und eine Esport-Sektion gibt es auf ihr nicht. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ohnehin gesperrt. Wer eine Siegerwette platziert, sollte also nicht erwarten, dieselbe Bandbreite an Nebenmärkten vorzufinden, die ausländische Seiten bewerben.

Mindestens so wichtig wie das, was auf der Liste steht, ist das, was nicht geregelt ist. Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat; eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht. Cash-Out dagegen ist nicht reguliert und bleibt eine Funktion des jeweiligen Veranstalters — siehe dazu den Abschnitt «Cash-Out: die Ausnahme, die nicht jede Wette trifft». Zu virtuellen Sportarten sagt der Rahmen nichts, und über eine allfällige Zulässigkeit steht hier nichts, weil dazu nichts feststeht.

Steht die Wette erst einmal, ändern sich die Bedingungen nicht mehr

Der entscheidende Unterschied zwischen einer Schweizer Siegerwette und einem Konto auf einer ausländischen Seite zeigt sich nicht am Tag der Platzierung, sondern zu dem Zeitpunkt, an dem das Turnier beginnt. Eine Wette bei einem bewilligten Veranstalter läuft unter dem Geldspielgesetz, den Spielregeln und den Teilnahmebedingungen, die zum Zeitpunkt der Platzierung gelten. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung läuft dieselbe Wette unter Bedingungen, auf die von hier aus niemand Einfluss hat und die von hier aus auch niemand durchsetzen kann.

Ausländische Bewilligungen — ob aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — entfalten in der Schweiz keine Wirkung. Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar, bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Die wettende Person wird nicht bestraft. Das ist die gute Nachricht und zugleich der Grund, warum die schlechte so oft übersehen wird: Strafbar macht sich der Veranstalter, nicht der Spielende — aber für den Spielenden bedeutet es, dass nichts von dem geschützt ist, was bei einem bewilligten Anbieter geschützt ist. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.

Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gibt es keine Anbindung an das schweizerische Spielsperrregister, keine Schweizer Aufsicht und keinen Schweizer Rechtsweg. Die Gespa kann solche Domains auf ihre Sperrliste setzen, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS umsetzen. Diese Liste wird seit dem 3. September 2019 geführt und umfasste Ende 2025 insgesamt 671 Domains. Blockierte Adressen werden innerhalb von Stunden ersetzt — die Gespa nennt dieses Vorgehen Domain-Hopping. Wer eine Siegerwette über einen längeren Zeitraum halten will, sollte die Adresse, über die er 2028 seinen Gewinn abrufen möchte, deshalb nicht als Konstante einplanen. Sie ist eine Momentaufnahme.

Wichtig für die Einschätzung: Beide Wege haben einen Preis. Der bewilligte hat den engen Rahmen, die Wohnsitzbindung, die geschlossene Marktliste und die Verifizierungspflicht. Der nicht bewilligte hat keine Schweizer Aufsicht, keine Aufnahme ins Sperrregister und keinen Rechtsweg — und ausländische Gewinne sind nach kantonaler Praxis steuerbar, siehe dazu den Abschnitt «Wie sich ein Gewinn steuerlich darstellt». Wer behauptet, einer der beiden Wege sei die sichere Wahl, beschreibt nicht die Lage, sondern eine Haltung.

Was ein ausländischer Anbieter für Schweizer zusätzlich kostet

Die Sperrliste ist nicht der einzige Berührungspunkt. Ein Veranstalter ohne Schweizer Bewilligung ist nicht am schweizerischen Sperrsystem beteiligt, und das gilt in beide Richtungen: Wer sich selbst sperren will, sperrt sich bei ihm nicht mit. Der Schutz, den das Sperrregister bietet, endet an der Landesgrenze der Bewilligung.

Dasselbe gilt für die Identitätsprüfung. Bei einem bewilligten Schweizer Veranstalter ist ein Konto pro Person mit verifizierter Identität die Regel, und die Registrierung bei Swisslos verlangt mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet und setzt voraus, dass keine Spielsperre besteht; jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Das ist lästig, und es ist der Teil, der die Wette einen Anspruch gibt.

Spielerschutz: die Grenzen, die man vor dem ersten Einsatz zieht

Die Limiten setzt in der Schweiz nicht der Staat, sondern die wettende Person selbst. Der Veranstalter muss von sich aus eine oder mehrere Oberlimiten für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Bei Sporttip bedeutet das konkret: Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten.

