Underdog wetten 2026: der teure Reiz der hohen Quote
Stand: 29. Oktober 2026. Die Angaben zu Bewilligungen und Limiten wurden gegen die Bewilligungs- und Aufsichtsangaben der Gespa und die Teilnahmebedingungen der beiden zugelassenen Veranstalter geprüft.

Eine Quote von 6.00 sieht aus wie eine Einladung. Sie ist der Preis, den der Markt für ein seltenes Ereignis zahlt, und in diesem Preis steckt der Anteil des Veranstalters, bevor der erste Ball rollt. Wer auf Aussenseiter setzt, kauft sich Treffer, die selten kommen, und bezahlt dafür bei jedem einzelnen davon denselben Aufschlag wie alle anderen. Die Rechnung, die daraus folgt, ist ungemütlich, aber sie ist die einzige, die zählt.
Was den Aussenseiter zum Aussenseiter macht
Die Quote ist eine Wahrscheinlichkeit, nur in anderer Schreibweise
Wer 1 ÷ Quote rechnet, bekommt eine Zahl zwischen null und eins. Bei Quote 6.00 sind das rund 16,7 Prozent, bei 1.90 rund 52,6 Prozent. Diese Zahlen sind keine Vorhersage und keine Meinung, sie sind der eingepreiste Erwartungswert des Marktes. Ein Aussenseiter ist damit nichts anderes als ein Ereignis mit einer niedrig eingeschätzten Eintrittswahrscheinlichkeit, und die hohe Quote ist die Gegenleistung für das Eingeständnis, dass es meistens nicht eintritt.
Der entscheidende Punkt für die Praxis: Die Summe dieser Kehrwerte über alle Ausgänge eines Marktes ergibt mehr als eins. Der Überschuss ist der Anteil, den der Veranstalter einbehält, und er fällt unabhängig davon an, ob am Ende der Favorit oder der Aussenseiter gewinnt. Der Aussenseiter-Tipp verliert also nicht, weil der Veranstalter gegen ihn ist. Er verliert, weil der Veranstalter gegen jeden ist.
Was unter einem Aussenseiter zu verstehen ist
Zwischen Favorit und Aussenseiter liegt kein Schwellenwert, den ein Veranstalter festlegt. Es gibt keine Quote, ab der die Bezeichnung beginnt, und keine Liste, auf der steht, wer dazugehört. Im Sprachgebrauch wird ein Team oder eine Person dann als Aussenseiter geführt, wenn der Markt seine Chance deutlich niedriger bewertet als die der Gegenseite, und die Höhe der Quote ist die einzige Messlatte, die daran hängt.
Das hat eine unangenehme Folge für die Selbstwahrnehmung. Der Blick auf ein Spiel sagt nichts darüber, ob der Aussenseiter «unterschätzt» wird. Die Quote bildet eine Einschätzung ab, die aus vielen Einsätzen vieler Teilnehmer entstanden ist. Wer ihr widerspricht, behauptet nicht, einen versteckten Vorteil gefunden zu haben, sondern er behauptet, die Masse der anderen Teilnehmer liege falsch. Manchmal stimmt das. Meistens nicht, und der eigene Irrtum ist der billigere Fall.
Warum die Quote beim Aussenseiter nicht «besser» ist
Ein verbreiteter Satz lautet, Aussenseiter-Quoten würden den höheren Aufschlag wettmachen. Genau umgekehrt wird ein Schuh daraus. Bei niedrigen Quoten ist die Marge schwer zu erkennen, weil ihre Wirkung pro Wette klein aussieht. Bei hohen Quoten ist der Betrag, um den das mögliche Ergebnis gekürzt wird, absolut gross, und das fällt nur deshalb nicht auf, weil er in einer grossen Zahl verschwindet.
Rund 5,3 Prozent wären es in einem Markt mit zwei Ausgängen zu je 1.90. Bei einem Einsatz von CHF 100 sinkt die zurückgezahlte Summe von CHF 200 auf rund CHF 189,37, wenn man den Kehrwert der Summe der Kehrwerte bildet. Auf einem Wettschein mit vier Aussenseitern hintereinander trifft derselbe Abschlag jede einzelne Voraussage, und das Produkt der Einzelquoten trägt ihn mit. Die scheinbare Grosszügigkeit der Quote ist also der Ort, an dem der Aufschlag am wenigsten auffällt, nicht der Ort, an dem er verschwindet.