Die 72 Stunden sind der Kern dieser Regelung. Wer an einem Samstagabend frustriert die Limite erhöhen will, kann es nicht. Der Aufschub ist keine Schikane, sondern die einzige Bremse, die in dem Moment greift, in dem sie nötig ist — dem Moment, in dem man sie selbst am wenigsten will.

Ein gesetzlicher fester Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht. Wenn eine Seite mit einer «staatlich verordneten Einzahlungsgrenze» wirbt, wirbt sie mit etwas, das es in diesem Rahmen nicht gibt. Es gibt die selbst gesetzte Limite, und zwar verbindlich verlangt.

Ein Turnier erzeugt Serien, nicht einen Einsatz

Eine Siegerwette steht am Anfang einer Europameisterschaft. Danach kommen 51 Spiele in vier Wochen, und für jeden davon gibt es Quoten. Das ist der Punkt, an dem eine ursprünglich als langfristige Wette gedachte Position zu einem täglichen Vorgang wird — und an dem die Verlustlimite pro 7 und pro 30 Tage zur eigentlichen Steuerung wird, nicht die für den einzelnen Tag.

Wer eine Verlustlimite nach einer schlechten Woche senkt, sollte wissen, dass die Senkung sofort wirkt und die spätere Rückkehr zur alten Grenze nicht. Genau so soll es sein: Der Weg nach unten ist offen, der Weg nach oben hat eine Frist.

Sperre, Register und was danach nicht mehr geht

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, und zwar ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt dann auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich nur nach drei Monaten wieder aufheben.

Das schweizweite Register ist wirksamer als sein Ruf und enger als die Erwartung. Wirksam, weil es nicht beim Sportwetten aufhört, sondern auf Casinos übergreift. Enger, weil es an der Grenze zur Bewilligung endet: Bei einem Veranstalter ohne Schweizer Bewilligung besteht keine Anbindung an dieses Register, eine dort ausgesprochene Sperre erreicht ihn also nicht. Wer das Sperrsystem als Schutz begreift, muss dazu wissen, wo es aufhört zu greifen.

Ausgeschlossene und minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Und die Kontrolle an den Verkaufsstellen ist nicht lückenlos: Testkäufe der Gespa aus dem Jahr 2025 ergaben, dass an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Diese Zahl steht hier, weil «an der Verkaufsstelle wird ohnehin geprüft» eine Annahme ist und keine Tatsache.

Wer merkt, dass die Wette nicht mehr das ist, was sie sein sollte, findet Rat beim Veranstalter selbst, über die Spielsperre, und darüber hinaus bei den Beratungsstellen der Kantone. Für eine rechtliche oder steuerliche Frage in diesem Feld gilt dasselbe wie überall: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.

Zahlungswege und Auszahlung: Franken, Namen und kein Umweg

Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettmarkt nicht, und eine Kreditvergabe an Spielende ist ausgeschlossen. Das ist eine kurze Regel mit einer langen Wirkung: Wer seinen Gewinn auf ein Konto bei einem Dritten leiten will, kann das bei einem bewilligten Veranstalter nicht.

Dazu kommt die Währung. Ein Schweizer Spielerkonto läuft in Franken. Wer die Siegerquote eines Anbieters in Euro liest, liest sie auf einem Konto, das in Euro geführt wird, und das ist ein anderes Konto mit einem anderen Währungsrisiko über einen Zeitraum, der bei einer Siegerwette durchaus zwei Jahre betragen kann.

Wer die Zahlungswege der beiden Schweizer Veranstalter kennen will, sollte den Punkt zur richtigen Zeit prüfen. Nicht die Bonusseite ist die informierte Quelle, sondern das Spielerkonto selbst: Dort steht vor dem ersten Einsatz, welche Ein- und Auszahlungswege offenstehen und welche Fristen gelten. Eine Siegerwette bindet Kapital über Monate; die Frage, wie und wann dieses Kapital zurückkommt, gehört deshalb vor den Einsatz und nicht danach.

Und die Auszahlungsgeschwindigkeit selbst gehört zu den Feldern, auf denen sich ein Schweizer Veranstalter nicht an einem internationalen Massstab messen lassen muss. Bei Sporttip etwa wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Das ist buchhalterische Genauigkeit statt Geschwindigkeit — kleiner Betrag, klare Regel.

Einschätzung und Strategie: warum der Favorit nie der Sieger ist

Form, Kader und Auslosung — mehr steht einem bei einer Siegerwette nicht zur Verfügung, und keine der drei Grössen ist verlässlich. Die Auslosung ist noch nicht einmal bekannt: Die Qualifikation zur EM 2028 wird in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams gespielt, die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt, gezogen wird am 6. Dezember 2026 in Belfast. Wer 2026 eine Siegerquote liest, liest eine Quote auf ein Feld, das zu einem erheblichen Teil noch gar nicht feststeht.