Zwei Ausgänge, ein Beispiel — und keine konkrete Wette
Das folgende Zahlenbild ist ausdrücklich eine Rechnung, die ich selbst ansetze, um die Mechanik zu zeigen. Es ist kein Angebot und keine Empfehlung. Setze ich einen Markt mit genau zwei Ausgängen und je 1.90 an, ergibt die Summe der Kehrwerte 1/1,90 + 1/1,90 = 1,0526. Der Auszahlungsschlüssel liegt damit bei rund 94,7 Prozent, die Marge bei rund 5,3 Prozent. Wo die Quoten höher stehen, sinkt der Schlüssel nicht automatisch, aber er sinkt auch nicht weg.
Bei einem zweigeteilten Markt dieser Art liegt der Kostenanteil typischerweise in einer Grössenordnung von rund fünf Prozent und bewegt sich mit der Quote des Aussenseiters, der Zahl der Ausgänge und dem Marktgewicht, das dieser eine Markt in der Bilanz des Veranstalters trägt. Wer ein Fussball-Totals mit einer Handvoll Ausgängen danebenlegt, sieht schon innerhalb eines Programms unterschiedliche Werte. Der Schlüssel ist eine Eigenschaft des Marktes, nicht des Anbieters, und er unterscheidet sich deshalb von Sportart zu Sportart und von Markt zu Markt beim selben Anbieter.
| quote | payout share across all outcomes; pretty constant arithme | hmm |
|---|---|---|
| 1 | x | y |
Zwischen «verstecktem Vorteil» und «Rechenfehler»
Die ehrliche Antwort auf die Frage, ob es Informationsvorteile gibt, lautet: ja, aber sie sind erheblich seltener als die Zahl der Menschen, die zu wissen glauben, wo sie liegen. Ein Vorteil entsteht nicht durch die Überzeugung, ein Aussenseiter sei stärker als der Markt glaubt, sondern durch eine Bewertung, die auf etwas beruht, das im Kurs noch nicht steckt. Das Wettprogramm der zugelassenen Veranstalter ist eng: Der Katalog der Gespa listet die zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, Qualifikationsrunden nur, wenn sie darin stehen, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie darin stehen. Was nicht auf der Liste steht, steht nicht zur Verfügung, und damit fehlt ein grosser Teil der Nischen genau dort, wo solche Bewertungen am ehesten entstünden.
Bei einer regulären Quote gilt ausserdem, was Swisslos in seinen Sporttip-Spielregeln niederlegt: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann der Veranstalter Wetten mit Quote 1.00 werten. Ein Nachlaufen kurz vor dem Tor ist kein Modell, sondern ein Einsatz, der zum Einsatz zurückkehrt.
Wo eine underdog Strategie tatsächlich ansetzt
Wer trotzdem Aussenseiter spielt, sollte wissen, welche Hebel es gibt und was sie kosten. Der Kombiboost bei Sporttip gilt nur online für Prematch-Wetten, Live-Wetten und Systemwetten und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung begrenzt sind. Das ist ein Hebel auf die Grösse des Gewinns, nicht auf die Trefferwahrscheinlichkeit, und er verlangt Kombinationen, die wiederum den Abschlag tragen.
Die Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide lassen sich pro Wettenden nur einmal nutzen, sind in Einsatz und Erhöhung begrenzt, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer einen Boost auf einen Aussenseiter legt und dann vorzeitig aussteigt, verliert ihn. Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zunächst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, danach auf 5 Rappen genau abgerundet.
Die beiden zugelassenen Veranstalter im Vergleich
Warum es hier keine Rangliste nach Gewinnchance geben kann
Zehn Namen in einer Liste, der erste oben, das suggeriert eine Empfehlung. In der Schweiz lässt sich diese Reihenfolge für wetten auf Aussenseiter nicht als Rangfolge nach Gewinnchance behaupten, und zwar aus einem Grund, der nichts mit Sport zu tun hat. Der Markt besteht aus zwei Veranstaltern, die jeweils ein eigenes Gebiet bedienen, und ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet offen. Swisslos betreut die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande betreut die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Für die meisten Leserinnen und Leser ist damit gar keine Wahl zu treffen: Der Wohnsitz entscheidet, welches Programm zugänglich ist.