Das ist der Grund, warum frühe Siegerquoten so verlockend aussehen. Sie sind nicht grosszügig, sie sind lediglich fertig, bevor das Feld fertig ist. Der Anbieter preist eine Unsicherheit ein, die er selbst noch nicht auflösen kann, und wer das nicht auseinanderhält, verwechselt eine hohe Quote mit einer guten Wette.

Was aus einer Quote ablesbar ist und was nicht

Eine Quote sagt aus, wie viel ein Einsatz zurückbringt, wenn die Vorhersage eintrifft. Sie sagt nichts darüber aus, ob sie eintrifft. Bei einem Turniersieger kommen alle Unsicherheiten zusammen: die Kaderverfassung in zwei Jahren, die Verletzungen, die Qualifikation, die Auslosung, das Los im Achtelfinale. Spanien hat 2024 gewonnen; ob Spanien 2028 an einem Viertelfinalabend in Düsseldorf oder in Dublin das bessere Ende hat, steht in keiner Quote.

Die langfristige Wette hat einen weiteren Nachteil, der gerne unter den Tisch fällt: Der Einsatz ist gebunden. Die Frage, ob man vorzeitig aussteigen kann, ist eine reine Frage der Bedingungen des jeweiligen Veranstalters — siehe dazu den Abschnitt «Cash-Out: die Ausnahme, die nicht jede Wette trifft».

Turnierformate und was sie mit Quoten machen

Die EM 2028 wird mit 24 Nationen gespielt, sechs Vierergruppen, danach K.-o.-Phase mit Achtelfinale vom 24. bis 27. Juni, Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, Halbfinale am 4. und 5. Juli und dem Finale am 9. Juli 2028. Ein Spiel um Platz 3 gibt es nicht. Seit 2016 spielen 24 Mannschaften, von 1996 bis 2012 waren es 16; die erste EM fand 1960 statt. Rekordsieger ist Spanien mit vier Titeln; Rekordtorschütze ist Cristiano Ronaldo mit 14 Toren, Veranstalter ist die UEFA, und das Turnier findet alle vier Jahre statt.

Warum diese Formatgeschichte für die Quote zählt: Jedes Format schafft andere Wege durch das Turnier. Sechs Vierergruppen mit vier Weiterkommenden pro Gruppe bedeuten, dass ein Favorit schon in der Vorrunde verlieren kann, ohne auszuscheiden. Das senkt das Risiko des frühen Ausscheidens und damit die Quote — und erhöht zugleich die Zahl der Spiele, in denen ein Favorit noch eine zweite Chance bekommt. Zwei Turniere mit demselben Sieger können deshalb völlig verschiedene Quoten tragen, weil sie verschieden viele Wege zum Titel anbieten. Quoten über Ausgaben hinweg nebeneinanderzulegen ist ein verbreiteter Fehler und kein Vergleich: Gegenstand der Wette ist nicht «Spanien gewinnt», sondern «Spanien gewinnt unter diesen Regeln, in diesem Format, gegen dieses Feld».

Zur Erinnerung, wie schmal die Spitze ist: Bei der EM 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore — Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz. Die Gesamtzuschauerzahl betrug 2’681’288. Wer aus einem Torschützenkönig der letzten Ausgabe die Prognose des nächsten Turniersiegers ableitet, verwechselt eine Randerscheinung mit einem Kriterium. Ein Torschützentitel und ein Mannschaftstitel sind verschiedene Ereignisse, und das eine folgt aus dem anderen nicht.

Wettarten und Quoten: Siegerwette, Gruppensieger, Torschützen

Der Markt, um den sich alles dreht, ist die Siegerwette: ein Einsatz darauf, dass eine bestimmte Nation das Turnier gewinnt. Daneben stehen Gruppensiegerwetten, Torschützenwetten und Rankingwetten. Die letzten drei folgen eigenen Regeln und eigenen Wahrscheinlichkeiten; wer sie kombiniert, kombiniert nicht denselben Sachverhalt, sondern mehrere.

Die gesetzliche Marktliste zieht hier eine klare Grenze. Rankingwetten sind nur zugelassen, wenn das Ranking über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wird also ein Ranking angeboten, sollte man vor dem Einsatz prüfen, welches Ranking gemeint ist — nämlich nicht ein beliebiges, sondern eines mit dieser Konsequenz.

Wie aus einer Quote eine implizite Wahrscheinlichkeit wird

Eine Quote lässt sich in eine Wahrscheinlichkeit zurückrechnen. Dazu teilt man 1 durch die Quote. Bei der Quote 6.00 für einen Titel sind das rund 16,7 % — die Zahl, die der Anbieter dem Ereignis mit dieser Quote beimisst, bevor man die Marge berücksichtigt. Das ist der ehrlichste Teil einer Quote: Sie ist keine Meinung, sondern ein Preis, aus dem sich eine Einschätzung herauslesen lässt.

Zieht man über alle Ausgänge eines Marktes die impliziten Wahrscheinlichkeiten zusammen, kommt man über 100 %. Der Überschuss ist die Marge.

Was die Marge kostet — eine Beispielrechnung

Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit den Quoten 1.90 und 1.90, ausdrücklich als Beispiel und nicht als zitierter Preis. Die Auszahlungsquote dieses Marktes liegt bei 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90), also bei rund 95 %. Die Marge ist der Rest: rund 5 %. Wer über beide Ausgänge eines solchen Marktes je einen Franken setzt, erhält im Erwartungswert rund 95 Rappen zurück, unter der Annahme gleich grosser Verteilung.

Die Marge ist keine Sondergebühr, die irgendwo abgezogen wird. Sie steht in beiden Quoten. Wird sie grösser, sinken die angezeigten Quoten, ohne dass sich am Ereignis etwas ändert — deshalb ist ein Quotenvergleich ohne dieselbe Marge kaltes Wasser und keine Information.

Wie hoch die Marge in einem konkreten Markt auf den Europameister in der Schweiz liegt, hängt vom Markt und vom Zeitpunkt ab und ist hier nicht als Zahl ausgewiesen. Das ist eine brauchbare Grösse, weil sie über die gesamte Haltedauer konstant bleibt, während sich die Quoten bewegen. Wer aus derselben Quote über zwei Jahre hinweg dieselbe implizite Wahrscheinlichkeit herausliest, hat verstanden, dass die Quote das Turnier nicht kennt und nur den Markt.

Die Rechnung im Detail, und was aus ihr folgt

Die Rechnung verdient einen zweiten Blick, weil sie an zwei Stellen Konsequenzen hat, die mit dem Ergebnis nicht enden.

Erstens addiert sich die Marge über eine Kombination nicht zu einer Zahl, sondern zu einem Produkt. Wer zwei Märkte mit je rund 5 % Marge zu einer Kombiwette verbindet, trägt nicht 5 %, sondern die zusammengesetzte Belastung beider. Bei einer Kombiwette aus zwei solchen Ausgängen ergibt sich auf Basis der Auszahlungsquote eine Belastung von etwa 1 − 0,95 × 0,95, also rund 9,8 %. Sodann ist auch die Zahl der Voraussagen kein beliebiger Zusatz: Bei Swisslos verlangt der Kombiboost mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50, und der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind dabei limitiert. Der Bonus frisst also genau in dem Bereich, in dem er am attraktivsten aussieht, gegen die gestiegene Wahrscheinlichkeit an, dass mindestens eine Voraussage nicht eintrifft.

Zweitens hängt die Marge an der Zahl der Ausgänge. Je mehr Nationen als Kandidaten gehandelt werden, desto mehr Ausgänge hat der Markt und desto mehr Wahrscheinlichkeiten müssen zusammen über 100 % liegen. Ein Siegermarkt mit dreissig Nationen trägt deshalb in der Regel eine andere Marge als ein Zwei-Weg-Markt — und eine frühe Siegerquote vor der Auslosung eine andere als eine kurz vor Turnierbeginn, weil der Anbieter vor der Auslosung mehr Ungewissheit einpreist.

Die Beispielrechnung endet mit dem, was sie hergibt: Ein solcher Markt zahlt rund 95 % der Einsätze an die Wettenden zurück, die Marge der Buchmacher liegt entsprechend bei rund 5 %, und die Rechnung beschreibt, was ein Markt im Durchschnitt zurückgibt — keine Aussage darüber, ob eine einzelne Wette gewinnt oder verliert. Der Vorteil am Markt ist die einzige Grösse, die ein Wettender beeinflussen kann, und er ist eine Sache der Quotenauswahl. Ob das Spiel ausgeht, wie es ausgeht, entscheidet kein Vergleich.

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette — und was sie unterscheiden

Bei der Einzelwette steht eine Vorhersage gegen eine Quote. Bei der Kombiwette werden mehrere Vorhersagen zu einem Preis verbunden: Bei Swisslos ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000.