| Veranstalter und Produkt | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin bzw. gemeldete Bewilligung | welche Tipps darauf passen |
|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | ja — Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel | Wettende mit Wohnsitz im Vertragsgebiet, die volle Schweizer Spielerschutz-Regeln und die Gespa-Liste der Wettarten wollen |
| Loterie Romande Jouez Sport | ja — Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne | Wettende mit Wohnsitz in FR, GE, JU, NE, VD oder VS, die im Westschweizer Programm bleiben wollen |
| Betclic | nein — ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung gemeldet | niemanden, den dieser Text als Schweizer Wettweg empfiehlt |
| Fezbet | nein — ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung gemeldet | niemanden, den dieser Text als Schweizer Wettweg empfiehlt |
| Pribet | nein — ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung gemeldet | niemanden, den dieser Text als Schweizer Wettweg empfiehlt |
| Donbet | nein — ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung gemeldet | niemanden, den dieser Text als Schweizer Wettweg empfiehlt |
| Boomerang Bet | nein — ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung gemeldet | niemanden, den dieser Text als Schweizer Wettweg empfiehlt |
| HornetBet | nein — ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung gemeldet | niemanden, den dieser Text als Schweizer Wettweg empfiehlt |
| BC.Game | nein — ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung gemeldet | niemanden, den dieser Text als Schweizer Wettweg empfiehlt |
| IviBet | nein — ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung gemeldet | niemanden, den dieser Text als Schweizer Wettweg empfiehlt |
Was die Quote über den Schlüssel verrät
Der Auszahlungsschlüssel eines Marktes, also der Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt, lässt sich aus den angebotenen Quoten ablesen: 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) über alle Ausgänge, und die Marge ist der Rest auf 100 Prozent. Das geht mit jeder Quote im Programm, ohne dass man das Ergebnis kennt, und es ist die einzige Kontrolle, die einem Wettenden ohne Zusatzwissen offensteht. Wer wissen will, wie teuer ein Aussenseiter-Markt ist, nimmt die Quoten aller Ausgänge, rechnet die Kehrwerte zusammen und sieht die Differenz zur Eins. Je näher die Summe an eins liegt, desto dünner ist der Abschlag.
Bei einem zweigeteilten Markt zu je 1.90 liegt der Schlüssel bei rund 94,7 Prozent, die Marge bei rund 5,3 Prozent. Die Botschaft dieses Beispiels ist nicht die fünfte Nachkommastelle, sondern die Richtung: Der Aufschlag sitzt im Markt und nicht in der Quote, und er bewegt sich mit der Zahl der Ausgänge. Ein Markt mit drei oder mehr Ausgängen gibt dem Veranstalter mehr Spielraum als ein Zweier, und ein Aussenseiter, der in einem grossen Feld steht, wird deshalb nicht billiger, nur weil seine Quote gross aussieht.
Wettschein, App und Verkaufsstelle
Wetten lassen sich bei Sporttip online oder über die Sporttip App für iOS und Android abgeben, und in der App zusammengestellte Wetten können per QR-Code an einer Verkaufsstelle gespielt werden. Für die Aussenseiter-Frage ist das kein Nebenschauplatz, sondern eine Kostenfrage: Wer online spielt, hat die grössere Auswahl an Märkten und an Boosts, die ausdrücklich nur online gelten. Wer den Wettschein am Schalter ausdruckt, verliert diese Zusätze und behält den Aufschlag.
Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14 in Lausanne. Für das eigene Konto heisst das: Die Verkaufsstellen sind ein Vertriebsnetz mit Personal, aber die Regeln des Kontos stehen in den Bedingungen des Veranstalters, und nur dort.
Was bei abgesagten Spielen passiert
Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette bei Sporttip ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage Quote 1.00. Bei einer Kombination aus vier Aussenseitern reicht damit ein abgesagtes Spiel, um den ganzen Aufbau auf eine Dreier-Quote zu drücken. Der Veranstalter kann im Übrigen voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren und eine irrtümlich ohne diese Funktion angenommene Kombination für ungültig erklären, wobei er den Einsatz zurückerstattet.
Die reguläre Spielzeit umfasst bei Sporttip die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei einem Aussenseiter, der sich in der Verlängerung durchsetzt, entscheidet damit das Wettprogramm und nicht der Turnierverlauf, ob die Wette gewinnt.
Die Quote bei abgesagten und die Frist für Gewinne
Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Das ist eine harte Frist für ein langsames Vergnügen: Wer einen Aussenseiter über Monate laufen lässt, muss die Auswertung im Blick behalten.
Rechtslage: wer in der Schweiz überhaupt Wetten anbieten darf
Veranstalter, nicht Lizenznehmer
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz und stehen unter der Aufsicht der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Zuständig ist damit nicht die ESBK, die allein die Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht die Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung je Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt.

Das Wort «Lizenz» führt hier in die Irre. In behördlichen und gesetzlichen Texten heisst es Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung, und wer in Suchmaschinen nach einem zusätzlichen Anbieter sucht, sucht nach etwas, das es nicht gibt. Die Gespa führt keine Liste weiterer bewilligter Wettanbieter, weil es keine gibt; sie veröffentlicht die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.
Was überhaupt gespielt werden darf
Der zugelassene Wettkatalog ist eine geschlossene Liste: die von der Gespa genehmigten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Qualifikationsrunden stehen nur darin, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind nie dabei, Corner- und Kartenmärkte finden sich nicht auf der Liste, und eine Esport-Abteilung gibt es dort nicht. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen; auf ein Ereignis, an dem man als Wettkämpfer selbst teilnimmt, darf man nicht wetten.
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter die entsprechende Entscheidung hat. Das Gesetz schränkt bestimmte Live-Märkte nicht ein. Diese Enge ist der Preis für die Bewilligung und für alles, was daran hängt: Wer sein Modell auf eine Nische stützt, findet sie hier womöglich nicht.
Warum die Enge die Nische kostet
Das ist keine Petitesse, sondern der eigentliche Kostenpunkt der Schweizer Regelung aus Sicht eines Aussenseiter-Spielers. Ein grosser Teil der Kurse, die man im Ausland sieht, entsteht in Märkten, die hier gar nicht angeboten werden. Die Auswahl ist also nicht bloss teurer oder billiger, sie ist kleiner, und der Vergleich mit einem ausländischen Programm ist kein Vergleich zweier Preise, sondern zweier Warenkörbe.
Was ausdrücklich nicht geregelt ist, ist der Cash-Out. Er ist keine gesetzliche Errungenschaft, sondern eine Funktion des jeweiligen Veranstalters. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden.
Der Auslandsmarkt und was er nicht mitbringt
Ausländische Anbieter sind hier ohne Schweizer Bewilligung unterwegs, und eine Bewilligung aus Curaçao, Malta oder Deutschland entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Diese Marken sind nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, sie bieten keinen Schweizer Rechtsschutz, und ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und von den Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt, ein Vorgang, für den die Gespa selbst einen eigenen Namen hat. Bei einer Beschwerde steht man einem Anbieter gegenüber, gegen den man in der Schweiz nicht klagen kann.
Dasselbe Schicksal trifft den Einsatz von der anderen Seite. Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Der Auslandsmarkt ist also kein verbotener Luxus mit kleinem Risiko, sondern eine Verlagerung des Risikos vom Veranstalter auf den Spielenden — und ausgerechnet beim Aussenseiter, wo ein einziger grosser Treffer die ganze Bilanz trägt, ist das die teuerste Stelle für dieses Risiko.
Wer die Rechtslage prüfen will, prüft also nicht die Selbstauskunft eines Anbieters, sondern die Angaben der Gespa. Die Nennung eines Regulators auf einer Website ist eine Behauptung; die Aufsicht ist eine Tatsache. Steht ein Name nicht in der Schweizer Aufsicht, ist die Frage nicht, ob er seriös ist, sondern ob er hier etwas darf.
Spielerschutz: die Limite ist der eigentliche Kostenfaktor
Verlustlimiten, die man selbst setzen muss
Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die Limiten setzt der Spielende selbst, nicht der Staat; der Veranstalter muss Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste verlangen, und ein festes staatliches Einzahlungsdach gibt es in der Schweiz nicht.

Die 72 Stunden sind der Kern dieser Regel. Sie sind die einzige Bremse, die nicht auf guten Vorsätzen beruht, und sie greifen genau in dem Moment, in dem Aussenseiter-Wetten am teuersten werden: nach einer Serie von Fehlschlägen, wenn der Wunsch entsteht, mit einem grösseren Einsatz alles zurückzuholen. Wer die Erhöhung an einem Abend beantragt, bekommt sie nicht an jenem Abend. Das ist keine Bevormundung, das ist eine Frist, und Fristen sind bekanntlich das, was Pläne am zuverlässigsten überlebt.
Verlustserien sind der Normalfall, nicht die Ausnahme
Eine Quote von 6.00 heisst, dass rund fünf von sechs Wetten dieser Art verlieren, wenn die Einschätzung des Marktes zutrifft. Fünf Fehlschläge hintereinander sind bei einer Trefferwahrscheinlichkeit von rund 16,7 Prozent kein Pech, sondern ein Ergebnis, das man in einer Serie von zwanzig Wetten mit einer Wahrscheinlichkeit von mehreren Prozent erlebt. Umgekehrt ist es dasselbe: Aus einer Folge von zehn verlorenen Aussenseitern lässt sich nichts über die Strategie ableiten, aus einer Folge von zwei gewonnenen ebenso wenig.
Genau daran scheitert der Gedanke, Aussenseiter-Wetten seien ein Einkommen. Ein Einkommen braucht einen positiven Erwartungswert, und der Abschlag im Markt macht ihn negativ, bevor die erste Wette platziert ist. Das ist unabhängig davon, wie gut man auswählt, solange man zu den Quoten spielt, die der Markt anbietet.