Die Obergrenzen sind der Punkt, an dem eine Siegerwette plötzlich eine andere ist als gedacht. Eine Kombination aus einem Aussenseiter auf den Titel und ein, zwei weiteren Aussenseitern kann auf dem Papier eine hohe Gesamtquote tragen; ab dem Höchstgewinn hört der Reiz auf, weil der Betrag gedeckelt ist. Wer eine Kombination mit sehr hoher Gesamtquote erwägt, prüft die Gewinngrenze vorher, nicht nachher.

Bei abhängigen Wettereignissen derselben Sportveranstaltung gibt es noch eine Besonderheit: Kombiniert werden sie bei Swisslos ausschliesslich über die «Bet-Builder-Funktion». Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Es ist ein technisches Detail mit einem geldwerten Effekt.

Cash-Out: die Ausnahme, die nicht jede Wette trifft

Cash-Out klingt nach Flexibilität und ist in der Praxis der engste Teil des Angebots. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Genau darin liegt die Antwort auf die naheliegende Frage, ob man aus einer Siegerwette wieder herauskommt: nicht automatisch, und nicht in jeder Höhe.

Wer aus einer Langzeitwette aussteigen möchte, sollte die Bedingungen also vor dem Einsatz lesen und nicht in dem Monat, in dem es darauf ankommt. Und wenn der Ausstieg gelingt, verfällt bei einem Cash-Out ein allfällig gewährter Boost.

Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 — und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Ein Live-Einsatz kurz vor dem Tor ist also kein cleverer Schachzug, sondern eine Wette, die im Zweifel zu 1.00 verrechnet wird.

Die Einordnung: zwei Schweizer Veranstalter und acht ausländische Angebote

Die folgende Übersicht nennt die Schweizer Veranstalter und die ausländischen Anbieter, auf die ein hiesiger Wettender in der Praxis treffen kann. Die Reihenfolge nennt keine Rangfolge: Sortiert wird nicht nach Quotenhöhe, denn Quotenhöhe ist ohne die Höhe der Marge und ohne die Bedingungen dahinter keine belastbare Grösse. Sortiert wird nach dem, was bei einem Siegerwettmarkt tatsächlich unterscheidet: wer unter Schweizer Bewilligung arbeitet und wer nicht.

Betreiber Schweizer Bewilligung Veranstalter bzw. gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft (Sitz Basel)
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
Rollbit keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Bewilligung
Bruce Bet keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Bewilligung
BetLabel keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Bewilligung
Betscore keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Bewilligung
Betovo keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Bewilligung
ZotaBet keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Bewilligung
N1 Bet keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Bewilligung
AmunRa keine Schweizer Bewilligung keine in der Schweiz wirksame Bewilligung

Was diese Tabelle über eine reine Statusangabe hinaus zeigt, ist die Schieflage des Angebots. Auf zehn Namen kommen zwei Bewilligungen, und die beiden sind nicht einmal Alternativen zueinander: Wer in Zürich wohnt, kann bei Jouez Sport kein Konto eröffnen, wer in Genf wohnt, bei Sporttip nicht. Der Wettbewerb, den ein Quotenvergleich voraussetzt, findet in der Schweiz auf der Ebene der Bewilligung gar nicht statt. Er findet nur zwischen dem bewilligten Veranstalter, der für den eigenen Kanton zuständig ist, und jenen Anbietern statt, die man rechtlich gar nicht als Anbieter desselben Marktes bezeichnen kann.

Für Werbung in der Schweiz gilt eine klare Grenze: Werbung für ein Glücksspiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist verboten und kann mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet werden. Diese Übersicht beschreibt die Anbieter und bewertet sie; sie empfiehlt keinen von ihnen.

Die Veranstalter und Anbieter im Einzelnen

Swisslos Sporttip — der Veranstalter mit dem grössten Vertragsgebiet

Sporttip ist das Sportwettenprodukt der Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die ihre Tätigkeit auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 stützt. Sie hält eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem BGS und steht unter der Aufsicht der Gespa — eine von zwei Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht in der Schweiz zulässt. Ein Online-Konto erhalten Personen, die im Vertragsgebiet wohnen: die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Die Einsatzgrenzen bei Sporttip: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Ein Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Einzelwette ist der Punkt, der bei einer Siegerwette am stärksten wirkt. Die Obergrenze gilt pro Wette, nicht pro Konto und nicht pro Ereignis: Wer den Turniersieg höher gewichten will, muss ihn über mehrere Wetten verteilen — mit unterschiedlichen Quoten und damit unterschiedlichem Ergebnis je Wette. Der eine Einsatz, der die Sache in einem Zug erledigt, ist nicht verfügbar.