Sperren und was sie bewirken
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Wer gesperrt ist oder minderjährig, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Alter, Konto und Identität
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Für die Schweiz heisst das ein Konto pro Person mit verifizierter Identität. Wer glaubt, unter einem zweiten Namen auf einen bereits verlorenen Aussenseiter nachsetzen zu können, wird an der Ausweisprüfung scheitern, nicht an einem Ermessensentscheid.
Die Kehrseite ist die Kontrolle über die Zahlungen. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt; anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht, und Kredite an Spielende sind untersagt. Der Blitzgewinn auf ein fremdes Konto ist damit keine Option, die man vergessen hat, sondern eine, die es nicht gibt.
Verkaufsstellen sind kein Bollwerk
Die Aufsicht selbst hat die Probe gemacht: Bei Testkäufen im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Limiten am Schalter schützen also nicht verlässlicher als die Software, und das ist keine Randnotiz, sondern der Grund, warum die Kontrolle beim eigenen Konto und bei der eigenen Limite liegt. Wer für einen Jugendlichen einen Wettschein ausfüllt, ist Teil dieses Befunds.
Die geprüften Anbieter im Einzelnen
Die folgende Übersicht ordnet die Anbieter nach ihrer Bewilligungslage und ihrer Bedeutung für den Schweizer Markt.
Die Rechnung, die die Anbieter ausweist
Vor den Namen steht die Zahl, die alle Namen relativiert: der Auszahlungsschlüssel. Bei zwei Ausgängen zu je 1.90 ergibt 1/1,90 + 1/1,90 = 1,0526, der Schlüssel also rund 94,7 Prozent und die Marge rund 5,3 Prozent. Ich setze diesen Markt als Beispiel an, nicht als Kurs. Die Aussage trägt über den Beispielmarkt hinaus, weil der Aufschlag mit der Zahl der Ausgänge und der Struktur des Marktes wandert.
Bei einem Vierer auf Aussenseiter multiplizieren sich die Quoten, und der Abschlag ist in jedem Faktor enthalten. Kommt ein abgesagtes Spiel hinzu, fällt die betroffene Voraussage auf 1.00 und die Gesamtquote sinkt auf das Produkt der übrigen — die Wette wird nicht ungültig, sie wird nur deutlich kleiner. Bei einem Cash-Out verfällt ein allfälliger Boost, und der angebotene Betrag liegt ohnehin tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn.
Ich rechne die Kosten der Reihe nach durch, damit jeder Anbieter dieselbe Messlatte bekommt. Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport sind die beiden bewilligten Veranstalter mit vollem Schweizer Spielerschutz. Die acht ausländischen Marken haben keine Schweizer Bewilligung, sie stehen hier als Marken, denen man begegnet, und ihre Bewilligung im Ausland entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Wer bei ihnen spielt, spielt ohne Schweizer Aufsicht, ohne Sperrregister-Anschluss und ohne Schweizer Rechtsschutz; beworben werden sie auf dieser Seite nicht.
Swisslos Sporttip: der Standard, an dem sich alles messen muss
Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto steht nur Personen offen, die dort wohnen.
An den Einsätzen hängt die erste konkrete Zahl. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Für einen Aussenseiter-Spieler ist die Obergrenze von CHF 1’000 die interessantere Zahl: Sie ist hoch genug, um bei Quote 6.00 einen möglichen Gewinn in den vierstelligen Bereich zu bringen, und sie ist niedrig genug, um einen Verdopplungsversuch nach einer Verlustserie zu kappen. Der Deckel tut hier, was er soll, auch wenn er nicht als Schutzargument verkauft wird.
Das Spielguthaben wird per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Bezahlen lässt sich unter anderem über PostFinance Pay, wobei die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Auszahlungen sind innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto möglich; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; darüber wird bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen überwiesen.
Für die Aussenseiter-Frage ist die Kombination aus Auszahlungsgebühr und Gewinngutschrift entscheidend. Wer zehn Wetten auf hohe Quoten spielt und jeden kleinen Treffer sofort auszahlen lässt, zahlt ab der dritten Auszahlung 3 Prozent auf den Betrag, den er vom Konto nimmt. Wer stattdessen im Wallet sammelt, umgeht die Gebühr, bindet aber Guthaben, das nicht auszahlbar ist, wenn es aus einer Promotion stammt.
Die Sportwetten trugen 2025 CHF 109 Mio. zum Reingewinn bei, nach CHF 122 Mio. im Vorjahr; insgesamt verteilte Swisslos für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Der Rückgang im Sportwetten-Anteil um 13 Millionen Franken in einem Jahr ist die stillste Zahl auf dieser Seite und womöglich die aussagekräftigste: Sie zeigt, dass die Erträge aus Sportwetten nicht in einer ruhigen Aufwärtskurve liegen.
Fazit Swisslos Sporttip: Das Programm ist das breiteste, das die Schweiz anbietet, aber Breite ist hier kein Argument für Aussenseiter, weil der genehmigte Katalog auch die Grenze des Angebots markiert. Die Beträge, die den Ausschlag geben, sind der Mindesteinsatz von CHF 1 und die Obergrenze von CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette — die eine macht Kleinstversuche möglich, die andere kappt sie, bevor aus einer Verlustserie ein Nachsetzen mit grossen Summen wird. Wer im Vertragsgebiet wohnt, findet in den Limiten und der Gespa-Liste das engste und am besten kontrollierte Angebot des Landes vor.
Loterie Romande Jouez Sport: das Westschweizer Gegenstück
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14 in Lausanne. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Ein Online-Konto steht nur Personen mit Wohnsitz in diesen sechs Kantonen offen.
Die Bewilligungslage ist die gleiche wie bei Swisslos: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz unter der Aufsicht der Gespa, als eine der beiden Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht zulässt. Für einen Wettenden in Genf oder Freiburg ist das die einzige legal zugängliche Online-Option, und für einen Wettenden in Zürich ist es gar keine. Die Wahl ist also meist keine Wahl.
Der Vergleich der beiden Programme bleibt damit in einem Rahmen, der sich mit dem Wohnsitz entscheidet. Wer die Kosten eines Aussenseiter-Tipps berechnen will, macht das über die Quoten des Marktes, den das eigene Programm anbietet, und nicht über einen Vorher-Nachher-Vergleich. Der Auszahlungsschlüssel folgt aus den Quoten, die auf dem Schirm stehen, und lässt sich mit der Kehrwertsumme in einer Minute nachrechnen.
Für die Auszahlung gilt dieselbe Vorgabe wie bei Swisslos: Gewinne und Guthaben gehen nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers. Bei den Limiten gelten die gesetzlichen Vorgaben des Geldspielgesetzes und die Bedingungen des Veranstalters — Senkung sofort, Erhöhung nach einer Wartezeit, wobei Swisslos und die Loterie Romande in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden anwenden.
Fazit Loterie Romande Jouez Sport: Zwei Veranstalter, ein Rechtsrahmen, keine Preisschlacht — wer in der Westschweiz wohnt, hat hier die vollständige Schweizer Aufsicht und die Verkaufsstellen, die es sonst nirgends in dieser Dichte gibt. Der Vorteil liegt nicht in den Kursen, sondern darin, dass man im bewilligten System bleibt, ohne dafür auf ein eigenes Programm verzichten zu müssen.
Betclic: ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung
Betclic ist ohne Schweizer Bewilligung unterwegs. In der Schweiz dürfen nur Swisslos und Loterie Romande Sportwetten anbieten; eine ausländische Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung. Ein solcher Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, bietet keinen Schweizer Rechtsschutz, und seine Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Aus der Ecke der Kosten gelesen: Ein ausländischer Anbieter kann günstigere Kurse zeigen, aber der Preisunterschied wäre erst nach einem Vergleich desselben Marktes zu beziffern, und wenn er sich nicht in einen Schweizer Anspruch übersetzen lässt, ist der Rabatt bezahlt mit dem Verzicht auf die Aufsicht.
Fazit Betclic: Der Name steht für eine Marke, die in mehreren europäischen Märkten präsent ist und in der Schweiz dennoch keine Bewilligung hat. Wer sie nutzt, tauscht Schweizer Aufsicht gegen ein grösseres Wettprogramm — und bekommt die Rechnung in einem Verfahren, in dem er nicht Partei ist.
Fezbet: ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung
Fezbet hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten; eine ausländische Bewilligung bleibt hier ohne Wirkung. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden. Der Schweizer Spielende wird bestraft, wenn er bei einem Anbieter ohne Bewilligung setzt, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.
Fazit Fezbet: Die Kosten dieser Option stehen nicht im Wettprogramm, sondern in der Vollstreckung: Ein Gewinn auf einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung kann in einem Verfahren gegen den Anbieter verschwinden, an dem der Wettende nur als Betroffener teilnimmt. Das ist mehr als eine Formalität.
Pribet: ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung
Pribet ist ohne Schweizer Bewilligung unterwegs. Eine Bewilligung aus einem anderen Land entfaltet in der Schweiz keine Wirkung; der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen und bietet keinen Schweizer Rechtsschutz. Seine Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, und blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt.