Dazu kommt bei Sporttip der Kombiboost, der nur online für Prematch, Live und Systemwetten gilt und mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 verlangt; bei einem Cash-Out verfällt er. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Das ist ein Werkzeugkasten mit vielen Schrauben und einer Gemeinsamkeit: Jede dieser Erhöhungen hängt an Bedingungen, die man vor dem Einsatz und nicht beim Auszahlungsversuch lesen sollte.

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Vorhersage Quote 1.00. Bei einem Turnier in vier Ländern und drei Jahren Vorlauf ist das keine theoretische Regel.

Fazit. Sporttip ist für den grössten Teil der Deutschschweizer die einzige Adresse, an der eine Siegerwette überhaupt zulässig ist, und der Preis dafür heisst Vielfalt: CHF 1’000 pro Wette, ein Margen-bestimmter Quotenmarkt und ein Bonusprogramm, dessen Erhöhungen an Voraussagenzahlen und Mindestquoten gebunden sind. Wer die Wette als eine Position über zwei Jahre begreift, findet hier den verlässlichsten Rahmen und die engste Korsage.

Loterie Romande Jouez Sport — die Westschweizer Adresse mit dem tieferen Höchsteinsatz

Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande, der Société de la Loterie de la Suisse Romande, die für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura arbeitet. Sie hält ebenfalls eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS unter der Aufsicht der Gespa und ist die zweite der beiden gesetzlich zugelassenen Veranstalterinnen. Die Kontaktadresse liegt an der Avenue de Provence 14 in Lausanne; die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Die Einsatzgrenzen bei Jouez Sport: Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2; Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Der Höchsteinsatz von CHF 500 pro Einzel- und Kombiwette ist halb so hoch wie bei Sporttip, und das ist die Zahl, die diese Adresse für grosse Positionen ausschliesst. Der Mindesteinsatz von CHF 2 online ist dagegen niedrig genug, dass kleine Beträge nicht durch die Untergrenze erzwungen werden.

Rollbit — kein Schweizer Bezug, kein Schweizer Schutz

Rollbit verfügt über keine Schweizer Bewilligung. In der Schweiz dürfen nur Swisslos und Loterie Romande Sportwetten anbieten; eine Bewilligung, über die Rollbit verfügt, entfaltet hier keine Wirkung. Das bedeutet keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden. Als ausländisches Grossspiel unterliegt ein hier erzielter Gewinn ausserdem der kantonalen Steuerpraxis.

Was Rollbit dennoch zu einer Grösse macht, die man nicht ignorieren kann: Wer Sportwetten im Internet sucht, findet diese Domain vor jeder Schweizer Adresse. Ihre Werbung ist auf Schweizer Bildschirme ausgerichtet, ihr Bewilligungsstatus nicht.

Fazit. Kein Schweizer Schutz, keine Schweizer Aufsicht, aber die Domain, die ganz oben in den Suchergebnissen steht — und genau darin liegt ihr einziges Argument, das keines ist.

Bruce Bet — eine bekannte Domain ohne Schweizer Wirkung

Bruce Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Es gilt, was für alle ausländischen Anbieter in dieser Liste gilt: kein Schweizer Rechtsschutz, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Möglichkeit, dass die Domain auf die Sperrliste kommt und blockiert wird. Eine gemeldete Lizenz eines anderen Landes bindet hier niemanden.

Nüchterner gesagt: von den zehn Namen in der Übersicht unterscheiden sich die acht ausländischen in nichts, was den Schweizer Bewilligungsstatus betrifft — sie stehen alle auf der gleichen Seite der Linie.

Fazit. Wer eine Siegerwette über Jahre halten will, braucht eine Adresse, die auf Jahre erreichbar ist — eine Sache, die bei einer Domain ohne Schweizer Bewilligung niemand zusichert.

BetLabel — markanter Name, gleicher Status

BetLabel führt keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten annehmen, eine Bewilligung eines anderen Landes hat hier keine Wirkung. Damit fehlen der Schutz des schweizerischen Aufsichtssystems, die Verbindung zum Sperrregister und der Schweizer Rechtsweg; die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS gesperrt werden. Ausländische Gewinne sind nach kantonaler Praxis steuerbar.

Ein wiederkehrender Effekt dieser Liste: Je vertrauter der Name klingt, desto leichter wird übersehen, dass ein Bewilligungsvermerk fehlt.