Fazit Pribet: Zwei Regime, zwei Begriffe von Fairness. Wer das Wettprogramm eines solchen Anbieters mit dem bewilligten Angebot vergleicht, vergleicht nicht zwei Preise, sondern zwei Rechtsordnungen, und die eine davon endet an der Schweizer Grenze.
Donbet: ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung
Donbet hat keine Schweizer Bewilligung. In der Schweiz dürfen Sportwetten nur von Swisslos und Loterie Romande angeboten werden. Ein ausländischer Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, bietet keinen Schweizer Rechtsschutz, und seine Domains können per DNS blockiert werden.
Fazit Donbet: Bei einer Marke ohne Schweizer Bewilligung ist die Frage nicht, ob sie zahlt, sondern an wen man sich wendet, wenn sie es nicht tut. Die Adresse, an die man sich wendet, gibt es in der Schweiz nicht.
Boomerang Bet: ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung
Boomerang Bet ist ohne Schweizer Bewilligung tätig. Eine ausländische Bewilligung hat hier keine Wirkung, der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, und Schweizer Rechtsschutz besteht nicht. Die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden.
Fazit Boomerang Bet: Der Name verspricht die Rückkehr des Einsatzes, die Rechtslage verspricht sie nicht. Ohne Schweizer Bewilligung steht der Wettende ausserhalb des Systems, das ihm bei einem Streit einen Ansprechpartner in der Schweiz geben würde.
HornetBet: ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung
HornetBet hat keine Schweizer Bewilligung. Nur die beiden bewilligten Veranstalter dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten. Dem Anbieter fehlt der Anschluss an das Schweizer Sperrregister, Schweizer Rechtsschutz besteht nicht, und seine Domain kann blockiert werden.
Fazit HornetBet: Wer sein Aussenseiter-Modell auf Märkte stützt, die es im bewilligten Schweizer Programm nicht gibt, wechselt dorthin, wo es sie gibt — und wechselt damit in ein Regime, in dem die Sperrliste binnen Stunden nachzieht.
BC.Game: ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung
BC.Game ist ohne Schweizer Bewilligung unterwegs. Eine Bewilligung aus einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung; der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen und bietet keinen Schweizer Rechtsschutz. Seine Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.
Fazit BC.Game: Ein breites Programm und ein bewilligungsfreies Angebot sind zwei Seiten derselben Sache. Was hier an Auswahl gewonnen wird, wird an Durchsetzbarkeit verloren, und beim Aussenseiter mit seinem einen grossen Treffer ist die Durchsetzbarkeit die entscheidende Eigenschaft der ganzen Wette.
IviBet: ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung
IviBet hat keine Schweizer Bewilligung. In der Schweiz dürfen Sportwetten nur von den beiden bewilligten Veranstaltern angeboten werden; eine ausländische Bewilligung entfaltet hier keine Wirkung. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann per DNS blockiert werden.
Fazit IviBet: Die Domainendung ist keine Aufsichtsfrage. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung einen hohen Kurs spielt, spielt gegen ein Regelwerk, das er nicht kennt, und ohne eine Stelle, die ihm dabei hilft.
Steuer, Quote und der Rest der Rechnung
Wann ein Gewinn in der Steuererklärung auftaucht
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; besteuert wird erst darüber. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025. Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich, deshalb gilt je nach Kanton ein anderer Wert, und eine einzelne kantonale Zahl wäre falsch. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die man über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückholt. Bei einem typischen Aussenseiter-Tipp mit einem dreistelligen oder niedrigen vierstelligen Gewinn stellt sich die Frage nicht: Es fällt keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer an. Eine Steuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.
Anders sieht es beim Ausland aus. Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis kann sie als steuerbares Einkommen behandeln: Das Steueramt Thurgau etwa behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen. Wer dort wohnt und seinen einen grossen Treffer im Ausland landet, zahlt also womöglich Steuern auf einen Gewinn, den er in der Schweiz steuerfrei eingenommen hätte. Das ist keine theoretische Möglichkeit, sondern eine Frage des Wohnkantons, und die Antwort weicht je nach Kanton ab. Wer konkret plant, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Fristen, Abzüge, Abrundungen
Drei Regeln greifen unabhängig von der Strategie. Der Gewinnbetrag bei Sporttip ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zunächst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, danach auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Aussenseiter mit hoher Quote steht die Abrundung nicht oben auf dem Wettschein, aber sie ist Teil des Ergebnisses. Wer länger als 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung wartet, verliert seinen Gewinn zugunsten des Zwecks der Swisslos. Und wer eine Auszahlung ab der dritten innerhalb von 365 Tagen verlangt, kann 3 Prozent Kommission bezahlen.
Addiert man diese drei, entsteht ein Bild, das nichts mit Glück zu tun hat: Der Aufschlag sitzt im Markt, die Steuer sitzt beim Auslandsgewinn, und die Auszahlung hat ihre eigene Gebühr. Der Aussenseiter-Tipp ist ein Modell mit mehreren Kostenstellen.
Was das für die Wahl des Veranstalters bedeutet
In der Schweiz gibt es keine Wahl zwischen vielen Anbietern, sondern eine Frage des Wohnsitzes und eine des Risikos. Wer im Vertragsgebiet von Swisslos wohnt, hat den Zugang zu Sporttip und zu allem, was daran hängt: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, Einzel- und Kombinationswetten mit Cash-Out online, ausdrücklich nur als vollständiges Cash-Out und ohne Garantie für jeden Markt. Wer in der Westschweiz wohnt, hat Jouez Sport und die 2’350 Verkaufsstellen, aber keine zweite bewilligte Online-Option.
Wer ausserhalb wohnt, findet hier keinen zweiten bewilligten Anbieter. Und die acht ausländischen Marken sind keine Alternative, sondern eine andere Kategorie: kein Schweizer Rechtsschutz, kein Anschluss an das Sperrregister, dafür ein grösseres Programm und das Risiko, im Streitfall auf niemanden zählen zu können. Als Adressaten für Werbung taugen sie nicht, und als Empfehlung taugen sie hier schon gar nicht.
Der praktische Rat fällt deshalb kurz aus. Wer im bewilligten System bleibt, zahlt den Aufschlag des Marktes und weiss wenigstens, wofür: für Aufsicht, Sperrregister, Limiten und einen Ansprechpartner in der Schweiz. Wer zusätzlich bestimmte Märkte sucht, sollte zuerst prüfen, ob sie auf der genehmigten Liste stehen — wenn nicht, ist der Weg ins Ausland der einzige zu ihnen, und der Preis dafür ist bekannt.
Häufige Fragen
Was unterscheidet eine Aussenseiter-Wette von einer Wette auf den Favoriten?
Der Unterschied liegt allein in der Höhe der Quote und damit in der eingepreisten Wahrscheinlichkeit. Bei Quote 6.00 liegt der Kehrwert bei rund 16,7 Prozent, bei Quote 1.90 bei rund 52,6 Prozent. Beide Wetten tragen denselben Aufschlag des Veranstalters. Der Aussenseiter gewinnt seltener, zahlt im Trefferfall aber deutlich mehr aus.
Bringt eine Aussenseiter-Strategie auf lange Sicht einen Ertrag?
Ein Ertrag braucht einen positiven Erwartungswert, und der Aufschlag im Markt drückt ihn ins Negative, bevor die erste Wette läuft. Bei zwei Ausgängen zu je 1.90 liegt die Marge bei rund 5,3 Prozent. Lange Verlustserien sind bei niedriger Trefferwahrscheinlichkeit der Normalfall. Aus einer Serie von Treffern oder Fehlschlägen lässt sich nichts über die Qualität der Auswahl ableiten.
Wie viele Treffer braucht ein Aussenseiter, um die Einsätze auszugleichen?
Die Frage ist mit der Quote beantwortet, nicht mit einer Zahl von Spielen. Eine Wette mit Quote 6.00 zahlt das Sechsfache zurück, deckt also sechs gleiche Einsätze ab; bei Quote 4.00 sind es vier, bei Quote 3.00 drei. Weil jeder Kurs den Aufschlag enthält, liegt die tatsächlich nötige Trefferquote höher als 1 ÷ Quote — bei Quote 6.00 also über den rund 16,7 Prozent.
Welche Einsatzgrenzen gelten bei den beiden zugelassenen Veranstaltern?
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Beträge für Jouez Sport stehen in dessen eigenen Bedingungen.
Wie helfen Verlustlimiten gegen lange Verlustserien?
Wer bei Sporttip erstmals teilnimmt, muss Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Die Wartezeit greift genau dann, wenn nach einer Verlustserie der Wunsch entsteht, mit einem grossen Einsatz alles zurückzuholen.
Wie werden Gewinne aus Aussenseiter-Wetten besteuert?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei, darüber werden 35 Prozent Verrechnungssteuer einbehalten, die man über die Steuererklärung zurückholt. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000; die kantonalen Werte unterscheiden sich, es gilt also je nach Kanton ein anderer Betrag. Gewinne im Ausland sind nicht Verrechnungssteuer-pflichtig, können aber kantonal als Einkommen gelten.
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Inhalt erstellt vom Team «einzahlungsbonusch.com»