Fazit. Ein Name auf einer Werbefläche ist kein Bewilligungsnachweis — hier ist die eine Zeile, die zählt, ebenso leer wie bei den anderen ausländischen Anbietern.

Betscore — kein Schweizer Veranstalter, keine Schweizer Regeln

Betscore ist keine Schweizer Veranstalterin und hat keine Schweizer Bewilligung. Das ist keine Formalie, sondern entscheidet darüber, welches Recht auf eine Wette Anwendung findet: nicht das Geldspielgesetz, nicht die Schweizer Spielregeln, nicht die Vorgaben zu Limiten und Sperren — und keine Aufnahme ins schweizerische Sperrregister.

Fazit. Wer sein Spielerkonto dort führt, tauscht die Schweizer Aufsicht gegen eine Rechtsordnung, in der er kein Recht durchsetzen kann — und merkt den Unterschied erst, wenn es Streit gibt.

Betovo — ohne Bewilligung, mit den üblichen Folgen

Betovo hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar, und der Spielende selbst macht sich nicht strafbar — die Aufsichtskontrolle betrifft ihn trotzdem nicht. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.

Fazit. Der Bewilligungsvermerk entscheidet über die Rechtsordnung, und diese Zeile entscheidet damit über jeden Streit, den man dort führen müsste.

ZotaBet — eine von vielen ohne Zulassung

ZotaBet verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Damit fehlen der Schutz des schweizerischen Aufsichtssystems, die Anbindung an das Sperrregister und der Schweizer Rechtsweg; die Domain kann per DNS blockiert werden, und ausländische Gewinne sind nach kantonaler Praxis steuerbar — die kantonalen Praktiken unterscheiden sich, es gibt also nicht einmal in dieser Nebenfrage eine einheitliche Antwort.

Fazit. Wenn selbst die steuerliche Behandlung eines Gewinns vom Wohnkanton abhängt, ist die einzige verlässliche Angabe auf so einer Seite die, dass sie nicht in der Schweiz bewilligt ist.

N1 Bet — ohne Schweizer Aufsicht und ohne Register

N1 Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Wer dort eine Siegerwette hält, hält sie ohne Schweizer Aufsicht, ohne Anbindung an das schweizerische Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsweg. Das ist besonders dann relevant, wenn man weiss, dass man sich selbst Grenzen setzen muss — das schweizerische Sperrsystem endet an der Bewilligungsgrenze und erreicht diesen Anbieter nicht.

Fazit. Wer sich selbst sperren können will, braucht einen Anbieter, der am Register teilnimmt — und diesen Anbieter gibt es in dieser Reihe nicht.

AmunRa — dieselbe Linie, dieselben Folgen

AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen hier Sportwetten anbieten; eine anderswo gemeldete Lizenz hat keine Wirkung in der Schweiz. Kein Schutz, keine Registerverbindung, kein Schweizer Rechtsweg, und eine Domain, die auf der Sperrliste landen kann.

Fazit. Von den acht ausländischen Namen hier ist keiner am Schweizer Markt zugelassen, und keiner von ihnen vermag an dieser Feststellung etwas zu ändern.

Wie aus einer Quote ein Preis wird — und was davon hängen bleibt

Bei einer Siegerwette ist der Verzicht am grössten und am wenigsten sichtbar. Der Einsatz liegt über Monate, die Marge steckt in jeder Quote, und das Feld steht zu einem guten Teil noch nicht einmal fest. Wer eine Siegerquote auf 2028 liest, liest eine Zahl, deren Grundlage sich noch ändern wird: Die Auslosung der Qualifikation am 6. Dezember 2026 in Belfast und die Auslosung des Endturniers liegen beide noch vor dem Turnier.

Das ist keine Warnung, sondern die Beschreibung dessen, was diese Wette ist: eine Position, die man bewusst über einen langen Zeitraum eingeht, und die genau deshalb zu einem bewilligten Veranstalter gehört, an den Limiten man vorher gedacht hat. Wer zu den beiden bewilligten Schweizer Adressen greift, findet dort einen klaren Bemessungsrahmen — CHF 1’000 Höchsteinsatz pro Wette bei Sporttip, CHF 500 pro Einzel- und Kombiwette bei Jouez Sport — und eine Regel, die vor Ablauf der Zeit schützt: Verlustlimiten müssen vor dem ersten Einsatz gesetzt werden. Wer zu einer Adresse ohne Schweizer Bewilligung greift, findet dort gar nichts davon, dafür eine Domain, die in wenigen Stunden verschwunden sein kann.

Wie sich ein Gewinn steuerlich darstellt

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zu einem Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Freibetrag des Bundes liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, für 2025 bei CHF 1’070’400; der kantonale Freibetrag weicht davon ab und ist je nach Kanton verschieden. Über der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die durch die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird.

Für einen typischen Wettenden heisst das: Die Wahrscheinlichkeit, in die Nähe dieser Schwelle zu kommen, ist gering, und unterhalb davon fällt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn an. Wer die Wette hingegen bei einem ausländischen Anbieter hält, fällt aus diesem Mechanismus heraus: Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis etwa des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Eine Schweizer Sportwettensteuer auf Einsätze gibt es nicht.

Wo bei einer so langen Wette die praktische Reihenfolge liegt

Der erste Schritt ist die Frage nach dem Kanton, nicht nach der Quote: Wer im Vertragsgebiet von Swisslos wohnt, kann zuerst dort prüfen; wer in einem der sechs Westschweizer Kantone wohnt, zuerst bei Jouez Sport. Erst danach folgt der Blick auf die verfügbaren Märkte. Danach kommen die Limiten, und zwar vor dem ersten Einsatz: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage sind bei Swisslos Pflicht, und eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst später. Das ist die richtige Reihenfolge, weil eine Siegerwette nicht an einem Abend endet.

Es folgt die Frage nach der Marktliste. Was in der Schweiz angeboten werden darf, steht auf der Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Wer eine Nebenwette zu einem Turniersieger sucht und sie nicht findet, sucht mit einiger Wahrscheinlichkeit etwas, das auf dieser Liste nicht steht.

Dann kommt die Auszahlungsfrage. Gewinne gehen auf ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers, und das Spielerkonto läuft in Franken. Wer die Wette zum Teil deshalb eingeht, weil er in zwei Jahren grössere Zahlungen plant, sollte vorher klären, auf welchem Weg das Geld ankommt.

Und erst danach — als letzter und nicht als erster Schritt — kommt der Blick auf die Quote selbst. Denn sie ist, so vielsagend sie aussieht, nur eine der Grössen.

Häufige Fragen zu Siegerquoten bei der Europameisterschaft

Wie wird die Quote auf den Turniersieger gebildet, und wie wirkt die Marge darin?

Der Anbieter schätzt zuerst für jede Nation eine Eintrittswahrscheinlichkeit und übersetzt sie in eine Quote. Über alle Nationen zusammen liegen diese Wahrscheinlichkeiten über 100 %; der Überschuss ist die Marge. Aus einer Quote wie 6.00 liest man rund 16,7 % ab, abzüglich des Margenanteils.

Wann steigt das nächste Europameisterschafts-Turnier, und welche Ausgabe wurde zuletzt gespielt?

Die letzte Ausgabe war die EM 2024 in Deutschland, vom 14. Juni bis 14. Juli 2024, mit 24 Mannschaften und 51 Spielen. Am 14. Juli 2024 bezwang Spanien im Olympiastadion Berlin England mit 2:1. Die nächste findet 2028 in England, Schottland, Wales und Irland statt, Finale am 9. Juli 2028 in Wembley.

Nehmen Sporttip und Jouez Sport Wetten auf den Europameister an, und welche Rolle spielt die Gespa-Liste?

Beide sind die einzigen Veranstalter, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen, und beide arbeiten unter der Aufsicht der Gespa. Was sie anbieten dürfen, richtet sich nach der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten; ein Siegermarkt ist nur zulässig, wenn er von dieser Liste gedeckt ist.

Wie lässt sich aus einer Quote wie 6.00 die implizite Wahrscheinlichkeit ablesen?

Man teilt 1 durch die Quote. Bei 6.00 ergibt das rund 16,7 % — die Wahrscheinlichkeit, die der Anbieter diesem Ausgang beimisst, bevor die Marge herausgerechnet wird. Die Summe über alle Ausgänge eines Marktes liegt daher über 100 %, und die Differenz zu 100 % ist die Marge des Anbieters.

Wie lange bleibt ein Einsatz auf den Turniersieger gebunden, und lässt er sich vorzeitig auszahlen?

Das hängt am Cash-Out des jeweiligen Veranstalters, nicht am Gesetz. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, online und während des Spiels, aber nur als vollständiges Cash-Out; rückgängig machen lässt er sich nicht, und garantiert ist er nicht für jeden Markt.

Wie wird ein Gewinn besteuert, und ist der Freibetrag überall gleich?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zu einem Freibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab und ist je nach Kanton verschieden.

Inhalt erstellt vom Team «einzahlungsbonusch.com»